Fasanerie will dem Nerz auf die Beine helfen

Der Europäische Nerz kommt in die Fasanerie. | © wiesbaden.de


Der Europäische Nerz ist vom Aussterben bedroht. Er gehört zur Familie der Marder und lebt in der Nähe von natürlichen Gewässern. Früher war er vom Osten Spaniens bis an das Schwarze Meer verbreitet, doch die menschlichen Eingriffe in seinen natürlichen Lebensraum sorgte dafür, dass die Bestände in den letzten Jahren sehr stark dezimiert wurden. Besonders großflächige Waldrodungen und die Trockenlegung von Feuchtgebieten haben ihm den Lebensraum entzogen.

Die Zucht des Europäischen Nerzes ist schwierig und zeitaufwendig: Nerze sind strenge Einzelgänger, die auch in der Paarungszeit vorsichtig aneinander gewöhnt werden müssen. Außerdem wählen sie ihre Partner individuell aus. Wie langjährige Erfahrungen zeigen, ist eine größere Anzahl an Tieren an einem Ort daher unverzichtbar für den Erfolg. Aus diesem Grund hat der in Osnabrück ansässige "Verein zur Erhaltung des Europäischen Nerzes" eine spezielle "Verpaarungsstation" eingerichtet. Von dort werden tragende Nerzweibchen leihweise an Tierparks, Zoos und ähnlichen Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Auch in der Wiesbadener Fasanerie soll es bald eine Nerz-Anlage geben. Diese soll Kindern und Erwachsenen einen Einblick in die Lebensweise und den typischen Lebensraum dieses seltenen Tieres geben. Schon bald, nachdem das Nerz-Muttertier im naturnah eingerichteten Gehege eingezogen ist, bringt sie ihre Jungen zur Welt und kann von den Besuchern bei der Aufzucht beobachtet werden. Im Spätsommer, wenn die Jungtiere von der Mutter getrennt werden müssen, übernimmt der Verein die Tiere und wildert sie in einem speziell ausgesuchten Gebiet im Saarland aus. In den ersten Monaten des Jahres, wenn keine Nerze im Schaugehege leben, werden Frettchen eingesetzt und sorgen so für Leben in der Anlage.

Der Tierpark will einen Beitrag dazu leisten, gefährdete Tierarten zu erhalten und sie seinen Besuchern zeigen. Deshalb hat man ein Gelände von rund 200 Quadratmetern Größe ausgesucht, das durch Wassergräben und Glasscheiben einen ungestörten Blick in das Gehege ermöglichen. Viele Arbeiten können durch Eigenleistung durch den Förderverein und durch die Mitarbeiter erbracht werden. Das Baumaterial muss zugekauft werden, den Glas-, Wasser- und Wegebau können nur Fachfirmen ausführen. Rund 75.000 Euro wird das Projekt kosten.

Die Fasanerie soll durch das Nerzgehege noch attraktiver werden, denn die schönen Tiere sind sehr aktiv und können von Erwachsenen und Kindern gut beobachtet werden. Vor allem aber leistet man mit diesem Projekt einen Beitrag zur Erhaltung einer Tierart, die vom Aussterben bedroht ist. Deshalb hofft man in der Fasanerie, dass sich Sponsoren und Spender finden, die helfen das Projekt möglichst schnell zu realisieren.


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