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Historismus in Wiesbaden

Wiesbaden ist ganz Stadt des 19. Jahrhunderts. Diese einmalige Entwicklung beruht auf der Tatsache, dass sich die heutige hessische Landeshauptstadt im Laufe dieses Jahrhunderts von einer bescheidenen Kleinstadt mit 2.500 Einwohnern im Jahr 1800 zu einer Großstadt mit 100.000 Einwohnern im Jahr 1905 gemausert hat.

Dieses ungewöhnliche Wachstum war konsequenterweise mit einer stürmischen Bautätigkeit verbunden. Es ist dem erstaunlichen Formenwandel und der Stilvielfalt des Historismus zu verdanken, dass diese Entwicklung nicht in einer monotonen Massenbauweise mündete, was bei schnell benötigtem Wohnraum rasch die Folge sein kann.

Wiesbaden hat sich natürlich im Laufe der letzten 100 Jahre weiterentwickelt und zeigt heute in der Stadt auch die architektonische Formensprache des 20. Jahrhunderts. Dennoch, da die Stadt mit Glück nur relativ gering beschädigt den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, präsentiert sie sich heute als bedeutendstes "Stadtdenkmal des Historismus in Deutschland" (Professor Gottfried Kiesow).

Dies hat die Stadtverordnetenversammlung und den Magistrat bewogen, sich um eine Eintragung in die Unesco-Liste des kulturellen Welterbes zu bemühen.

Mit einem "Jahr des Historismus" wurde 2007 mit zahlreichen Veranstaltungen auf die architektonische Bedeutung der Stadt hingewiesen und ihre Einwohner und Gäste gleichermaßen für die Bewerbung um die Aufnahme in die Unesco-Weltkulturliste sensibilisiert.


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