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Heinrich Kirchhoff: Der Garten der Avantgarde

Nachdem vor genau 100 Jahren das Museum Wiesbaden erstmals Kirchhoffs Sammlung ausstellte, widmet es sich nun von Freitag, 27. Oktober 2017, bis 25. Februar 2018, erneut diesem bedeutenden Sammler.

100 Jahre, nachdem das Museum Wiesbaden erstmals die private Kunstsammlung des Wahl-Wiesbadeners und Gartenliebhabers Heinrich Kirchhoff (1874 bis 1934) zeigte, widmet es sich vom 27. Oktober 2017 bis 25. Februar 2018 mit der Ausstellung "Der Garten der Avantgarde. Heinrich Kirchhoff: Ein Sammler von Jawlensky, Klee, Nolde…" ihm und seiner Sammlung erneut.

Als das Museum Wiesbaden 1917 erstmals Kirchhoffs Sammlung zeigte, erwarb sich die bis dahin als höchst konservativ wahrgenommene, preußisch geprägte Kur- und Bäderstadt Wiesbaden von hier auf jetzt den landesweiten Ruf als neues Zentrum der Avantgarde. Der Sammler selbst, der 1908 aus dem Ruhrgebiet wegen des warmen Klimas nach Wiesbaden gezogen war und hier seine Leidenschaft für die Kunst entdeckt hatte, ist heute aufgrund des Nationalsozialismus fast in Vergessenheit geraten. Und das, obwohl in seinem tropischen Garten der am "Sonnenberg" gelegenen Villa, den Kirchhoff selbst angelegt hatte, das "Who ist Who" der Avantgarde ein- und ausging.

Die Ausstellung zeichnet die Genese der "Sammlung Kirchhoff" über einen Zeitraum von zwei Jahrzehnten von 1914 bis 1933 nach. Sie zeigt damit anhand der von Kirchhoff geschätzten Maler die Entwicklung der deutschen Kunst vom Impressionismus (Corinth, Liebermann, Slevogt) über den facettenreichen Expressionismus (Chagall, Kokoschka, Lehmbruck, Macke, Marc) bis zur Abstraktion (Kandinsky, Moholy-Nagy). Am Ende wird anhand präzise ausgewählter Werke aus der ehemaligen Sammlung Kirchhoff – aufwendig recherchiert und zusammengetragen aus nationalen und internationalen Museen und Privatsammlungen – klar, dass der vergessene "Garten Kirchhoff" deutschlandweit eines der wichtigsten Sammelbecken der Avantgarde in den 1920er-Jahren war.

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