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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Dezember: Palmöl vermeiden

In fast jedem zweiten Supermarktprodukt steckt Palmöl, die Gewinnung des Pflanzenöls verursacht enorme Umweltschäden. Der Umwelt-Tipp im Dezember zeigt wie gut es ist, dass es Alternativen gibt.

Draußen ist es nass und kalt. Was gibt es da Schöneres, als gemütlich bei einer Tasse Tee auf dem Sofa zu sitzen und ein paar Kekse oder ein Stück köstliche Schokolade zu knabbern? Damit wir mit unserem Wohlbehagen nicht zu einer der größten Umweltzerstörungen beitragen, sollten wir beim Einkauf Produkte mit umweltbelastendem Palmöl vermeiden.

Warum die Palmölgewinnung die Orang-Utans bedroht

In fast jedem zweiten Supermarktprodukt, wie zum Beispiel Schokolade, Fertigpizza oder Speiseeis befindet sich Palmöl. Im Gegensatz zu anderen Pflanzenölen ist Palmöl sehr preiswert und aufgrund seiner chemischen Eigenschaften vielseitig einsetzbar.

Die negativen Auswirkungen unsere Palmölbedarfs sind enorm: Riesige Regenwaldflächen müssen für die Palmölplantagen weichen – mit fatalen Folgen für Menschen, Tiere, die Pflanzenvielfalt und unser Klima.

Wie Sie mit Ihrer Kaufentscheidung den Regenwald schützen!

  • Kaufen Sie Produkte, die statt Palmöl Raps- oder Sonnenblumenöl enthalten. Solche Alternativen finden Sie zum Beispiel auf der Internetplattform utopia - Linklkiste am Ende der Seite.
  • Wenn Sie Produkte mit Palmöl kaufen, dann besser in Bio-Qualität oder zumindest RSPO-zertifiziert.
  • Kaufen Sie Produkte aus fairem Handel, denn das darin enthaltene Palmöl wird unter Fair-Trade-Bedingungen erzeugt.
  • Fragen Sie Hersteller, ob sie zertifiziertes Palmöl verwenden.
  • Kochen mit frischen unverarbeiteten Lebensmitteln bevorzugen.
  • Nutzen sie regionale Produkte.

Wissenwertes zur Palmölgewinnung

Um unseren riesigen Bedarf an Palmöl zu decken, werden vorwiegend in Indonesien und Malaysia, aber auch in Brasilien und einigen afrikanischen Staaten zahlreiche Ölpalmplantagen angelegt. Diese erstrecken sich nach Schätzung des Bund für Umwelt und Naturschutz weltweit auf rund 15 Millionen Hektar Fläche. Die Fläche Deutschlands beträgt im Vergleich dazu rund 35,7 Millionen Hektar. Für die Plantagen müssen Regenwald und Torfmoore in gigantischen Ausmaß weichen.

Indonesien ist weltweit führend in der Produktion von Palmöl. Schon jetzt hat es dafür 75 Prozent seines Regenwaldes verloren. Den Prognosen des Umweltprogramms der Vereinten Nationen zufolge werden bis zum Jahr 2022 98 Prozent der Wälder verschwunden sein und mit ihnen einzigartige Pflanzen- und Tierarten. Noch leben in Sumatra etwa 6000 Orang-Utans, doch in den letzten 20 Jahren verloren sie allein dort 40 Prozent ihres Lebensraums.

  • Regenwälder stehen vorwiegend auf Torfböden. Diese speichern sehr große Mengen des umweltschädlichen Kohlendioxids (CO2). Um Ölpalmen anpflanzen zu können, werden Wälder gerodet und trocken gelegt. Die gespeicherten Mengen an CO2 werden so freigesetzt und tragen massiv zum Klimawandel bei. Diese Zerstörung ließ Indonesien zum drittgrößten Treibhausgas-Emittenten der Erde werden.
  • Um immer neue Flächen für die Plantagen zu erschließen, wird oft die einheimische Landbevölkerung enteignet und von dem Land ihrer Vorfahren vertrieben.
  • Die riesigen Monokulturen sind sehr anfällig für Ungeziefer. Deshalb kommen dort hochgiftige Pestizide zum Einsatz, die in Europa teilweise schon lange verboten sind. Die Arbeiter auf den Plantagen versprühen die Chemiekalien oft ohne Schutz. Die Pestizide verunreinigen zudem das Trinkwasser und schädigen die dort lebende Bevölkerung, insbesondere die Kinder.
  • Ölpalmen können nur maximal 10 bis 15 Jahre genutzt werden. Danach hinterlassen die Plantagen vergiftete und ausgelaugte Böden.

Bio-Palmöl – eine Alternative

Bio-Palmöl, dass in Europa (EU) verkauft wird, muss die Anforderungen der EU-Bio-Verordnung erfüllen. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung, die langfristige Pflege des Bodens und die Nutzung vorhandener Flächen produzieren Bio-Plantagen deutlich weniger Treibhausgase und gefährden die Artenvielfalt weniger als konventionelle Plantagen. Sie bieten zudem auch Kleinbauern Chancen auf ein stabiles Einkommen. Allerdings ist "Bio" kein Garant für Sozialstandards.

Kann Palmöl nachhaltig sein?

Durch die rasante Ausbreitung der Ölpalmen-Plantagen und die damit einhergehenden Auswirkungen auf Natur, Mensch und Klima gibt es aus Sicht vieler Umweltverbände kein wirklich nachhaltiges Palmöl.

Es gibt Bestrebungen durch das Einführen von Siegeln Nachhaltigkeit beim Ölpalmenanbau zu etablieren. Zertifizierungssysteme sollen unter anderem gewährleisten, dass kein Primärregenwald gerodet wird. Die lokale Bevölkerung in den Anbauländern soll vom Anbau profitieren und an der sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung beteiligt werden. Das bekannteste Siegel ist das vom RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Öl). Inzwischen ist rund ein Fünftel der weltweiten Palmöl-Produktion RSPO-zertifiziert. Doch werfen viele Umweltorganisationen dem RSPO zu niedrige Standards vor.

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