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Leben in Wiesbaden

Gesundheitsforum Mai

Das "Gesundheitsthema des Monats" wurde am Mittwoch, 24. Mai 2017, um 17.30 Uhr zum Thema "Ihr Recht als Patient" im Rathaus am Schlossplatz fortgesetzt.

Ihr Recht als Patient

Im Rahmen der nächsten Veranstaltung der "Verständlichen Medizin" drehte sich am Mittwoch, 24. Mai 2017, von 17.30 bis 19.30 Uhr im Rathaus am Schlossplatz alles um das Thema "Ihre Rechte als Patient – Pflegestärkungsgesetz, Vorsorgevollmacht, Betreuungs- und Patientenverfügung".

Die Bürokratie im Gesundheitssystem kann verwirrend und auch anstrengend sein. Anträge oder Formulare, die eigentlich dringend ausgefüllt werden sollten, werden immer wieder auf den nächsten Tag geschoben oder landen erst mal in der Schublade. Es ist jedoch wichtig, und sobald die bürokratischen Begrifflichkeiten wie Pflegestufen, Vollmachten, Betreuungs- und Patientenverfügung einmal erklärt wurden, fällt es nicht mehr so schwer, den "Papierkram" auszufüllen und sich damit auseinanderzusetzen.

Vollmachten werden für den Fall einer eigenen Entscheidungsunfähigkeit oder aufgrund körperlicher Gebrechen erteilt, bei denen man nicht mehr in der Lage ist, rechtsgeschäftliche Handlungen vorzunehmen. Eine Vollmacht wird einer Person des Vertrauens ausgestellt. Fällt diese Person aus irgendeinem Grund aus oder ändern sich Gesetze, so kann in einer schriftlichen Betreuungsverfügung eine Person benannt werden, die als Betreuer vom Betreuungsgericht eingesetzt wird.

Die medizinischen Möglichkeiten sind so weit entwickelt, dass Schwerstkranke lange Zeit künstlich am Leben erhalten werden können. Ärzte und Gerichte haben den Auftrag, Leben so lange wie möglich zu erhalten und hierfür alle Möglichkeiten auszuschöpfen. Sie dürfen nur bei einem nachvollziehbaren Willen des Patienten davon abweichen. Wem dies wichtig erscheint, der sollte den eigenen Willen in einer Patientenverfügung niederlegen. Bei einer Patientenverfügung geht es darum, den eigenen Willen für den Fall kundzutun, dass dieser nicht mehr eigenständig geäußert werden kann. Alle Vorsorgedokumente können nur höchst persönlich ausgestellt werden.

Mit der Umsetzung einer weiteren Stufe der Pflegereform hat sich für Betroffene und deren Angehörige zu Beginn des Jahres einiges geändert. Mit dem zweiten Pflegestärkungsgesetz wurden seit dem 1. Januar 2017 ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsverfahren eingeführt. Damit erhalten erstmals alle Pflegebedürftigen gleichberechtigten Zugang zu den Leistungen der Pflegeversicherung – unabhängig davon, ob sie an körperlichen Einschränkungen leiden oder an Demenz erkrankt sind.

Programm

  • Begrüßung: Dr. Kaschlin Butt, Amtsleiterin Gesundheitsamt
  • "Die wichtigsten Änderungen durch die Pflegestärkungsgesetze" - Jörg Bracke Landeshauptstadt Wiesbaden, Betreuungsbehörde
  • "Sie entscheiden, wer entscheidet - Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung" - Daniela Schädler, Landeshauptstadt Wiesbaden, Betreuungsbehörde
  • "Patientenverfügungen - Damit Ihr Wille geschieht!" - Dr. med. Bernd Wagner, Helios Dr. Horst Schmidt Kliniken und Birgit Burkard-Milde, Regionalleitung Recht, Helios Region Mitte-West
  • Moderation: Dr. Kaschlin Butt, Amtsleiterin Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt und der Praxisverbund Wiesbaden freuen sich über zahlreiche Besucherinnen und Besucher.

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