KZ-Gedenkstätte "Unter der Eichen"
Die KZ-Gedenkstätte "Unter den Eichen" befindet sich auf dem Gelände des früheren KZ-Außenkommandos "Unter den Eichen". Dieses Außenkommando gehörte zum SS-Sonderlager Hinzert im Hunsrück in der Nähe von Hermeskeil. Die Gedenkstätte ist in einem Schutzbunker untergebracht, den die Häftlinge einst für ihre SS-Bewacher hatten bauen müssen.
Das Lager "Unter den Eichen" war errichtet worden, nachdem sich seit 1942 die alliierten Luftangriffe auf das deutsche Reichsgebiet verstärkt hatten. Die SS sah sich gezwungen, für ihre Dienststelle sichere Unterkünfte am Stadtrand zu errichten. Jürgen Stroop, Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark mit Sitz in Wiesbaden, forderte zu deren Bau Häftlinge aus dem SS-Sonderlager Hinzert an. Die ersten Häftlinge trafen im Frühjahr 1944 ein. Das KZ "Unter den Eichen" bestand aus fünf einfachen Holzbaracken und war von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Durchschnittlich 100 Häftlinge waren im Lager untergebracht. Die meisten von ihnen waren Luxemburger, aber auch Niederländer, Franzosen sowie ein Belgier und ein Deutscher waren dort inhaftiert.
Das Lager wurde von Polizeikräften bewacht, bei ihren auswärtigen Arbeitseinsätzen waren die Inhaftierten jedoch der SS unterstellt.
Das KZ bestand bis zum 23. März 1945. An diesem Tag wurden die Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch in Richtung Friedberg kommandiert. Dort gelang ihnen in Gruppen die Flucht. Einige der Häftlinge hatten sich bereits in Wiesbaden von diesem Marsch absetzen können und bei hilfsbereiten Deutschen Unterschlupf gefunden, bis sie am 28. März von den Amerikanern befreit wurden.
Die KZ-Gedenkstätte "Unter den Eichen" befindet sich in einem ehemaligen Befehlsbunker der SS. Hier fanden SS-Leute und Wachmannschaften auch Schutz vor Bombenangriffen. Den Häftlingen blieb dieser Bunker hingegen bei Angriffen versperrt, sie mussten in Splittergräben notdürftigen Schutz suchen. Bei einem Bombenangriff am 18. Dezember 1944 kamen auf diese Weise sechs Luxemburger Häftlinge ums Leben.
Die Dauerausstellung im Innern des Bunkers gliedert sich in folgende thematische Schwerpunkte:
- Die Geschichte des Geländes "Unter den Eichen"
- Wiesbaden als Standort der SS
- Das Wiesbadener KZ-Außenkommando
- Die Okkupation Luxemburgs
- Das SS-Sonderlager Hinzert
In der Ausstellung werden zahlreiche Fotografien und Dokumente gezeigt, auch Holzschnitte, die von ehemaligen Häftlingen angefertigt wurden. Sie vermitteln ein sehr authentisches Bild der damaligen Verhältnisse, das durch die bedrückende Atmosphäre im Innern des Betonbunkers noch unterstrichen wird.
Öffnungszeiten: Mai bis Oktober samstags von 14 bis 16 Uhr, Führungen nach Vereinbarung, Telefon: 0611 / 31-4291 und 31-3219
Literatur: Im Stadtarchiv wie auch in der Gedenkstätte ist eine Broschüre erhältlich: Bärbel Maul, Axel Ulrich: Das KZ-Außenkommando "Unter den Eichen". Herausgeber: Magistrat der Landeshauptstadt Wiesbaden - Stadtarchiv. 6. Auflage Wiesbaden 2001
Anfahrt mit dem Auto: Über die Platter Straße zum Nordfriedhof, an der Ampel links abbiegen, Unter den Eichen, in der Linkskurve rechts abbiegen.Vom Dürerplatz über die Albrecht-Dürer Straße, die Van-Dyck-Straße und die Schützenstraße, in der Rechtskurve links abbiegen.
Mit dem Bus: Linie 3 bis zur Endhaltestelle "Unter den Eichen" und Linie 6 bis zur Endhaltestelle "Nordfriedhof"



