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Leben in Wiesbaden

Woche der Brüderlichkeit 2018

Im Rahmen der "Woche der Brüderlichkeit" hat die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) Wiesbaden vom 11. bis 18. März 2018 zu Veranstaltungen unter dem Motto "Angst überwinden – Brücken bauen" eingeladen.

Motto: Angst überwinden – Brücken bauen

Auch in diesem Jahr fand deutschlandweit vom 11. bis 18. März 2018 die "Woche der Brüderlichkeit" statt - veranstaltet von der "Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit". Und auch in Wiesbaden gab es zahlreiche Veranstaltungen.

Flüchtlingskrise und islamistische Terroranschläge haben in weiten Teilen der Bevölkerung Verunsicherung ausgelöst, zu einem Gefühl der Bedrohung, zu Ängsten gegenüber dem "Anderen", dem "Fremden" geführt. Nationalistische Parteien und Organisationen nutzen diese Ängste, um den Hass gegen Flüchtlinge, Muslime und Juden, gegen alle, die angeblich die deutsche Kultur, die christlichen (?) Werte bedrohen, zu schüren. In dieser Situation forderte das Motto auf, die Angst, das Gefühl der Bedrohung einerseits ernst zu nehmen und andererseits durch Informationen und Begegnungen zu helfen, Ängste abzubauen und gemeinsam tatsächlichen Bedrohungen zu begegnen.

Eröffnung im Landtag

In der hessischen Landeshauptstadt stieg die Eröffnung am Sonntag, 11. März 2018, im Hessischen Landtag, Eingang Grabenstraße. Die Historikerin, Filmproduzentin, Drehbuchautorin und Dramaturgin Dr. Gabriela Sperl - Tannbach I und II, Mitten in Deutschland: NSU, Die Flucht - setzte sich mit der Frage auseinander, welche Bedeutung dem Medium Film im Hinblick auf den Umgang mit gesellschaftspolitisch relevanten Themen, mit dem Motto der Woche der Brüderlichkeit zuzuweisen ist. Konkretisiert wurden ihre theoretischen Überlegungen mit der Vorführung von Teasern zu dem von ihr mit jungen Regisseurinnen und Regisseuren aus verschiedenen europäischen Ländern produzierten Spielfilmprojekt "Love, Europe". Die Filmkunst, das Bewegtbild kann grenzübergreifend Brücken bauen, Menschen emotional verbinden und ihnen die Werte offener toleranter Gesellschaften eindrücklich vermitteln, so Gabriela Sperls Überzeugung.

Vortrag Professor Dr. Johannes Heil

In seinem Vortrag am Dienstag, 13. März, im Haus an der Marktkirche setzte sich Professor Dr. Johannes Heil, Rektor der Hochschule für Jüdische Studien Heidelberg, mit dem Motto der Woche der Brüderlichkeit aus christlich-jüdischer Sicht auseinander. Nach der Shoah ist ein langer Prozess der Selbstüberprüfung in Gang gekommen, zuerst mit christlichen Standortbestimmungen, die den Willen zu einer veränderten Sicht auf das Judentum erkennen ließen. Zuletzt sind von jüdischer Seite wegweisende Erklärungen formuliert worden. Der Vortrag zeichnet den langen Weg hin zum Dialog nach und unternimmt eine Bestandsaufnahme - wie tragfähig sind heute die Brücken, die da errichtet wurden? Dabei werden auch die weiterhin "offenen Baustellen" angesprochen werden.

Abend der Begegnungen

Im Mittelpunkt des traditionellen "Abend der Begegnung" in der Jüdischen Gemeinde am 15. März um 18 Uhr stand die "Zedaka" - die Wohltätigkeit. Anatoli Purnik von der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST) erklärte in seinem Vortrag die Grundlagen für das jüdische Verständnis von Wohltätigkeit und stellte deren Umsetzung dar. Nach der Besichtigung der Synagoge waren alle eingeladen, bei israelischem Wein und Speisen miteinander ins Gespräch zu kommen.

Abschluss mit dem Ensemble "Lumaka"

Das Konzert zum Abschluss der Woche der Brüderlichkeit fand am Sonntag, 18. März, um 16 Uhr im Roncalli-Haus statt. Auf neuen Wegen - Kompositionen des frühen 19. Jahrhunderts für Geige, Flöte und Harfe, aufgeführt vom Ensemble "Lumaka, Amsterdam" mit Jana Machalett - Querflöte, Saskia Viersen - Violine und Miriam Overlach - Harfe. Die Komponisten dieses Programmes haben in ihrem Leben neue Wege und Aufbrüche zu Neuem genommen oder - als Juden - nehmen müssen und in ihrem Komponieren verarbeitet. Oft gereist, umgezogen oder geflohen sind sie Globetrotter und Weltbürger ihrer Generation, vereinen Stile und Traditionen der Musik verschiedener Orte.

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Die Woche der Bründerlichkeit fand vom 11. bis 18. März 2018 statt. wiesbaden.de / Foto: GCJZ Wiesbaden
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