Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Leben in Wiesbaden

Übergang Kindertagesstätte/Grundschule

Der Übergang der Kinder von der Kindertagesstätte in die Grundschule ist in den vergangenen Jahren verstärkt ins Blickfeld gerückt. Die besondere Bedeutung der frühen Bildung ist heute allgemein anerkannt.

Bildungsprozesse beginnen nicht erst mit der Schule und auch nicht in der Kindertagesstätte. Die Grundlagen werden in der Familie gelegt. Kindertagesstätte und Grundschule bauen darauf auf. Besonderes Augenmerk verdienen die Nahtstellen, an denen die unterschiedlichen Institutionen aufeinandertreffen. Sie sind so zu gestalten, dass jedem einzelnen Kind ein Anschluss in seinem individuellen Bildungsprozess möglich gemacht wird.

Um einen fließenden Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule für die schulpflichtigen Kinder und deren Eltern zu ermöglichen, beschloss im Februar 2005 die Stadtverordnetenversammlung in Wiesbaden, dass ein stadtweiter, träger- und einrichtungsübergreifender Standard zum Übergang vom Kindergarten in die Grundschule entwickelt wird, um die Bildungschancen der Kinder zu verbessern.

Vor diesem Hintergrund wurde im Oktober 2005 das Plenum „Übergang Kindergarten – Grundschule" gegründet, das in einem einjährigen Arbeitsprozess die „Wiesbadener Empfehlung zum Übergang von der Kindertagesstätte in die Grundschule" inklusive Arbeitsmaterialien entwickelt hat. Im Plenum und in Arbeitsgruppen haben neben Fachkräften aus dem Amt für Soziale Arbeit und dem Staatlichen Schulamt unter anderem Vertreter/-innen aus insgesamt 11 Grundschulen und 20 Kindertagesstätten verschiedener Träger in einem intensiven Arbeitsprozess produktiv zusammengearbeitet.

Im Januar 2007 konnte die in einem breiten Konsens der Fachkräfte erarbeitete „Wiesbadener Empfehlung" vorgelegt werden. Neben dem übergeordneten Rahmenziel gibt es drei abgeleitete Teilziele. Hierzu wurden insgesamt sieben Kooperationsstandards entwickelt. Grundvoraussetzung der Umsetzung dieser gemeinsamen Standards ist die Bildung von „Netzwerken" zwischen den Grundschulen und den Kindertagesstätten, die „ihre" Kinder dorthin „abgeben" (= Bezugseinrichtungen).

Damit hat die Stadt Wiesbaden die Idee der „Tandems" als Empfehlung des Hessischen Bildungs- und Erziehungsplans konsequent weiterentwickelt. Den Grundschulen sind im Durchschnitt drei bis vier Bezugskindertagesstätten zugeordnet. Die Schaffung lokaler Netzwerke mit gemeinsamen pädagogischen Projekten ist dabei ein sehr wichtiger Schritt zur Verbesserung der Kooperationsbeziehungen von Kindertagesstätte und Grundschule.

Im September 2007 hat die Stadtverordnetenversammlung mit einem Grundsatzbeschluss Mittel bereitgestellt, um konkrete Kooperationsprojekte finanziell zu fördern. Es wurde eine Stelle zur Koordination der Netzwerke eingerichtet, zum anderen wurden für gemeinsame pädagogische Netzwerkprojekte ebenfalls finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt. Von Seiten des Staatlichen Schulamtes wurde die Unterrichtsverpflichtung einer Lehrkraft um zwei Wochenstunden reduziert, um auch von schulischer Seite her die Netzwerkarbeit unterstützen zu können.

Die bereits spürbare Veränderung der Sichtweise in der Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen und Erziehern und Lehrerinnen und Lehrern beim Übergang von der Kindertagesstätte zur Grundschule hat dazu geführt, dass die gemeinsamen Zielsetzungen nachhaltig zugunsten der Kinder umgesetzt werden.

Anzeigen