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KZ-Gedenkstätte "Unter den Eichen"

Konzeption und Gestaltung: Dr. Bärbel Maul und Titus Grab, Auftraggeber: Kulturamt der Landeshauptstadt Wiesbaden, Einweihung: 9. November 1991, Carl-von-Ibell-Weg.

Die Einrichtung befindet sich auf einem Gelände in unmittelbarer Nähe des früheren KZ-Außenkommandos "Unter den Eichen". Dieses gehörte organisatorisch zum SS-Sonderlager Hinzert im Hunsrück in der Nähe von Hermeskeil. Die Gedenkstätte ist in einem ehemaligen Befehlsbunker untergebracht, den die Häftlinge für ihre Bewacher hatten bauen müssen.

Das KZ-Lager war errichtet worden, nachdem sich seit 1942 die alliierten Luftangriffe auf das deutsche Reichsgebiet drastisch verstärkt hatten. Die SS sah sich folglich gezwungen, für ihre Dienststellen besser geschützte Ausweichquartiere am Stadtrand zu errichten. Jürgen Stroop, Höherer SS- und Polizeiführer Rhein/Westmark mit Sitz in Wiesbaden, forderte hierfür Häftlinge aus dem SS-Sonderlager Hinzert an. Die ersten trafen im Frühjahr 1944 ein. Das recht kleine KZ "Unter den Eichen" bestand lediglich aus fünf einfachen Holzbaracken und war von einem Stacheldrahtzaun umgeben. Maximal 100 Häftlinge waren dort interniert. Die meisten von ihnen waren Luxemburger, aber auch Niederländer, Franzosen sowie ein Belgier und ein Deutscher waren darunter.

Das Lager unterstand der SS und wurde von Polizeikräften bewacht.

Im Befehlsbunker fanden SS-Leute und Polizeiwachmannschaften Schutz vor Luftangriffen. Den Häftlingen blieb dieser hingegen grundsätzlich versperrt. Sie mussten in solchen Fällen in Splittergräben Schutz suchen. Bei einem Bombenangriff kamen am 18. Dezember 1944 infolgedessen sechs Luxemburger Häftlinge ums Leben.

Das KZ bestand bis zum 23. März 1945. An diesem Tag wurden die Häftlinge auf einen Evakuierungsmarsch in Richtung Frankfurt kommandiert, um dort erschossen zu werden. Der zuständige Kommandoführer, ein Polizeileutnant, widersetzte sich aber dem Befehl und ermöglichte den KZlern in der Nähe von Friedberg die Flucht. Einige Häftlinge hatten sich bereits in Wiesbaden absetzen können und bei hilfsbereiten Deutschen Unterschlupf gefunden, bis auch sie am 28. März von den Amerikanern befreit wurden.

Die Dauerausstellung gliedert sich in folgende thematische Schwerpunktbereiche:

  • Vorgeschichte des Geländes "Unter den Eichen"
  • Wiesbaden als Standort von NSDAP und SS
  • Das KZ-Außenkommando "Unter den Eichen"
  • Besetzung Luxemburgs und der dortige Widerstand
  • Das SS-Sonderlager Hinzert

Es werden dort zahlreiche Fotografien und Dokumente gezeigt, auch Holzschnitte, die von ehemaligen Häftlingen angefertigt wurden. Sie vermitteln ein authentisches Bild der damaligen Verhältnisse, das durch die bedrückende Atmosphäre im Betonbunker noch verstärkt wird.

Öffnungszeiten

Mai bis Oktober samstags von 14 bis 16 Uhr, Führungen nach Vereinbarung, Telefon: 0611 / 31-4291 und 31-3219.

Literatur

Im Stadtarchiv und in der Gedenkstätte ist die am Ende der Seite als PDF-Datei herunterladbare Broschüre in gedruckter Form erhältlich:

Bärbel Maul, Axel Ulrich: Das Wiesbadener Außenkommando "Unter den Eichen" des SS-Sonderlagers/KZ Hinzert. Herausgeber: Landeshauptstadt Wiesbaden, Kulturamt - Stadtarchiv. 8. Auflage Wiesbaden 2014.

Anfahrt mit dem Auto

Über Platter Straße zum Nordfriedhof, an der Ampel links abbiegen, Unter den Eichen, in der Linkskurve rechts abbiegen. Vom Dürerplatz über die Albrecht-Dürer Straße, die Van-Dyck-Straße und die Schützenstraße, in der Rechtskurve links abbiegen.

Anfahrt mit dem Bus

Linie 3 bis zur Endhaltestelle "Unter den Eichen" und Linie 6 bis zur Endhaltestelle "Nordfriedhof".

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