Geschichte
Die Geschichte Schiersteins lädt zu einem Spaziergang durch die Jahrhunderte ein: Von Zeugnissen aus der jungsteinzeitlichen, römischen und fränkischen Zeit über die Herrschaft der Grafen von Nassau und dem Einfluss von Kirchen und Klöstern, führt der Weg bis hin zur rasanten Entwicklung der Industrialisierung in diesem Stadtteil. Doch auch die Zerstörungen der Nationalsozialisten und die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung gehören in Schierstein zum traurigen Erbe des 20. Jahrhunderts. Mit dem Neuaufbau nach 1945 und der Schaffung von neuem Wohnraum sowie dem hohen Freizeitwert von Hafen und Rheinuferlandschaft, wurde der Stadtteil zu einem beliebten Wohn- und Ausflugsort.
Die Autoren Brigitte Streich, Anja Schuhn und Axel Ulrich haben die wesentlichen Etappen der Geschichte Schiersteins recherchiert und aufbereitet.
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Die Geschichte Schiersteins reicht weit in die Vergangenheit zurück, wie jungsteinzeitliche, römische und fränkische Funde beweisen. Spektakulärstes archäologisches Zeugnis ist die Jupitergigantensäule aus dem Jahr 221 nach Christus.
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Keiner jener Grundbesitzer konnte aus seinen Rechten die alleinige Hoheit über den Ort ableiten. Dies sollte erst den Grafen von Nassau gelingen, die seit dem zwölften Jahrhundert Schierstein in ihre Herrschaft Wiesbaden eingliederten.
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Eine wichtige Zukunftsinvestition für die heimische Wirtschaft war Mitte des 19. Jahrhunderts der Bau des Hafens. Wegen des fehlenden Gleisanschlusses blieb dieser aber vorerst der Flößerei, der Fischerei und der Binnenschifffahrt vorbehalten.
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An die Verfolgung der jüdischen Bevölkerung Schiersteins erinnert eine Gedenkanlage: Sie wurde 1968 an der Stelle errichtet, wo sich die am 10. November 1938 von Nationalsozialisten geschändete und zerstörte Synagoge befunden hat.
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Zu den Aufgaben des Aufbau-Ausschusses gehörten die Organisation der Lebensmittelversorgung, die Wohnraumbeschaffung, der Aufbau einer provisorischen Arbeitsvermittlung sowie die Unterstützung von US-Militärregierung und Stadtverwaltung.
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Zu den drängendsten Aufgaben der Nachkriegszeit gehörte die Schaffung neuen sowie die Restaurierung alten Wohnraums, zumal auch in Schierstein etliche Heimatvertriebene, Flüchtlinge und weitere Zuzügler unterzubringen waren.
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In Schierstein befindet sich der Heimathafen einer faszinierenden Vielfalt von Motoryachten und Segelbooten. Der hohe Freizeitwert des Hafengeländes und der Rheinuferlandschaft wurde 1967 mit der Dyckerhoff-Brücke noch gesteigert.
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Historische Aufnahmen vermitteln anschauliche Bilder vom Leben im Stadtteil: Dazu gehören das Rheinschwimmbad aus dem Jahre 1903, die zerstörte Synagoge oder Schnappschüsse von der Arbeit in der "Rheingauer Schaumweinkellerei".
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