Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Leben in Wiesbaden

Sanierung Wandelhalle Herbert-Anlage

Kronprinzenstraße, 65183 Wiesbaden

Städtebaulicher Kontext

Gegenüber dem Wiesbadener Hauptbahnhof wurden ab 1931 die Reisinger-Brunnen-Anlage und ab 1937 die in Verlängerung gelegene Herbert-Anlage angelegt. Benannt sind die beiden denkmalgeschützten Gartenanlagen nach ihren Stiftern, den Wiesbadener Geschäftsmännern Hugo Reisinger und Adam Herbert.

Die Wandelhalle in der Herbert-Anlage wurde im Jahr 1937 vom Landschaftsarchitekten Friedrich Wilhelm Hirsch und Architekten Edmund Fabry errichtet. Es handelt sich um eine auf drei Seiten offene mit Säulen versehene Halle, die an der westlichen und nördlichen Innenwand mit einem sogenannten Sgraffito des Wiesbadener Malers und Architekten Karl Otto Hy ausgestaltet ist. Sgraffito ist die Technik zur Bearbeitung von Wandflächen durch die Auflage verschiedenfarbiger Putzschichten. Sgraffito zählt zu den Stucktechniken.

Planungs- und Bauaufgabe

Die Wandelhalle ist im Laufe der Jahrzehnte durch Witterungseinflüsse, Setzungen und die Vegetation in Mitleidenschaft gezogen worden. Außerdem wurde das Gebäude - insbesondere das Sgraffito - durch Vandalismus stark beschädigt.

Das Hochbauamt hat in Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde im Jahr 2010 eine restauratorische Voruntersuchung durch die Wiesbadener Restauratorin Andrea Frenzel anfertigen lassen, um den Aufwand zur denkmalgerechten Aufarbeitung des Sgraffitos besser abschätzen zu können.

Folgende Sanierungsarbeiten wurden umgesetzt, um die Bausubstanz instand zu setzen sowie den denkmalgerechten Zustand wieder herzustellen:

  • Neueindeckung des Schieferdaches und Instandsetzung der Fassaden.
    Das Dach war stark vermoost und wies einige Fehlstellen in der Dacheindeckung auf. Besonders die Trauf- und Firstdeckung aus Naturschiefer war beschädigt. Letztendlich musste die gesamte Schiefereindeckung erneuert werden. Die Fassade hatte Putzschäden; der Anstrich war verschmutzt und durch Graffiti verunstaltet. Die Putzschäden wurden ausgebessert und der Anstrich wurde erneuert.
  • Denkmalgerechtes Restaurieren des Sgraffitto durch eine fachgerechte Restaurierung.
    Teilweise waren Reliefteile abgeschlagen sowie durch Graffiti verunstaltet. Ziel war es, den Originalzustand aus dem Jahr 1937 wieder herzustellen. Die Schönheit der Darstellung der Entführung der Europa durch Zeus in Gestalt des Stieres war vorher nicht mehr zu erkennen. Geschützt wird das Wandrelief nun durch ein Verbundsicherheitsglas.
  • Instandsetzen der Holzdecke.
    Die historische Holzvertäfelung hatte Fehlstellen; einige Hölzer waren durch die Feuchtigkeit verzogen sowie gerissen. Sie wurden ausgebessert und der Anstrich erneuert.
  • Instandsetzen und Teilerneuern der Beleuchtung.
    Durch Beschädigungen waren einzelne in die Holzdecke eingelassene Leuchten nicht mehr funktionsfähig. Sie wurden durch moderne LED-Technik erneuert. Hinzu kam eine Ergänzung der Beleuchtung an der Fassade aussen und innen im Bereich des Sgraffittos, damit dieses abends besser zur Geltung kommt.
  • Sanierung des Metallgeländers.

Alle Maßnahmen wurden in enger Abstimmung mit der Unteren Denkmalschutzbehörde des Stadtplanungsamtes durchgeführt.

Daten und Fakten

Projektgesamtkosten:
Brutto (KG 100 - 700)
98.000,00 Euro
Planungsbeginn: Oktober 2010
Bauzeit: 6 Monate
Fertigstellung: September 2011
Bauherr: Grünflächenamt
Projektleitung: Hochbauamt – Joachim Chrometzka
Architekt: Hochbauamt – Joachim Chrometzka
Fachplanung Elektro: Hochbauamt – Arno Schmidtgunst
Quellenverzeichnis, Bilder + Zeichnungen: Hochbauamt


Anzeigen