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Vortrag: Der Fall des SS-Richters Konrad Morgen

In der Veranstaltungsreihe des Hessischen Hauptstaatsarchivs stellen Autorinnen und Autoren ihre Studien über den Nationalsozialismus und seine Folgen vor. Am Donnerstag, 7. März, spricht Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer um 19 Uhr in der Mosbacher Straße 55 über den Fall des SS-Richters Konrad Morgen. Der Eintritt ist frei.

In ihrem Vortrag widmet sich Frau Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer der schillernden Persönlichkeit des SS-Richters Konrad Morgen.

Konrad Morgen (1909 bis 1982) war ausgebildeter Jurist und ab Januar 1941 SS-Richter in der von Himmler eigens für die Waffen-SS geschaffenen SS-Miilitärgerichtsbarkeit. Morgen ermittelte gegen hochrangige SS-Offiziere und Nationalsozialisten, unter anderem gegen Karl Otto Koch, den ehemaligen Kommandanten des Lagers Buchenwald, und schlussendlich gegen die in die Massentötungen von Juden verwickelten SS-Kommandanten.

Sich selbst bezeichnete Morgen als "Gerechtigkeitsfanatiker" - eine Beschreibung, die seine eigene ideologische Prägung reflektiert, die aber auch vermittelt, dass ein auf "Gerechtigkeit" verpflichtetes Selbstverständnis eines Richters unter den normativen Bedingungen eines totalitären Staates unter Druck gerät.

Im Vortrag wird die berufliche Laufbahn dieses moralisch komplexen und ambivalenten Charakters nachgezeichnet. Der Fall Konrad Morgens verdeutlicht die strukturelle Pervertierung von Recht und Moral im "Dritten Reich".

Über Frau Prof. Dr. Herlinde Pauer-Studer

Frau Prof. Pauer-Studer hat ein Studium der Philosophie an den Universitäten Salzburg und Toronto absolviert. Sie habilitierte an der Universität Wien und ist derzeit Professorin am Institut für Philosophie der Universität Wien.

Sie hatte zahlreiche Forschungsaufenthalte in den USA (unter anderem Harvard University, University of California, Irvine, New York University, Stanford University). Von 2010 bis 2105 war sie Leiterin des vom Europäischen Forschungsrats (ERC) geförderten Projektes "Distortions of Normativity".

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