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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Oktober: Heizen mit Holz

Der Umwelt-Tipp stand im Oktober unter dem Motto "Heizen mit Holz" und gibt wichtige Empfehlungen zum richtigen Heizen mit dem nachwachsenden Brennstoff.

Heizen mit Holz

Heizen mit Holz ist weiterhin sehr beliebt. Aus gutem Grund, denn Holzöfen erzeugen Behaglichkeit und sind preiswert im Betrieb. Zudem ist Holz ein nachwachsender Brennstoff, bei dem lange Transportwege entfallen. Wer mit Holz heizt, kann die heimische Wirtschaft unterstützen, schont endliche Ressourcen und schützt das Klima, denn beim Verbrennen von Holz wird nur so viel von dem Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) freigesetzt, wie es während des Wachstums in den Bäumen gespeichert worden ist. Nicht umsonst bezeichnet man Holz auch als "gespeicherte Sonnenenergie".

Holz nur trocken verbrennen

Holz ist ein umweltgerechter Brennstoff, wenn er richtig verwendet wird. Nur wenn feuchtes Holz oder behandelte Resthölzer verbrannt werden oder die Holzöfen alt und schlecht gewartet sind, entstehen beim Verbrennen unnötig viele Emissionen. Darunter sind Stickstoff- und Schwefeloxide, Salzsäure und Feinstaub. Feinstaub kann das Herz-Kreislauf-System belasten oder zu Bronchitis und Asthma führen und steht im Verdacht, Krebs auszulösen. Bei schlechter und unvollständiger Verbrennung können zudem Krebs erzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) in Asche und Abluft entstehen. Gerade in Ballungsräumen können Holzheizungen die Luftqualität verschlechtern. Außerdem kann bei schlechter Verbrennung giftiges Kohlenmonoxid und klimaschädliches Methangas entstehen, das 21 Mal stärker zur Erderwärmung beiträgt als die gleiche Menge Kohlendioxid.

Damit die Behaglichkeit im Wohnzimmer nicht zur Belastung der Außenluft führt, sollte Folgendes beachtet werden.

Das richtige Holz

Generell ist es wichtig, Holz aus der Region zu verwenden - denn weite Transportwege verursachen zusätzliche Umweltbelastungen. Das Holz soll lufttrocken - 15 bis 20 Prozent Wassergehalt - und naturbelassen sein. Holz ist lufttrocken, wenn es je nach Holzart mindestens zwei bis drei Jahre an der Luft vor Regen geschützt gelagert wurde. Es empfiehlt sich, Brennholz einige Wochen vor Gebrauch zur Nachtrocknung in beheizten Räumen zu lagern. Erst dann kann man sicher sein, dass der Heizwert des Holzes und der Wirkungsgrad des Ofens voll ausgeschöpft werden. An der feinen, weißen Asche erkennt man, dass eine saubere Verbrennung stattgefunden hat. Die Holzasche wird mit dem Hausmüll entsorgt.

Ungeeignet für die Verbrennung sind Behandeltes, beschichtetes oder lackiertes Holz, Abfälle wie Milchtüten oder andere beschichtete Pappen.

Moderne, emissionsarme Anlagentechnik

Die Technik und die Bauart des Ofenkörpers ist ein entscheidender Faktor. Während ein moderner Kaminofen einen Wirkungsgrad von über 80 Prozent erreicht, liegt dieser bei einem offenen Kamin unter zehn Prozent. Der offene Kamin ist zwar urgemütlich – aber nicht wirtschaftlich und umweltschonend. Der Wirkungsgrad eines offenen Kamins kann aber durch den Einbau einer Kaminkassette wesentlich verbessert werden. Moderne, emissionsarme Kaminöfen oder Kachelöfen, haben eine komfortable Steuerung, optimale Wärmeausnutzung, geringen Brennstoffverbrauch und ein gutes Emissionsverhalten. Sie erfüllen die Anforderungen der 1. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz in der Neufassung vom 10. März 2017.

Pelletöfen, eine bequeme Alternative

Einzelöfen können auch mit Holz-Pellets befeuert werden. Diese verbrennen schadstoffärmer als andere Holzbrennstoffe und sind wesentlich komfortabler. Ein Mikroprozessor steuert selbsttätig die Brennstoffzufuhr, die optimale Luftzufuhr und den gleichmäßigen Schornsteinzug. Wenn die Brennstoffzufuhr aus einem größeren Vorratsbehälter erfolgt, kann man mehrere Tage automatisch heizen. Es gibt die Öfen auch mit Wasserwärmetauscher. In diesem wird Heißwasser bereitet, das zum Heizen dann auch über Heizkörper im Haus verteilt wird. Über Kombispeicher kann die Wärme auch für Brauchwarmwasser zum Duschen oder Spülen genutzt werden kann.

Zentralheizungskessel

Wer nicht auf Komfort verzichten will, kann auch im Dauerbetrieb mit Holz heizen. Hier ist die vollautomatische Holzpellet-Heizung eine gute Lösung. Sie ist nahezu genauso bequem zu handhaben wie eine Öl- oder Gasheizung und lässt sich gut mit einer Solaranlage kombinieren. In den Sommermonaten übernimmt sie komplett die Warmwasserbereitung, so dass die Holzfeuerung nur im Winter gebraucht wird.

Auch ein Holz-Hackschnitzel-Kessel wird automatisch beschickt. Hackschnitzel benötigen allerdings einen größeren Lagerraum als Pellets und sind meist nur in größeren Leistungsklassen verfügbar. Scheitholzkessel werden per Hand bestückt und sind damit weniger komfortabel, aber preiswerter als Pellet-Anlagen. Scheitholz-Pellet-Kombikessel ermöglichen neben dem automatischen Betrieb auch die Nutzung von Scheitholz. Beim Kauf eines Zentralheizungskessels muss unbedingt auf die richtige Dimensionierung der Anlage geachtet werden. Daher ist es ratsam, sich von einem Energieberater, Schornsteinfeger oder Heizungsbauer beraten zu lassen. Er kann auch Auskunft zu möglichen Förderangeboten geben.

Tipps für die Wahl des geeigneten Ofens und Brennmaterials, Anleitungen, zum richtigen Heizen und Informationen zu den rechtlichen Rahmenbedingungen sind in der Broschüre "Heizen mit Holz" zu finden. Eine Beratung zu Heizungsanlagen bietet das Umweltamt jeden Mittwochnachmittag. Termine können im Umweltladen oder übers Umwelttelefon vereinbart werden.

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