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Wiesbadener KrimiMärz

In der hessischen Landeshauptstadt fand 2017 vom 3. bis 30. März erstmals das spartenübergreifende Festival "Wiesbadener KrimiMärz" mit renommierten Krimiautoren, Filmschaffenden und Sachbuchautoren statt.

Erstmals veranstaltete das Literaturhaus Villa Clementine in Zusammenarbeit mit dem Deutschen FernsehKrimi-Festival und anderen Kooperationspartnern vom 3. bis 30. März 2017 das spartenübergreifende Festival "Wiesbadener KrimiMärz". Der Austausch von Literatur- und Filmschaffenden wurde mit dem Festival deutschlandweit einzigartig gefördert, indem die ehemals separat ausgerichteten Formate "Wiesbadener Krimiherbst", "Deutsches Fernseh-Krimi-Festival" und "Wiesbadener Krimistipendium" miteinander verbunden wurden. Das diesjährige Schwerpunktthema des Festivals lautete "Kriminalität in Europa" und ging der Frage nach, wie die Europäische Union mit aktuellen Gefährdungen umgeht und dabei ihre Freiheitswerte bewahren kann. Dank einer Förderung des Kulturfonds Frankfurt RheinMain im Rahmen des Förderschwerpunkts "Transit" konnte eine besonders große Fülle an Veranstaltungen angeboten werden. Einige Autoren waren zudem bei den Darmstädter Krimitagen und im Hessischen Literaturforum in Frankfurt mit von der Partie.

Die türkische Autorin Esmahan Aykol eröffnete am 3. März als Inhaberin des Krimistipendiums das Festival im Literaturhaus und diskutierte am 15. März mit der Autorin Merle Kröger zum Thema "Europa – wo sind deine Grenzen?". Als roter Faden zog sich die Reihe "Auf dem Krimisofa mit..." durch das Festivalprogramm. Volker Kutscher und Horst Eckert diskutierten über "Nationalismus und Rechtsextremismus gestern und heute". Der Schwerpunkt des Gesprächs zwischen Wolfgang Schorlau und dem Regisseur Dominik Graf lag auf organisierter Kriminalität in Europa. Petra Reski und Olaf Sundermeyer gaben Einblick in Strukturen der Mafia in West und Ost.

In einer Kriminacht mit Musik entführten Doris Gercke, Max Annas und Franz Dobler in die Ukraine, in die Welt illegaler afrikanischer Einwanderer und exzentrischer Stalker. Die Machenschaften der Mafia im Dark Web, die Strategien des gegenwärtigen Terrorismus oder die Rolle des Balkans in Europa beleuchteten die Krimiautoren Veit Etzold, Christian von Ditfurth und das Autorenduo Christian Schünemann und Jelena Volic. Einen Blick über Europa hinaus nach Brasilien und auf dortige Korruptionsskandale warf die international gefeierte Autorin Patricia Melo in ihrem Thriller "Trügerisches Licht".

Der bekannte Krimiautor Wolfgang Schorlau trat am 8. März mit der Georg-Dengler-Bluesband in der Casino-Gesellschaft auf und stellte seinen Wiesbaden-Kurzkrimi vor, der im Rahmen seines Stipendiums im vergangenen Jahr entstanden ist.

Wie vor rund 100 Jahren, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, Schriftsteller auf die politische und gesellschaftliche Krise in Europa reagiert haben, erfuhren Literatur- und Film-interessierte bei der ARTE-Filmpremiere der Doku "Sanatorium Europa" am 28. März im Literaturhaus.

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Plakat Wiesbadener KrimiMärz 2017. wiesbaden.de / Foto: 3deluxe
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