Auf gute Nachbarschaft mit Wespen
Doch auch wenn Wespen wahre Plagegeister sein können, Schädlinge sind sie nicht. Sie erfüllen als Insektenfresser eine wichtige Funktion in der Natur indem sie Schadinsekten, wie Blattläuse und Mücken fangen. Außerdem beteiligen sie sich an der Blütenbestäubung und dienen darüber hinaus den Vögeln als Nahrung.
Es gibt viele verschiedenen Wespenarten. Einige von ihnen sind selten und daher besonders geschützt. So genießen zum Beispiel Hornissen durch die Bundesartenschutzverordnung einen besonderen Schutz. Wer Nester ohne Genehmigung zerstört oder umgesiedelt, dem droht eine Geldbuße.
Wirklich lästig sind von den in Deutschland verbreiteten Wespenarten nur zwei: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Beide zeigen eine Vorliebe, in dunklen Höhlen, also nicht in frei hängenden Nestern, zu nisten. Arten, deren Nester sichtbar sind – also freihängend im Gebüsch oder unter dem Schuppendach - sind von "unproblematischen" Arten, die weder lästig, noch aggressiv werden. Im Herbst stirbt das Wespenvolk samt alter Königin ab. Nur die jungen Königinnen überwintern und gründen im Frühjahr einen neuen Staat, indem sie wieder ein Nest bauen. Das alte Nest aus dem Vorjahr wird also nicht erneut besiedelt.
Für alle, die trotzdem einem Zusammenleben mit den schwarz-gelb gestreiften Tierchen skeptisch gegenüber stehen, hat die Umweltberatung einige Tipps zusammengestellt:
- Wer ein Nest in oder an seinem Haus entdeckt hat, sollte sich erst beraten lassen, bevor er mit Kanonen auf Wespen schießt. Fachleute können die Art bestimmen und die vom Nest ausgehende Gefahr richtig einschätzen. So wird verhindert, dass seltene und besonders geschützte Wespenarten aus Unkenntnis noch weiter dezimiert werden.
- Nester, die im Spätsommer von den Königinnen gebaut werden, sind zu dieser Zeit noch so klein, dass sie gefahrlos umgesiedelt werden können. Da die Maden noch nicht geschlüpft sind, sehen die Königinnen eine Umsiedlung nicht als Gefahr.
- Wird das Nest erst später entdeckt und ist der Insektenstaat schon erheblich gewachsen, sollte es nur bei einer tatsächlichen Gefährdung der Anwohner durch Fachleute umgesiedelt oder entfernt werden.
- Um Wespe und Mensch den Einsatz von Pestiziden zu ersparen, besser ökologisch arbeitende Schädlingsbekämpfer beauftragen. Sie sind am Berufsverbandsiegel des Vereins zur Förderung der ökologischen Schädlingsbekämpfung zu erkennen.
- Da in den zugebauten Stadtlandschaften Höhlen kaum noch zu finden sind, beziehen die Deutsche und die Gemeine Wespe gerne Rollladenkästen. Daher ist Wachsamkeit geboten, wenn eine Wespe regelmäßig den Rollladenkasten besucht. Wer frühzeitig die Ritzen verstopft, verhindert dass die Wespen eindringen können. Die Königin sucht sich dann einen anderen Nistplatz.
Informationen zu Wespen, Hornissen und Hummeln gibt es im Umweltladen und bei der Unteren Naturschutzbehörde unter der Rufnummer 0611 / 31-3734.



