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Leben in Wiesbaden

Friedhof Sonnenberg

Flandernstraße
65191 Wiesbaden-Sonnenberg
  • besteht seit 1553
  • Fläche: 38.284 Quadratmeter
  • Busanbindung: Linie 18
  • Haltestelle: Friedhof Sonnenberg
  • Grabarten: Erdwahlgräber, Erdreihengräber, Urnenwahlgräber, Urnenreihengräber

Ursprünglich hatte Sonnenberg keinen eigenen Friedhof. Diejenigen, die östlich der Talstraße lebten, wurden auf dem Bierstadter Friedhof beigesetzt, diejenigen, die aus dem westlich der Talstraße gelegenen Ortsteil kamen, wurden in Wiesbaden beerdigt. 1552/53 wurde ein "Pesttoter" aus Sonnenberg von beiden Friedhöfen abgewiesen. Aus diesem Anlass hat Graf Phillip der Altherr von Nassau den Sonnenbergern zugestanden, einen eigenen Friedhof anzulegen. Der Friedhof wurde 1553 am heutigen Standort um eine bereits bestehende Kapelle herum angelegt. Der Ursprung dieser Heiligkreuz-Kapelle ist bis heute ungeklärt. Überreste des romanischen Stils geben Hinweise auf eine frühe Bauzeit, die Entstehung wird mindestens im 15. Jahrhundert vermutet. Die Heiligkreuz-Kapelle diente von 1620 bis 1685 als Pfarrkirche der ausnahmslos evangelischen Bevölkerung Sonnenbergs. Der Hintergrund dafür ist, dass die Thalkirche, erbaut 1429, Anfang des 30-jährigen Krieges bis zur Unbrauchbarkeit herunter gewirtschaftet war. Ein Bericht aus dieser Zeit teilt mit, dass vom Wind, der durch die Thalkirche blies, Hostien vom Altar gefegt wurden. 1609 wurde hier die erste Pfarrei für die ausschließlich evangelische Bevölkerung gegründet. Zuvor diente die Thalkirche ausschließlich dem Besitzer des Sonnenberger Hofgutes Johann von Nassau Sporkenburg und wurde von ihm unterhalten.

1685 stand die Thalkirche wieder restauriert zur Verfügung, so dass die Heiligkreuz-Kapelle nicht mehr genutzt wurde und dadurch verfiel. Man begann 1730 damit, die beschädigte Kapelle abzureißen. Für einen vollständigen Abriss fehlte jedoch das erforderliche Geld, so dass die Kapelle bis heute als Ruine erhalten blieb. Innerhalb dieser befindet sich eine Gruft, in der 1845 die Frau des Pfarrers Johann Heinrich Kurz, aus Weilburg stammend, beerdigt nachdem, nachdem sie bei der Totgeburt von Zwillingen gestorben war.

Höchstwahrscheinlich ist auch der Pfarrer selbst hier beerdigt. Auf das Grab der Pfarrersfrau weist ein Grabstein hin, auf dem jedoch der Name des Pfarrers selbst fehlt. Ende 2004 wurde die große Steinplatte über der Gruft geöffnet und man fand dort zwei weitere Särge, die bis zu 150 Jahre alt sein können und vermutlich erst nach der Beisetzung von Pfarrer Kurz in die Gruft gebracht wurden. Wer die Toten in diesen Särgen sind, ist nicht bekannt.

Der Sonnenberger Pfarrer und Heimatdichter Ottokar Schupp, nach dem eine Straße von Sonnenberg in Richtung Bierstadt benannt wurde, fand 1905 auf dem Sonnenberger Friedhof seine letzte Ruhestätte. Konrad Duden ist zwar am 1. August 1911 in Sonnenberg gestorben, wurde jedoch auf eigenen Wunsch im Familiengrab in Bad Hersfeld, wo er von 1876 bis 1905 als Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Hersfeld wirkte, beigesetzt. Konrad Dudens Frau Adeline und zwei Töchter fanden auf dem Sonnenberger Friedhof ihre letzte Ruhestätte.

Seitlich der Friedhofskapelle befinden sich Grabstätten von Lehrern der Konrad-Duden-Schule.

1934 wurde - von Glockengeläut begleitet - Pfarrer Rohr von der Trauergemeinde zu Grabe getragen. Als der Trauerzug gerade auf dem Weg zum Friedhof war, bekam die 1670 gegossene Glocke einen Sprung. Die Gemeinde entschied, die unbrauchbar gewordene Glocke ihrem Pfarrer auf das Grab zu setzen, wo sie heute noch zu sehen ist.

Auf dem Sonnenberger Friedhof können Patenschaften für denkmalgeschützte Gräber übernommen werden.

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