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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp März: Hilfe, der Buchsbaumzünsler!

Der Buchsbaumzünsler ist ein kleiner, unscheinbarer, nachtaktiver Falter. Er ist erst seit wenigen Jahren in Deutschland anzutreffen. Der Umwelt-Tipp im März zeigt wie man ihm auch ohne chemische Insektizide zu Leibe rücken kann.

Hilfe, der Buchsbaumzünsler!

Der Buchsbaumzünsler ist ein kleiner, unscheinbarer, nachtaktiver Falter. Er ist erst seit wenigen Jahren in Deutschland anzutreffen. Vermutlich wurde er mit billigen Buchs-Importen aus Asien eingeschleppt. Da die Tiere hier keine natürlichen Feinde haben, können sie sich explosionsartig vermehren. Vielen Gartenbesitzern sind sie deshalb ein Dorn im Auge. Die massenhaft auftretenden Raupen des Zünslers können ganze Sträucher in kurzer Zeit kahl fressen. Trotzdem ist es keine Lösung chemische Insektizide zu versprühen. Sie sind giftig für Biene und Mensch und schaden so Umwelt und Gesundheit. Stattdessen lohnt es, den Buchsbaum bereits im März in den Blick zu nehmen und auf Befall zu prüfen.

Entwicklung des Buchsbaumzünslers

Im zeitigen Frühjahr bei Temperaturen von circa sieben Grad verlassen die kleinen Raupen ihre schützenden Gespinste. Nicht größer als vier Millimeter, beginnen sie zu fressen. Schon nach kurzer Zeit sind sie gewachsen und deutlich an ihrer gelbgrün bis dunkelgrünen Farbe, den zwei schwarzen Längsstreifen und der schwarzen Kopfkapsel zu erkennen. Ein ebenso deutlicher Hinweis auf die Tiere sind die grünen bis schwarzen Kotkügelchen. Die nimmersatten Raupen treten vor allem im Buschinneren auf. Ab einer Größe von rund fünf Zentimetern verpuppen sich die Larven und liegen eingesponnen zwischen den Blättern. Anfang Juni schlüpft die erste Generation der weiß-braunen Falter. In ihrer kurzen Lebensdauer von rund acht Tagen legen sie neue Eier an der Blattunterseite ab. So können je nach Witterung ein bis zwei Generationen folgen. Die letzte Generation der Raupen überwintert im Jungstadium im Kokon, geschützt zwischen Blättern.

Buchsbaumzünsler bekämpfen

1. Rückschnitt

Befallene Pflanzen sollten bereits im März zurückgeschnitten werden, um Raupengespinste zu entfernen. Selbst ein starker Rückschnitt schadet der Pflanze in der Regel nicht. Darüber hinaus sollte der Strauch regelmäßig kontrolliert und gegebenenfalls weitere Gespinste und Raupen herausgeschnitten werden. Das Schnittgut in Tüten verpacken, luftdicht verschließen und über den Restmüll entsorgen.

2. Absammeln, Absaugen, Absprühen

Diese Maßnahmen sind sehr zeitaufwändig und versprechen bei mehreren Generationen pro Jahr nur mäßigen Erfolg. Zudem werden durch das Absaugen mit Staubsaugern und das Absprühen mit Hochdruckreinigern auch nützliche Kleininsekten geschädigt.

3. Einsatz von biologischen Insektiziden

Im April ab zirka 15 Grad Celsius können zur weiteren Bekämpfung der Raupen Spritzmittel auf der Basis des Bakterium "Bacillus thuringiensis" verwendet werden, sie wirken als Fraßgifte. Ebenso sind Neemöl-Produkte (oder auch Niemöl) empfehlenswert. Kommen die Raupen mit dem Öl in Berührung, sterben sie. In beiden Fällen empfiehlt es sich, die Mittel mit einem Drucksprühgerät auszubringen und die Pflanzen auch im Inneren tropfnass zu spritzen. Gegebenenfalls eine zweite Spritzung Ende Juni/ Anfang Juli wiederholen.

Alternativen zum Buchsbaum

Der Buchsbaum ist eine alte und beliebte heimische Gartenpflanze. Die Vorstellung, auf ihn zu verzichten, fällt schwer. Da der Schädling sich jedoch aller Voraussicht nach weiter ausbreitet, sollte nach Alternativen Ausschau gehalten werden. Hierzu zählen zum Beispiel: buchsblättrige Berberitze (Berberis buxifolia ), buchsblättrige Stechpalme (Ilex crenata) oder auch Liguster (Ligustrum vulgare ).

Natürliche Feinde

Als invasive Art hat der Buchsbaumzünsler in Deutschland bislang keine ernstzunehmenden natürlichen Feinde. Allerdings wurde inzwischen beobachtet, dass vereinzelt Vögel den Schädling als Futter entdecken. Das ist ein weiterer Grund konsequent auf chemische Insektizide zu verzichten. Nur so können die Vögel vor giftigem Futter geschützt werden.


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