Umwelt-Tipp Oktober 2011

Jetzt wird es Zeit Winterquartiere für Igel & Co. im heimischen Garten einzurichten.
Jetzt Winterquartiere für Igel & Co. einrichten. | © wiesbaden.de

Die Tage werden kürzer, die Temperatur geht stetig zurück und allmählich wird es Zeit den Garten für den Winter zu rüsten. Bis zum ersten Frost stehen jetzt zahlreiche Pflegearbeiten an, um die Pflanzen für den Winter fit zu machen und so den Grundstein für eine erfolgreiche Gartensaison im kommenden Jahr zu legen.

Wer dabei nicht nur die Pflanzen, sondern auch die heimische Tierwelt "winterfit" machen möchte, sollte den Garten im Herbst allerdings nicht allzu gründlich aufräumen. Da sich ab jetzt mehr und mehr Kleintiere und Insekten wie Igel, Fledermaus und Marienkäfer auf die Suche nach einem geeigneten Winterquartier machen, sind geschützte Schlupfwinkel gefragt. Ein naturnah gepflegter Garten bietet hier zahlreiche Überwinterungsmöglichkeiten und ist eine wichtige Überlebenshilfe für viele Tierarten.

So wird der Garten zu einer beliebten Überwinterungsstätte für Igel & Co.

  • Natürliche Grundstücksbegrenzungen anlegen
    Kleinmaschige Zäune versperren Kleintieren den Zugang zum Garten. Günstiger sind Begrenzungen mit Gartenhecken aus Wildsträuchern, die zudem gute Unterschlupfmöglichkeiten bieten.
  • Stauden und Gräser erst im Frühjahr zurückschneiden
    Viele Insekten benötigen zum Überwintern hohle Stängel, Blattachsen und Blütenreste von Stauden und Gräsern, so zum Beispiel Schmetterlingsarten wie der Schwalbenschwanz, der als Puppe an einem Pflanzenstängel angeheftet überwintert. Verblühte Stauden und Gräser sollten daher bis zum Frühjahr stehen bleiben.
  • Morsche Äste und hohles Baumholz stehen lassen
    Zahlreiche nützliche Insekten wie Wildbienen und Hummeln, überwintern in morschem Holz von alten Ästen oder Baumstümpfen. Gerne nehmen sie hier horizontal ins Holz gebohrte Löcher als Besiedlungs-Starthilfe an. Astlöcher und Baumhöhlen von alten oder abgestorbenen Baumstämmen sind bei Kleintieren wie Siebenschläfer oder Haselmaus als winterlicher Unterschlupf beliebt.
  • Laub-Reisig-Haufen anlegen
    Laub, abgeschnittene Äste und Gestrüpp sollten im Herbst nicht entsorgt, sondern zusammengesammelt und in einer ruhigen Gartenecke oder unter Büschen zu einem Laub-Reisig-Haufen angehäuft werden. Igel, Spitzmaus und andere Kleintiere richten sich dort gerne ihr Winterquartier ein. Zitronenfalter, Marienkäfer, Tausendfüßler und Spinnen schätzen die geschützten Hohlräume ebenfalls.
  • Holzstöße aufschichten
    Wind- und regensicher an Hausfassaden aufgeschichtete Holzstöße sind ein beliebter Rückzugsraum für Fledermäuse.
  • Steine aufhäufen
    Locker angelegte Steinhaufen, so zum Beispiel am Teich, bieten Fröschen, Lurchen und Blindschleichen Unterschlupfmöglichkeiten.
  • Geräteschuppen nicht zu dicht verschließen
    Viele Tiere finden im Geräteschuppen ein wärmendes Winterquartier, unter anderem Fledermäuse, Siebenschläfer und zahlreiche Insekten.
  • Künstliche Überwinterungsstätten anbieten
    Vögel, Insekten, Igel und Fledermäuse nehmen auch gerne Nistkästen an, die Schutz vor Kälte und Feinden bieten. Bereits hängende Nistkästen sollten nach der Brutsaison gereinigt werden. Als "gezimmerte" Überwinterungsstätte für Insekten, wie Hummeln, Wildbienen, Schlupfwespen, Florfliegen und andere Nützlinge bieten sich so genannte Insektenhotels an. Diese können entweder selbst gebaut oder käuflich erworben werden. Bauanleitungen und Nistkästen sind im Umweltladen erhältlich.

Wichtig ist, dass ein einmal gebotenes Winterquartier nicht mehr verändert oder weggenommen wird, um die Tiere in ihrer winterlichen Auszeit nicht zu stören oder zu beeinträchtigen.


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