Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Kultur
Wo bin ich?
  1. Startseite
  2. Kultur
  3. Literatur
  4. Veranstaltungen
  5. Literaturtage
  6. Literaturtage 2015

Wiesbadener Literaturtage 2015

Schauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher Christian Brückner war Gastgeber der "Wiesbadener Literaturtage", die im Jahr 2015 vom 14.bis 21. Juni stattfanden.

Vom 14. bis 21. Juni 2015 hatte der diesjährige Gastgeber der 19. "Wiesbadener Literaturtage" Christian Brückner zu einer Woche eingeladen, in der die Grenzen zwischen den Künsten überschritten wurden. Mit renommierten internationalen Gästen aus den Bereichen Literatur, Musik, bildenden Kunst, dem Film und den Medien entspannte Christian Brückner in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt einen Dialog, bei dem auch das Publikum immer wieder zu Wort kommen sollte. "Wie Sprache geht und wie Geschichten kommen", lautete das Motto.

Mit Sprache erschaffen die Menschen die Welt, sie ist im Alltag die Basis von allem. Die Sprache der Literatur wiederum vermöge es auch, ganz eigene Welten zu schaffen – ebenso wie die Sprache der Musik, der Malerei oder der Kunst. So unterschiedlich die Ausdrucksformen der verschiedenen Künste auch sein mögen, es ist spannend, darin Gemeinsamkeiten auszumachen.

Zum Auftakt am Sonntag, 14. Juni, eröffnete Christian Brückner im Wiesbadener Kunsthaus die Ausstellung mit Collagen des Mainzer Schriftstellers Ror Wolf. Wie bildende Kunst als narratives Element das literarische Werk Ror Wolfs surreal kommentiert, erläuterte in seiner Einführung Michael Lentz. Am Eröffnungsabend lass Christian Brückner im Kunsthaus, umgeben von Ror Wolfs Collagen und begleitet von den Jazzmusikern Heinz Sauer und Michael Wollny, aus Wolfs literarischen Werken.

Ein weiterer Gast der "Wiesbadener Literaturtage" war der ukrainische Autor Juri Andruchowytsch: Er stellte seinen Roman "Perversion" vor und nahm im Gespräch mit Hanne Kulessa Stellung zur politischen Lage in seiner Heimat. Ulrike Almut Sandig, eine der talentiertesten jungen Erzählerstimmen, beschrieb in poetischen Erzählungen rätselhafte Orte, die nur scheinbar verschwunden sind. Dass Geschichten auch ohne Worte erzählt werden können, zeigte der kanadische Jazzmusiker Jerry Granelli mit seiner Band "UFB" in einem Fusion- und Funk-Konzert. Dichter wie Joachim Ringelnatz oder Hugo Ball ließ Nicolai Thärichens Tentett musikalisch zu Gehör kommen. Der renommierte Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani fasste in einer Lesung die Verwirrung der Gefühle der ersten großen Liebe in Worte. Zudem gab er einen Einblick in Essays, in denen er sich mit dem Verhältnis zwischen Orient und Okzident auseinandersetzte.

Wie schön es sein kann, Geschichten mit der ganzen Familie zu erleben, zeigte das von Ute Kleeberg produzierte Familienkonzert "Schmetterlingsküsschen" für Kinder ab sechs Jahren. Die anrührende Erzählung über ein gehbehindertes Mädchen stammt von Ute Kleeberg und war ein Geschenk von Maximiliane Beck. Ute Kleebergs Lesungskonzert mit Musik von Felix Mendelssohn-Bartholdy, Max Bruch, Gabriel Fauré, Fanny Mendelssohn-Hensel, Germaine Tailleferre und Arvo Pärt wurde 2008 bei den Salzburger Festspielen uraufgeführt. Es lass die bekannte Schauspielerin Eva Mattes, den musikalischen Part übernahmen Sonia Simard am Klavier, Jean-Eric Soucy an der Bratsche und Uwe Stoffel an der Klarinette.

Zum Abschluss der "Wiesbadener Literaturtage" zeigte sich erneut die politische Dimension des geschriebenen Wortes, als sich der Publizist und Jurist Heribert Prantl bei einem politischen Frühschoppen mit der Autorin Jagoda Marinić unter anderem über die Frage austauschte, wie sich die individuellen Freiheits- und Grundrechte gegenüber der staatlichen Überwachung zur Abwehr von Terror wahren lassen.


Anzeigen