Pedelecs - rauf aufs Rad

Radfahren ist trendy, gesund und umweltfreundlich. So genannte Pedelecs unterstützen den Fahrer mit ihrem intelligenten Motor, wenn es bergauf geht.
E-Bikes können auch an so genannten E-Tankstellen betankt werden. | © wiesbaden.de / Foto: Klaus-Uwe Pacyna / pixelio.de

Radfahren ist trendy, gesund und umweltfreundlich, das weiß jeder. Immer mehr Menschen steigen deshalb immer öfter aufs Rad. Trotzdem liegt der Anteil der Radfahrer in den Städten durchschnittlich nur bei elf Prozent. Doch das kann sich ändern. Nach den Zielen des neuen nationalen Radverkehrsplan, der voraussichtlich Anfang 2013 in Kraft tritt, soll der Radverkehr durch fahrradfreundlich gestaltete Städte und eine bessere Vernetzung mit dem öffentlichen Nahverkehr deutlich gefördert werden. Wer dann mit einem Elektrofahrrad unterwegs sein wird, hat die Nase vorn. Das Rad wird immer häufiger das Auto auf dem Weg zur Schule oder zum Arbeitsplatz ersetzen.

Doch warum noch solange warten? Schon jetzt kann man mit einem guten Fahrrad flott unterwegs sein, erst recht mit einem Elektrofahrrad oder so genannten Pedelec. In der Stadt sind Pedelec-Radler auf Strecken bis zu neun Kilometern schneller am Ziel als Autofahrer. Steigungen und Gegenwind sind für sie ein Kinderspiel und Sprit und Kosten sparend sind sie obendrein.

Elektrofahrräder

Pedelecs besitzen einen Hilfsmotor, der anspringt, sobald man in die Pedale tritt. Über eine Gangschaltung kann die Stärke der Motorunterstützung reguliert werden. Ansteigende Strecken können so leichter bewältigt werden. Zusätzlich besitzen manche Modelle eine Anfahrtshilfe. Der Motor arbeitet mit einer Maximalleistung von 250 Watt. Ab einer Geschwindigkeit von 25 Kilometern in der Stunde schaltet sich der Motor von selber ab. Pedelecs gelten rechtlich als Fahrräder und sind deshalb zulassungsfrei. Das Tragen eines Helmes wird empfohlen.

S-Pedelecs - schnelle Pedelecs - haben einen Motor mit 300 bis 500 Watt. Er verstärkt die Tretkraft bis zu 45 Stundenkilometer. Neben der Trethilfe verfügt ein S-Pedelec über einen Mofa-Modus: Per Daumengas lässt es sich beschleunigen, ohne dass der Fahrer in die Pedale tritt. S-Pedelecs gelten als Kleinkrafträder. Um sie fahren zu dürfen, benötigt man ein Versicherungskennzeichen und eine Mofaprüfbescheinigung. Der Fahrer muss einen Schutzhelm tragen. Innerorts dürfen S-Pedelecs keine Radwege befahren.

E-Bikes sind bis zu 45 Stundenkilometer schnelle Elektrobikes. Sie sind mit tretunabhängigen Elektromotoren ausgerüstet. Sie fallen unter die Kategorie "Kleinkraftrad". Wer damit fahren möchte, braucht ebenfalls ein Versicherungskennzeichen, eine Mofaprüfbescheinigung und einen Schutzhelm. Radwege sowie die meisten Feld- und Waldwege sind für E-Bikes tabu

Energieverbrauch und Klimabilanz

Angesichts steigender Spritpreise ist das Pedelec im Nahverkehr die unschlagbare Alternative zum Auto. Während ein Klein-PKW auf 100 Kilometern Treibstoff im Wert von neun Euro schluckt (Spritpreis 1,50 Euro pro Liter, Verbrauch 6 Liter), zieht ein Pedelec für die gleiche Strecke nur eine Kilowattstunde Strom, die derzeit etwa 22 Cent kostet. Entsprechend gering ist der Ausstoß an Kohlendioxid (CO2). So verursacht ein Pedelec pro Kilometer je nach Herkunft des Stromes 4 bis 14 g CO2. Wird dann noch Ökostrom getankt, entstehen keine Klimagasemissionen. Ein PKW belastet dagegen pro Kilometer im Schnitt die Atmosphäre mit 190 Gramm CO2. Und noch ein Vorteil haben Pedelecs, denn dort wo sie gerade fahren, stoßen sie keine giftigen Abgase aus.

Fahrkomfort

Pedelecs eignen sich wegen des eingebauten Rückenwindes besonders für ältere Menschen und als Zugmaschine für Kinderanhänger. Wer regelmäßig bergige oder weitere Strecken fährt, wird sie ebenfalls zu schätzen wissen. Allerdings sind Pedelecs mit einem Gewicht zwischen 14 und 30 Kilo relativ schwer.

Antriebsart

Der Elektromotor treibt das Pedelec entweder direkt in Vorder- oder Hinterradnabe an oder indirekt über die Kette, wenn er in der Radmitte am Tretlager montiert ist. Alle drei Antriebsarten haben ihre Vor- und Nachteile: Nur wenn der Motor im Vorderrad sitzt, lässt er sich mit einer Rücktrittbremse kombinieren. Der Mittelmotor glänzt durch besonders ausgewogene Fahreigenschaften, erfordert aber einen längeren Rahmen. Der Hinterradmotor spielt seine Stärken aus, wenn es bergauf geht.

Akku

Elektrofahrräder sind überwiegend mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet. Ein Akku wiegt etwa drei Kilo und kann zum Laden meist abgenommen werden. Je nach Hersteller und Entladungsgrad muss er zwischen zwei und acht Stunden an die Steckdose. Damit die Akkus möglichst lange halten, sollten sie kühl, trocken und frostfrei gelagert werden. Hochwertige Akkus lassen sich bis zu 1000 Mal aufladen, allerdings nimmt die Kapazität nach 300 bis 500 Ladezyklen stetig ab. Nach spätestens fünf Jahren ist ein neuer fällig. Ein neuer Akku kostet zwischen 300 und 700 Euro.

Reichweite

Vollgeladen reicht die Kapazität eines Akkus für eine Fahrt zwischen 20 und 100 Kilometern, abhängig unter anderem vom Geländeprofil, dem Gewichte des Fahrers und der Intensität der Tretunterstützung. Bei längeren Touren ab 50 Kilometer ist die Mitnahme eines Zweit-Akkus und mobilen Ladegerätes in jedem Fall empfehlenswert. Im Winter kann die Akku-Leistung bei frostigen Temperaturen sinken. Ein hoher Reifenluftdruck und eine bewusste Schaltweise verlängern die Reichweite.

Kauftipps

Pedelecs sind deutlich schwerer als Fahrräder. Rahmen und Bremsen müssen deshalb höheren Belastungen standhalten. Die Stiftung Warentest rät zu Hydraulikbremsen. Zudem sollte die Verfügbarkeit von Ersatz-Akkus vom Hersteller möglichst lange garantiert werden. Bei abnehmbaren Akkus ist darauf zu achten, dass sie mit einem Schloss gesichert werden können. Die Beleuchtung sollte möglichst nicht durch den Akku, sondern per Dynamo mit Strom versorgt werden. Ein gutes Pedelec kostet zwischen 2.200 und 2.700 Euro. Wegen der besseren Serviceleistungen wird ein Kauf beim Fachhändler empfohlen.

Quelle: Umweltbriefe


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