Tag des offenen Denkmals

Er findet diesmal am Sonntag, 8. September, statt, das Motto lautet 2013: "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmäler".
Tag des offenen Denkmals 2013. | © wiesbaden.de

Der nächste Tag des offenen Denkmals findet bundesweit am Sonntag, 8. September 2013, statt. Das Motto lautet in diesem Jahr "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale?" Ab sofort können sich alle, die ihr Denkmal am Tag des offenen Denkmals für andere zugänglich machen wollen, beim hessischen Landesamt für Denkmalpflege anmelden. Wie immer ist das Motto nicht verbindlich. Die Veranstalter freuen sich über alle Anmeldungen. Wer sich bis zum 31. Mai anmeldet, wird automatisch in der Denkmalzeitung aufgenommen. Alle späteren Anmeldungen können auf der ausführlichen, ständig aktualisierten Übersicht im Internet eingesehen werden.

Die Aufforderung, sich mit der Geschichte auseinander zu setzen

Gibt es überhaupt bequeme Denkmäler? Und muss ein Denkmal schön sein? Wie steht es etwa mit den Hinterlassenschaften des Nationalsozialismus, dürfen sie als unliebsame Schandflecke der Geschichte einfach abgerissen werden oder sind sie Teil einer Erinnerungskultur, die man nicht aus dem Blick verlieren darf? Mit diesen Fragen wurde die öffentliche Informationsveranstaltung zum Motto des "Tages des offenen Denkmals 2013" in eröffnet. Man verwies auf die Berliner Mauer, die im Zuge der Wende abgerissen worden sei und derzeit als Relikt der DDR Schreckensherrschaft in Teilen rekonstruiert werde, um auch nachfolgenden Generationen einen bleibenden Eindruck zu vermitteln. Das diesjährige Motto ist in erster Linie die Aufforderung, sich gründlich mit der Geschichte auseinander zu setzen.

Unbequeme Denkmäler verlangen Erklärungen

Auch das bauliche Erbe der 1960-er und 70-er Jahre sei unbequem, denn es spreche das allgemeine, öffentliche Schönheitsempfinden genauso wenig an wie Industriedenkmäler. Oft sei die dauerhafte Erhaltung notwendige Frage der Nutzung nicht geklärt. Beide bedürften erklärender Erläuterungen und Menschen, die sich für sie einsetzten, denn Schönheit soll dabei kein Kriterium sein. Auch diese Gebäude sind Zeugnisse der Geschichte und verdienen es, dass man ihren Denkmal- und Erinnerungswert dokumentiert und vermittelt.

Der Tag des offenen Denkmals

Der Tag des offenen Denkmals ist der deutsche Beitrag zu den "European Heritage Days", einer vom Europarat und der Europäischen Union unterstützten Aktion. Die bundesweite Koordination des Tages des offenen Denkmals hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz übernommen. In Hessen wird der Tag des offenen Denkmals seit 1989 vom Landesamt für Denkmalpflege organisiert, das von den unteren Denkmalschutzbehörden und zahlreichen Initiativen und Vereinen unterstützt wird. Hessenweit nutzten 2012 über 170.000 Bürger das Angebot von über 500 Gemeinden, Fördervereinen, Initiativen und Denkmaleigentümern. Bundesweit waren 2012 mehr als 4,5 Millionen Besucher in 2.600 Städten und Kommunen unterwegs zu 7.500 geöffneten Denkmälern.


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