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27. Januar 2017: Erinnern an die Opfer

In Wiesbaden finden vom 14. Januar bis zum 8. Februar 2017 Veranstaltungen aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des Nationalsozialismus statt.

Mit zahlreichen Veranstaltungen wird in Wiesbaden vom 14. Januar bis 8. Februar 2017 aus Anlass des Gedenktages für die Opfer des NS-Regimes gedacht.

Kürzlich erst wurde feierlich der 70. Jahrestag der Annahme der Verfassung Hessens durch den Volksentscheid vom 1. Dezember 1946 begangen. In gut zwei Jahren wird dann die Verabschiedung des Grundgesetzes vor 70 Jahren und damit das ebenso lange Bestehen der Bundesrepublik Deutschland festlich gewürdigt. Die Demokratie war seitdem nicht wenigen Bedrängnissen ausgesetzt. Diese hat sie aber sämtlich mit Bravour gemeistert, vor allem wegen des Zusammenhalts der sie tragenden demokratischen Kräfte und dank deren Übereinstimmung in fast allen grundsätzlichen Fragen.

Seit geraumer Zeit registriert man jedoch mit großer Sorge das Anwachsen nicht nur rechtspopulistischer und rechtsextremistischer Wortmeldungen und Gewalttaten, sondern auch solcher minderheitenfeindlicher und rassistisch motivierter Art. Bereits vor 35 Jahren hatte eine breit angelegte sozialwissenschaftliche Studie des SINUS-Instituts konstatiert, "13 Prozent aller Wähler in der Bundesrepublik" verfügten "über ein abgeschlossenes rechtsextremes Weltbild". Dieser Personenkreis sucht mit Diffamierungen, Unwahrheiten und inakzeptablen Formen der politischen Auseinandersetzung auf sich aufmerksam zu machen. Die Resultate der jüngsten Wahlen sind Ausdruck dieser Verschärfung.

Begegnen kann man dem auch durch eine breit angelegte Bildungsoffensive zur Vermittlung der demokratischen Grundwerte. Unantastbarkeit und Wahrung der Menschenwürde zählen zu den obersten Verfassungsmaximen, nach der Verfassung des Landes Hessen wie auch nach dem Grundgesetz. Genauso gehört der Gleichheitsgrundsatz hierzu - alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich, egal welchen Geschlechts, welcher ethnischen, nationalen oder sozialen Herkunft sie sind und auch welcher religiösen oder politischen Überzeugung sie anhängen. Die Weitergabe des Wissens um die verfassungsmäßigen Grundwerte und der daraus resultierenden vielfältigen Vorzüge der Demokratie ist die Aufgabe nicht nur der Universitäten und der Erwachsenenbildungseinrichtungen. Sie setzt bereits im Schulunterricht ein. So kann ein solides Fundament gelegt werden für ein späteres verlässliches Eintreten für die Demokratie.

Den Aktivitäten zum Gedenken und Erinnern an die Opfer des NS-Regimes kommt hierbei nach wie vor eine eminent wichtige Bedeutung zu, ist doch die Vermittlung des entsprechenden historischen Faktenwissens über die damaligen entsetzlichen Zustände für jedwede Demokratie- und Menschenrechtserziehung unabdingbar. Gerade auch durch überparteiliche Zusammenschlüsse, durch Bündnisse und Initiativen kann dieses Wissen überzeugend in die Zivilgesellschaft kommuniziert werden. Hierfür können in Wiesbaden zum Glück seit etlichen Jahren schon viele gute Beispiele angeführt werden, insbesondere das "Bündnis für Demokratie", der Trägerkreis der Veranstaltungsreihe "Wir in Wiesbaden", die "Jugendinitiative Spiegelbild" des "Aktiven Museums Spiegelgasse" sowie die fach- und Koordinierungsstelle "Demokratie leben in Wiesbaden". Und selbstverständlich zählen hierzu – und dies seit nunmehr 18 Jahren – auch die Ausrichter der historisch-politischen Bildungsreihe "Erinnern an die Opfer" aus Anlass des 27. Januar, des nationalen wie internationalen Gedenktages für alle Opfer des NS-Regimes.


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