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Kultur

Gedenken an Wiesbadener Sinti

Anlässlich des 75. Jahrestages der Deportationen der Wiesbadener Sinti fand am 8. März 2018 eine Gedenkstunde am Mahnmal in der Bahnhofsstraße statt.

Gegen das Vergessen - Gedenken zum 75. Jahrestag der Deportation der Wiesbadener Sinti: Vor 75 Jahren, am 8. März 1943, wurden die Wiesbadener Sinti zusammengetrieben, in Wagons der Reichsbahn verfrachtet und in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Die Sinti und Roma wurden gleichermaßen wie die Juden von den Nationalsozialisten ihrer Würde beraubt und zu "minderwertigem Leben" erklärt. Zwei Drittel der deutschen Sinti und Roma wurden die Nationalsozialisten ermordet.

Anlässlich des 75. Jahrestages der Deportationen fand am 8. März 2018 eine Gedenkstunde am Wiesbadener Mahnmal in der Bahnhofsstraße am Geschwister-Stock-Platz statt.

Es gibt keine Angehörigen der Minderheit, die vom Völkermord nicht betroffen sind. Die Jüngeren sind die die Kinder und Enkel der Überlebenden, die den Todesfabriken entkommen und die vor der rassistischen Verfolgung fliehen konnten. Die Eltern und Großeltern haben ihre Angehörige und Freunde verloren, in Auschwitz und den anderen Lagern. Sie haben Leid erlebt, dass weit über die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft hinausgeht. Während in der Nachkriegszeit die Untaten oftmals geleugnet wurde, gerechtfertigt oder aus Gleichgültigkeit überhaupt nicht zur Kenntnis genommen wurden, freut sich der Verband Deutscher Sinti und Roma, dass an diesem Tag gemeinsam mit der Landeshauptstadt und der Wiesbadener Öffentlichkeit den verfolgten Menschen gedacht wird.

Am 8. März 1943 wurde die Bahnhofstraße für 119 Wiesbadener Sinti und Roma zum Weg in unfassbares Leid und unvorstellbare Schrecken – sie wurden durch die Stadt zum Bahnhof und von dort in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Am Mahnmal in der Bahnhofstraße gedenken alle Anwesenden 75 Jahre später gemeinsam dieser Gräueltaten und verneigen sich vor den Opfer der Nazi-Verbrechen. Das Mahnmal wurde 1992 eingeweiht und soll, heute wieder mehr denn je, ein deutliches Zeichen für Haltung und Rückgrat, Hinschauen und Einmischen, Mitgefühl und Solidarität sein.

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Mahnmal für die deportierten und ermordeten Wiesbadener Sinti und Roma. wiesbaden.de / Foto Stadtarchiv
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