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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Juli: So locken Sie nützliche Insekten in Ihren Garten

Insekten spielen eine wichtige Rolle in der Natur. Sie sind Bestäuber für viele Pflanzen und Nahrung für Vögel und andere Tiere. Doch sind sie nicht nur nützlich, sondern es sind zudem schöne und faszinierende Tiere, deren Schutz sich auch deshalb lohnt.

Über 60 Prozent aller bekannten Tierarten sind Insekten. Sie spielen eine unersetzliche Rolle für die Aufrechterhaltung ökologischer Zusammenhänge und damit auch für das menschliche Wohlergehen. Doch eine im Herbst letzten Jahres veröffentliche Studie zeigt für Deutschland, dass die Insektenbestände in den vergangenen 27 Jahren um 75 Prozent zurückgegangen sind. Um den Insektenschwund zu stoppen, braucht es eine Vielfalt an Lebensräumen mit naturnaher Gestaltung. Jede und jeder kann dazu direkt etwas beitragen, zum Beispiel im eigenen Garten.

  1. Ein Buffet für Insekten
    • Bei der Auswahl der Pflanzen für Garten und Terrasse sollten ungefüllt blühende Pflanzen bevorzugt werden. Diese sind als Bienenfutter besser geeignet als gefüllte. Pflanzen die zu verschiedenen Zeiten blühen, sichern den Insekten vom Frühjahr bis zum Herbst ein Futterangebot.
    • Der NABU stellt eine Liste geeigneter Pflanzen für jeden Standort auf seiner Internetseite zur Verfügung
    • Heimische Gehölze sind ein wertvoller Lebensraum für Nützlinge aller Art: An Weißdorn, Holunder, Schlehe oder Eiche leben über 400 verschiedene Insektenarten.
    • Wenn möglich, kann ein Teil des Gartens in eine Wildblumenwiese umgewandelt werden. Das hilft nicht nur den Insekten, sondern sieht auch schön aus.

  2. Lebenselixier Wasser
    Mit einem Teich im Garten entsteht für viele Insekten eine Lebensgrundlage. Während sich die einen ihr ganzes Leben im kühlen Nass aufhalten, verbringen andere nur ihr Larvenstadium dort. Nicht zu unterschätzen ist zudem die Bedeutung eines Teiches als Trinkstelle für Insekten wie Bienen, Hummeln und Schmetterlinge. Für sie eignet sich flache Wasserbereiche von circa einem Zentimeter Wassertiefe. Wer auf Fische im Teich verzichtet, bietet Insekten bessere Überlebenschancen.

  3. Wohnraum für Insekten schaffen
    Als Unterschlupf, Brutplatz und Überwinterungsmöglichkeit für Insekten dienen unter anderem Trockenmauern, Hecken und Totholz. Auch Pflanzenstängel sollten möglichst bis zum kommenden Frühling für überwinternde Insekten stehen gelassen werden. Herbstlaub, das liegen bleibt, dient als schützende Behausung für verschiedenste Kleinstlebewesen.

    Feuchter Lehm ist eines der wichtigsten Materialien zum Nestbau der Insekten. Mit der Anlage einer offenen Bodenfläche auf die Lehm, Ton oder Löss aufgebracht wird, kann man vielen Insekten unter "die Flügel" greifen.

    Wer die kleinen Krabbler darüber hinaus unterstützen will, kann im Garten Nisthilfen und weitere Unterschlupfmöglichkeiten anbringen. Diese können zum Beispiel im Umweltladen erworben oder selber gebaut werden. Bauanleitungen sind ebenfalls im Umweltladen zu finden oder auf der Internet-Seite des NABUs.

  4. Pestizide vermeiden
    Chemische Präparate belasten mit ihren oft schwer abbaubaren Inhaltsstoffen die Umwelt und können durch ihre unspezifische Wirkung Nützlingen und Schädlingen gleichermaßen schaden. Nehmen Schädlinge wirklich einmal überhand, helfen natürliche Mittel wie Schachtelhalmtee, Brennnesseljauche oder Schmierseifenlösung. Doch bevor man zu diesen Mitteln greift, kann man Schadinsekten auch erst einmal bis zu einem gewissen Grad tolerieren, da auch sie Nahrung für andere Tiere sind und ebenfalls zur Artenvielfalt beitragen.

  5. Lebensraum Komposthaufen
    Komposthaufen liefern nicht nur wertvolle Erde für die Beete, sie sind auch Lebensraum für viele bedrohte Insektenarten. Unter anderem sind die Larven von Großlaufkäfern, Nashornkäfern und Rosenkäfern im Komposthaufen zu finden.

  6. Licht aus!
    Künstliche Lichtquellen in der Nacht bedeuten für fliegende Insekten großen Stress und können sie sogar töten. Ein naturnaher Garten sollte daher dauerhafte oder automatische Lichtquellen unbedingt vermeiden.

  7. Insektenfreundlich einkaufen
    Pflanzen aus dem konventionellen Anbau werden auf den Feldern oft mit Pestiziden behandelt. Der ökologische Anbau kommt hingegen ohne Pestizide aus. Daher ist es sowohl für die Tiere, als auch für die eigene Gesundheit am sichersten, Bio-Produkte zu kaufen.

    Zudem kommen im Bio-Landbau tendenziell weniger große Monokulturen vor, als in konventionellen Betrieben. Monokulturen schränken das Nahrungsangebot und den Lebensraum von Insekten massiv ein. Auf Bio-Höfen gibt es außerdem in der Regel naturbelassene Landschaftselemente, wie zum Beispiel Hecken, Feuchtbiotope oder Streuobstwiesen. Diese können den Insekten als Lebensraum dienen. Daher sind auch Säfte von Streuobstwiesen eine gute Wahl!

  8. Aktion "Insektensommer" unterstützen
    Der NABU startet vom 3. bis zum 12. August zum zweiten Mal eine bundesweite Insektenzählaktion, bei der alle mitmachen können. Gezählt werden heimische Insekten. Die Ergebnisse werden dann unter der Seite des NABUs „Naturgucker“ gemeldet. Ziel der Aktion ist es, ein deutschlandweites möglichst genaues Bild von der Welt der Insekten in unseren Städten und ländlichen Regionen zu bekommen. Es geht darum, Häufigkeiten und Trends von Arten und Populationen zu ermitteln. Hilfe beim Bestimmen und Zählen bietet die neue App des NABUs: "Insektenwelt".

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