Literatur in Wiesbaden

Bereits im 18. und 19. Jahrhundert sind viele namhafte Schriftstellerinnen und Schriftsteller nach Wiesbaden gekommen, um sich an den Thermalquellen zu erholen, oder sich im Spielcasino zu vergnügen.
In Wiesbaden ist die Literatur zu Hause
In Wiesbaden ist die Literatur zu Hause | © wiesbaden.de

Literarische Spuren dieser Aufenthalte finden sich zum Beispiel in Goethes "West-östlichem Diwan", in Dostojewskis "Der Spieler" oder Thomas Manns "Felix Krull". Einige Autoren haben hier auch für längere Zeit gelebt und gearbeitet: Gustav Freytag, der expressionistische Dichter Wilhelm Klemm oder Fanny Lewald.

Nach dem Zweiten Weltkrieg haben hier für einige Jahre bedeutende Verlage residiert. Die Amerikaner haben nämlich mehrere Verlage aus dem damals zerstörten und von den Sowjets besetzen Leipzig nach Wiesbaden umgesiedelt, wie den Brockhaus-Verlag, den Insel-Verlag, die Dieterichsche Verlagsbuchhandlung, den Musikverlag Breitkopf & Härtel oder den Verlag Georg Thieme. In diesem lebendigen Umfeld des Pariser Hofs gab es Neugründungen, wie etwa die Gründung des Limes-Verlags. Außer Breitkopf & Härtel sind die genannten Verlage inzwischen in die großen Verlagsmetropolen weggezogen oder in Fusionen aufgegangen. Dennoch residieren auch heute noch zahlreiche Fachverlage in Wiesbaden.

Das Angebot an literarischen Veranstaltungen, Schreibworkshops, Drehbuchcamps, Bibliotheken, Literaturgesellschaften und Buchhandlungen ist in Wiesbaden groß. Noch bevor die Eventkultur in den Neunziger Jahren auch den Literaturbetrieb erfasst hat wurden hier bereits von Buchhändlern, Literaturschaffenden und  Büchermachern Lesefeste, wie etwa das jährlich stattfindende "Buchseiten-Buchzeiten" ins Leben gerufen. Zahlreiche kulturelle Einrichtungen, wie die Volkshochschule Wiesbaden e.V., die Landesbibliothek, die Hochschule RheinMain, das Pariser Hoftheater, das Thalhaus, Literaturvereine und nicht zuletzt engangierte Buchhandlungen prägen mit Lesungen, Workshops, Vorträgen und originellen Buchveranstaltungen die literarische Vielfalt der Stadt.

In eigener Regie betreibt das Kulturamt seit 2001 das Literaturhaus Villa Clementine, wo unter anderem auch Veranstaltungen in Kooperation mit örtlichen Literaturvereinen, wie der Gesellschaft für deutsche Sprache e.V. stattfinden. Nähere Informationen zum literarischen Veranstaltungsangebot in der Stadt bietet das "Lesezeichen", das vom Kulturamt herausgegeben wird.

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