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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Mai: So wird der Garten schneckenfest

Beim aktuellen Umwelt-Tipp im Mai des Jahres 2017 dreht sich diesmal alles um das Thema "So wird der Garten schneckenfest".

So wird der Garten schneckenfest

Egal ob mit Gehäuse oder ohne - unter den Gärtnern sind Schnecken unbeliebte "Gäste". Viele sehen in ihnen Schädlinge, die Gemüse- und Salatbeete kahl fressen. Doch nicht alle Schneckenarten richten tatsächlich Schaden an. So leben die meisten der heimischen Gehäuseschnecken, wie zum Beispiel die häufigen Bänderschnecken, überwiegend von welkem oder totem Pflanzenmaterial, von Früchten, Laub, Pilzen, Flechten, Knollen, Aas oder Kot. Die große Weinbergschnecke - die unter Naturschutz steht! - ist sogar ein Nützling im Garten, denn sie frisst auch die Eigelege der Nacktschnecken auf.

Unter den gehäuselosen Nacktschnecken gibt es aber tatsächlich einige gefräßige Gourmets die den Gärten als reich gedeckten Tisch ansehen. Eine Ansammlung "Spanischer Wegschnecken", "Gartenwegschnecken" oder "Ackerschnecken" kann in einer einzigen Nacht locker ein komplettes Salatbeet vertilgen. Diese Pflanzenschädlinge werden schnell zum Schrecken eines jeden Gärtners! Trotzdem sollte man bei der Schneckenbekämpfung berücksichtigen, dass auch diese Schnecken ein nützlicher Bestandteil der Lebensgemeinschaft im Garten sind: sie fressen verwesende Pflanzenteile und tote Tiere und helfen so bei der organischen Zersetzung und wertvollen Humusbildung!

Wie den unliebsamen Gästen zu Leibe rücken?

Die Liste der Rezepte gegen Schnecken ist groß, doch eine Erfolgsgarantie gibt es nicht. Manchmal muss man verschiedene Methoden ausprobieren, oft wirkt die Kombination mehrerer Maßnahmen am besten – und von manchen Praktiken ist eher abzuraten.

Natürliche Feinde

Ganz mühelos helfen die natürlichen Feinde der Schnecken bei der Bekämpfung. Ein naturnah gestalteter Garten lockt die Helfer an: von dichten Hecken aus starten Drosseln und Amseln zur Schneckenjagd. Alte Hölzer, Steine, Wurzeln oder Laubhaufen dienen Igeln, Spitzmäusen, Kröten und Blindschleichen als Unterschlupf.

Abwehrpflanzen

Es gibt Pflanzen, um die manche Schnecken einen großen Bogen machen. Dazu gehören gerb- und bitterstoffhaltige Pflanzen und Pflanzen mit ätherischen Ölen. Akelei, Bohnenkraut, Borretsch, Ehrenpreis (hohe Arten), Frauenmantel, Goldrute, Habichtskraut, Kamille, Katzenminze, Nelkenwurz, Phazelia, Ruprechtskraut, Salbei, Thymian und Storchschnabelgewächse können ringförmig um Gemüsebeete gepflanzt werden. Überhaupt ist die Mischkultur eine wahre Zauberformel im Kampf gegen Schnecken: in einem Potpourri angepflanzter Gemüsesorten verlieren die Schnecken schnell die Orientierung und damit auch ihre Zielstrebigkeit.

Richtig gießen

Wer abends gießt, lockt die nachtaktiven, feuchtigkeitsliebenden Schnecken an. Besser ist es, morgens mit der Kanne durch den Garten zu gehen – aber noch bevor die heiße Sonne alles gleich wieder verdunsten lässt.

Schneckenzäune

Schneckenzäune sind für die gefräßigen Tiere unüberwindbare Barrieren. Ein Schneckenzaun sollte ebenso tief im Boden stecken, wie er oben herausschaut. Der Trick dabei ist das kantige Profil mit zwei unüberwindbaren 30-Grad-Winkeln. Aber Achtung: Der schönste Schneckenzaun ist vergebens, wenn die miteingezäunten Schnecken nicht abgesammelt werden, diese können nämlich auch nicht mehr heraus!

Barrieren aus Sägemehl oder Branntkalk

Schutzringe- oder Streifen aus entfeuchtenden Materialien wie, Gesteinsmehl oder Branntkalk sind erst dann eine unüberwindbare Barriere, wenn sie mindestens 30 cm breit sind. Streifen aus Sägemehl müssen sogar mehr als einen halben Meter breit und mindestens fünf Zentimeter hoch sein um eine wirkungsvolle Abwehr zu bieten. Dafür wird nicht nur viel Platz, sondern auch Material notwendig - zudem nach einem Regenguss alles wieder erneuert werden muss.

Bierfallen

Becher gefüllt mit Bier locken die Schnecken an - fallen diese hinein, ertrinken sie. Doch nur ein geringer Teil der angelockten Tiere stürzt sich tatsächlich in dieses grausame Abenteuer, alle anderen widmen sich vielmehr den zarten Salatpflänzchen gleich nebenan – und im schlimmsten Fall, hat man die Schnecken aus Nachbars Garten gleich mit angelockt.

Kaffee und Kaffeesatz

Als Geheimtipp wird oft die Anwendung von Kaffee oder Kaffeesatz empfohlen. Die schädigende Wirkung des Kaffees ist wissenschaftlich erwiesen und der Einsatz daher nach Pflanzenschutzgesetz verboten. Die Giftstoffe wirken zu unspezifisch und daher auch auf andere, nützliche Organismen.

Einsammeln

Eine mühevolle, aber effektive Art ist es, selbst auf Schneckenjagd zu gehen und die Tiere einzusammeln. In der Morgendämmerung verstecken sich die Schnecken gerne unter Holzbrettern, Steinen, großen Pflanzenblättern oder ähnlichem. Von dort kann man sie dann ablesen. Doch wohin dann mit den Tieren? Sie woanders auszusetzen bringt unter Umständen andere Ökosysteme durcheinander, sinnvoll ist nur, sie abzutöten und über die Bio- oder Restmülltonne zu entsorgen.

Schneckenkorn

Die im Handel erhältlichen Fraßköder gibt es in unterschiedlicher Umweltverträglichkeit. Die meisten Mittel töten die Tiere, nachdem sie das Granulat gefressen haben. Aber leider nicht nur die vermeintlichen Schädlinge, sondern auch andere Schneckenarten die keine Schäden verursachen und sich sogar im Garten nützlich machen. Besser ist es, ganz auf den Einsatz von Schneckenkorn zu verzichten. Als Notfallhilfe können Präparate mit Eisen-III-Phosphat verwendet werden. Diese werden als am wenigsten umweltschädlich eingestuft, da der Wirkstoff ohnehin im Boden vorkommt und die Schnecken sich nach dem Verzehr ins Erdreich verziehen. Haustiere müssen nicht ferngehalten werden.


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