Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Kultur
Wo bin ich?
  1. Startseite
  2. Kultur
  3. Archive
  4. Stadtarchiv
  5. Geschichte

Die Geschichte des Stadtarchivs

Das Stadtarchiv hat eine wechselvolle Geschichte

Einst im Uhrturm untergebracht, fand das Stadtarchiv nach dessen Abriss im Jahre 1873 zunächst in den Dachkammern des Alten Rathauses Unterschlupf, wurde 1880 in einen Turmraum der Marktkirche verlegt und 1892 in den nordöstlichen Turm des neuen Rathauses umgesiedelt.

Dieses Hin und Her hat das Stadtarchiv im Verein mit der schlechten Personalausstattung viel Substanz gekostet und manche Lücke gerissen. 1892 wurden die vorhandenen Unterlagen vom ersten Wiesbadener Stadtarchivar Christian Spielmann zielgerichtet geordnet und ergänzt.  Wer nun glaubt, dass diese großartige Leistung zu einer dauerhaften Wertschätzung und Pflege des Stadtarchivs geführt habe, irrt leider.

Nach dem Tode Spielmanns 1917 blieb dessen Stelle zunächst für drei Jahre unbesetzt und bald darauf begann für das Archiv erneut eine unerquickliche Odyssee, die von erheblichen Schriftgutverlusten begleitet war. Von 1924 bis 1933 waren die Bestände in der Nassauischen Landesbibliothek untergebracht, danach wurde sie an das Staatsarchiv Wiesbaden überstellt. Im 2. Weltkrieg erfolgte die Auslagerung des älteren Teils (vier Kisten und elf Säcke) in die Festung Ehrenbreitstein bei Koblenz. Der Rest wurde im April 1944 in einem Kelleraum der Knabenschule in der Hebbelstraße untergebracht. Die Kriegswirren und eine absichtsvolle Vernichtung von Unterlagen zum Ende der NS-Diktatur rissen weitere Lücken in die Erinnerung  der Stadt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg dienten Räume in der Schützenhofstraße 4 dem Stadtarchiv als Notbehelf. 1951 zog das Archiv in das wieder aufgebaute neue Rathaus ein - ganz unten und ganz oben: Als Hauptmagazin dienten ehemalige Luftschutzräume im Keller, während die Büros unter das Dach verbannt wurden.

Von 1978 bis Ende 1989 hatte das Stadtarchiv seinen Sitz im Gebäude Humboldtstraße 6, einer denkmalgeschützten Villa aus der Zeit der Jahrhundertwende. Das klingt viel versprechend, doch tatsächlich hatte der dort herrschende Platzmangel zur Folge, dass große Teile des Bestands ihr Dasein in einem feuchten Keller fristeten.

1990 erfolgte der Umzug in das jetzige Dienstgebäude "Im Rad 42", einem ehemaligen Fabrikgebäude des Druckmaschinenherstellers Rotaprint. Dieses Gebäude wurde mit einem finanziellen Aufwand von 2,5 Millionen DM funktionsgerecht umgebaut.

Seitdem verfügt das Stadtarchiv erstmals in seiner Geschichte über zweckmäßige Dienst- und Magazinräume sowie über großzügige Arbeitsplätze für Benutzerinnen und Benutzer. Seine exzentrische Lage zwingt Interessierte jedoch weite Wege auf und beschränkt seine öffentliche Wahrnehmung. Auch wenn das Stadtarchiv nicht alles ist, ist vieles ohne angemessene Rückbesinnung nichts. Insofern gilt - es bleibt noch Einiges zu tun.

Anzeigen