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Erinnerungsprojekt Stolpersteine

Auch in der hessischen Landeshauptstadt werden seit 2005 "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig zum Gedenken an Opfer des NS-Regimes verlegt.

Die "Stolpersteine" erinnern an die Deportation von Juden in die Vernichtungslager sowie an andere Opfer des Nazi-Regimes: Menschen aus dem Widerstand, Homosexuelle, Euthanasieopfer, bestimmte religiöse oder ethnische Gruppen. Dieses europäische Kunstprojekt des Kölner Künstlers Gunter Demnig ist mittlerweile das größte dezentrale Denkmal weltweit: Derzeit liegen zirka  20.000 Stolpersteine in über 400 Orten Deutschlands, weitere in Österreich, Ungarn, den Niederlanden, Tschechien und Polen.

Demnigs Motto lautet: "Ein Mensch ist nur vergessen, wenn sein Name vergessen ist". Er verlegt mit Messing verkleidete Pflastersteine im öffentlichen Gehweg vor dem letzten freiwillig gewählten Wohnhaus von Opfern des nationalsozialistischen Terrors. In die Messingplatte ist eingraviert "Hier wohnte", Name und Geburtsjahr, das Datum der Verhaftung beziehungsweise Deportation und das Sterbe- oder Ermordungsdatum. Wer die Inschrift lesen will, macht mit dem Neigen seines Kopfes eine Verbeugung vor dem Opfer.

Am 7. Dezember 2004 beschloss der Ausschuss für Bürgerbeteiligung, Völkerverständigung und Integration der Stadtverordnetenversammlung der Landeshauptstadt Wiesbaden einstimmig auf Initiative von SPD und Bündnis 90/Die GRÜNEN einen Antrag zur Unterstützung des Projekts "Stolpersteine" des Kölner Künstlers Gunter Demnig.

Die ersten Wiesbadener "Stolpersteine" wurden am 13. April 2005 durch den Künstler im Westend verlegt. Seit 2006 liegt die Verantwortung für Organisation und Recherche der Stolperstein-Verlegungen beim "Aktiven Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V.", unterstützt durch das Stadtarchiv und das Hessische Hauptstaatsarchiv sowie den Städtischen Bauhof.

Wie sehr das Stolperstein-Projekt in Wiesbaden angekommen ist, zeigt sich in der Anzahl der verlegten "Stolpersteine": 21 Steine wurden 2005 verlegt, 48 Steine 2006, 2008 waren es 72 Steine und 2009 kamen weitere 142 dazu. Finanziert werden die Steine durch Patenschaften.

Gunter Demnig hat inzwischen mehrere Auszeichnungen für sein Werk erhalten, unter anderem im Oktober 2005 den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Im Dezember 2007 übereichte ihm der Wiesbadener Oberbürgermeister Dr. Helmut Müller im Wiesbadener Rathaus die Bürgermedaille der Landeshauptstadt.

Bei den "Stolpersteinen" muss sich die Information über das Leben der Opfer auf den Namen und wenige Daten beschränken. Das Aktive Museum Spiegelgasse stellt darüber hinaus in so genannten "Erinnerungsblättern" das Schicksal von jüdischen Familien oder Einzelpersonen aus Wiesbaden ausführlicher dar. Jeden Monat werden zwei dieser Blätter öffentlich präsentiert. Die Stelen mit den Vitrinen, in denen die Blätter aushängen, sind derzeit am Dreililienplatz, am Eingang zur Spiegelgasse aufgestellt; sie sollen später in die zentrale Gedenkstätte am Michelsberg integriert werden. Auch für die Erinnerungsblätter werden immer Paten zur Finanzierung gesucht.

Wenn man eine Patenschaft für Stolpersteine oder Erinnerungsblätter übernehmen möchten, sollte man sich an das Aktive Museum Spiegelgasse wenden.

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