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Profilierung als Wohnort

Profilierung als Wohnort begüterter Schichten sowie als Zentrum von Versicherungen, Banken und der Genussmittelindustrie.

Bereits Fürst Georg August Samuel von Nassau-Idstein (1685 bis 1721) belohnte Fremde, die sich in Wiesbaden niederließen, ab 1744 durch finanzielle Prämien.

Im Juni 1860 wurde in Nassau die allgemeine Gewerbefreiheit eingeführt. Nun ließen sich in der Stadt viele Auswärtige nieder. In der Wilhelminischen Ära nach der Annexion Nassaus durch Preußen machten vergleichsweise niedrige kommunale Einkommenssteuern Wiesbaden als Wohnstadt für vermögende Kreise zusätzlich attraktiv. Und je mehr reiche Leute zuzogen, desto leichter fiel es der Stadtverwaltung, trotz kostspieliger Bauten und hoher kommunaler Investitionen an niedrigen Einkommenssteuersätzen festzuhalten.

Auch die Ansiedlung von Banken und Versicherungen setzte zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein. Bereits 1806 ließ sich die "Nassauische Brandversicherung" in Wiesbaden nieder. Es folgten die "Aachen-Münchener Feuerversicherung" (1827), die "Vaterländische Feuerversicherungsanstalt Elberfeld" (1835), die "Gothaer Feuerversicherungsanstalt" (1837), 1840 die "Colonia" und 1843 der Frankfurter "Phönix". Auch Unternehmen der Renten- und Lebensversicherungsbranche wählten Wiesbaden zum Standort ihrer Zentralen. 1866 waren bereits 16 solcher Versicherungszentralen in Wiesbaden ansässig. Im selben Jahr zählte Wiesbaden acht private Bankhäuser. 1840 wurde mit der Landeskreditkasse ein erstes staatliches Kreditinstitut gegründet (seit 1849 "Nassauische Landesbank"). 1860 etablierte sich die genossenschaftlich organisierte Vorschusskasse, zwei Jahre später nahm der neue "Verband der Wirtschaftsgenossenschaft am Mittelrhein" seinen Sitz in Wiesbaden. 1865 entstand der "Wiesbadener Kassenverein", der 1913 in der "Vereinsbank" aufging.

Der unablässige Zustrom von Menschen - Arbeitern, Gästen, Rentiers - führte auch zu einem Aufschwung der Nahrungsmittelindustrie.

Als Zentrum des Wein- und Sekthandels konnte sich die Stadt allerdings erst recht spät etablieren. Immerhin waren 1865 in Wiesbaden bereits 38 Weinhändler ansässig. Hinzu kamen zwei große Brauereien, die 1862 gegründete und seit 1887 als Wiesbadener "Kronen-Brauerei" firmierende Aktiengesellschaft an der Sonnenberger Straße und die 1888 etablierte "Germania-Brauerei" an der Mainzer Straße sowie mehrere Abfüllbetriebe für Mineralwasser und die weiter expandierenden Wein- und Sektunternehmen.

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