Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Kultur
Wo bin ich?
  1. Startseite
  2. Kultur
  3. Stadtgeschichte
  4. Gedenkorte
  5. Gedenkstätte Michelsberg
  6. Gedenken Reichspogromnacht

Gedenkstunde Reichspogromnacht

Wiesbaden gedachte am Montag, 9. November 2015, an der Gedenkstätte Michelsberg, dem Standort der zerstörten Synagoge, wieder der Opfer der Reichspogromnacht.

Die hessische Landeshauptstadt und die Jüdische Gemeinde Wiesbaden hatten gemeinsam alle Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich am Montag, 9. November 2015, um 19 Uhr auf dem Grundriss der Gedenkstätte Michelsberg, dem Standort der ehemaligen Synagoge, zu versammeln, um an die Reichspogromnacht und an die Zerstörung der Synagoge, die vor 77 Jahren durch die Nationalsozialisten in Brand gesetzt wurde, zu erinnern.

Auch Wiesbaden wurde von den schrecklichen Ereignissen der Reichspogromnacht nicht verschont. Zwischen dem 7. und 10. November 1938 haben in ganz Deutschland Synagogen gebrannt. Auch jene in der Wiesbadener Innenstadt und in den Vororten wurden von NS-Verbrechen heimgesucht, geplündert und zerstört.

Die Ansprache für die Stadt Wiesbaden hielt 2015 Oberbürgermeister Sven Gerich.

"Anstoß zum Erinnern - Szene am Michelsberg"

Umrahmt wurde das Programms durch Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Geschichte der Carl-von-Ossietzky-Schule Wiesbaden und Jugendliche des Jugendzentrums "Oz" der Jüdischen Gemeinde Wiesbaden mit dem Beitrag "Verlesen von Maßnahmen der Nationalsozialisten, die zur systematischen Entrechtung, Vertreibung und Vernichtung der jüdischen Bevölkerung geführt haben" und der Entzündung von Gedenkkerzen für die Opfer der Shoah.

Der Wiesbadener Rabbiner Avraham Nussbaum hielt einen Vortrag zu Psalm 23 und sprach das Gebet "El Male Rachamim". Die "Kaddisch", ein weiteres wichtiges Gebet des Judentums, sprach Dr. Jacob Gutmark von der Jüdischen Gemeinde.

Gedenkstunde zur Reichspogromnacht - Judenverfolgung in Wiesbaden

Um an die Reichspogromnacht und an die Zerstörung der Synagoge am Michelsberg durch die Nationalsozialisten zu erinnern, laden die Landeshauptstadt Wiesbaden und die Jüdische Gemeinde jedes Jahr alle Bürgerinnen und Bürger zu einer Gedenkstunde an der ehemaligen Synagoge am Michelsberg ein. Den Opfern der Reichspogromnacht am 9. November 1938 wird in Ansprachen und Reden, durch Lesungen, das gemeinsame Gebet und Kranzniederlegungen am Mahnmal gedacht.

Auch Wiesbaden wurde von den schrecklichen Ereignissen der Reichspogromnacht nicht verschont. Zwischen dem 7. und 10. November 1938 haben in ganz Deutschland Synagogen gebrannt. Auch jene in der Wiesbadener Innenstadt und in den Vororten wurden von NS-Verbrechern heimgesucht, geplündert und zerstört. Gleiches ist etlichen jüdischen Einrichtungen, Häusern und Geschäften widerfahren. Reichsweit sind über 30.000 jüdische Männer verhaftet und zumeist wochen- und monatelang in den Konzentrationslagern Dachau, Sachsenhausen und Buchenwald inhaftiert worden.

Bereits Ende Oktober 1938  waren nachweislich etwa 80 Wiesbadener Juden nach Polen abgeschoben worden. Weitere Verfolgungen, Deportationen, Folter und Ermordung folgten in den Monaten und Jahren danach. Im Jahr 1933 waren in Wiesbaden 3.000 Menschen jüdischen Glaubens beziehungsweise jüdischer Herkunft registriert. Kurz nach dem Einmarsch der Amerikaner lebten hier nur noch etwa 20 Menschen jüdischer Herkunft.

Während der zentral gesteuerten, dann schönfärberisch "Reichskristallnacht" genannten, antisemitischen NS-Gewaltaktion sind viele jüdische Bürger brutal misshandelt und einige ermordet worden. Wieder einmal zeigte das Nazi-Regime sein brutales Gesicht - in ganz Deutschland.

Heute wird die Zahl der noch lebenden Zeitzeugen, die durch ihre Person authentische Auskünfte über das Leid und die Verfolgung geben können, immer kleiner.

Umso wichtiger wird, die Erinnerung an die Verbrechen der Nazi-Diktatur mahnend wach zu halten und dafür Sorge zu tragen, dass die Erinnerung an diese dunkle Zeit in der Geschichte nicht zwischen den Seiten dicker Geschichtsbücher verschwindet, sondern für alle Zeiten als Mahnung gegen Menschenverachtung, gegen Antisemitismus - von wem und aus welchem Grund auch immer - und gegen Gewalt gegen Menschen wach gehalten wird.

Anzeigen