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Leben in Wiesbaden

Umwelt-Tipp Februar: Amphibien - Hilfe für Kermit und Co

Über die Hälfte der in Deutschland beheimateten Amphibienarten sind vom Aussterben bedroht oder in ihrem Bestand gefährdet. Welche Ursachen zu dem rasanten Artenschwund führen und wie man den Tieren helfen kann, erläutert der Tipp des Monats.

Amphibien: Hilfe für Kermit und Co

Viele kennen den Froschkönig, den mutigen Feuersalamander Lurchi oder den liebenswerten Frosch Kermit aus der Sesamstraße. Doch in der Natur sind diese Tiere immer seltener anzutreffen. Zunehmender Straßenverkehr und eine fortwährend intensivere Landwirtschaft sind nur ein Teil der Probleme mit denen die Amphibien kämpfen. Heute sind über die Hälfte der in Deutschland beheimateten Amphibienarten vom Aussterben bedroht oder in ihrem Bestand gefährdet. Um ihr Überleben zu sichern, brauchen sie Hilfe.

Wissenswertes über die Weltenwandler

Der Begriff Amphibien stammt aus dem Griechischen und bedeutet so viel wie „doppellebig“. Dies bezieht sich auf die Besonderheit der Tiere, sich in verschiedenen Lebensstadien oder je nach Jahreszeit im Wasser oder an Land aufzuhalten. Wer die Entwicklung des Froschlaiches über die Kaulquappe hin zum Frosch beobachtet, kann gleichzeitig einen Stück Evolutionsgeschichte mitverfolgen. Frösche, Kröten und Unken werden zu den Froschlurchen gezählt, Molche und Salamander zu den Schwanzlurchen.

Amphibien sind effiziente Schädlings-Vernichter. Sie fressen alles, was sie herunterschlucken können. Auf ihrem Speiseplan stehen unter anderem Insekten, Spinnen und Schnecken. Letzteres macht sie zu gern gesehenen Gästen im Garten.

Das Wandern ist des Lurches Lust?

Nur selten sind im direkten Umfeld der Laichgewässer geeignete Winterquartiere oder Lebensräume für die Lurche vorhanden. So müssen die Tiere regelmäßig auf Wanderschaft gehen, spätestens im März ist es soweit. Auslöser für die Wanderung sind die innere Uhr der Tiere sowie Nachttemperaturen über fünf Grad Celsius. Die zurückgelegten Strecken können dabei bis zu drei Kilometer betragen.

So lassen sich Amphibien aktiv schützen

  • Kröten über die Straße tragen! Amphibien müssen, um zu ihren Laichgewässer zu kommen, meist mindestens eine Straße queren. Schon bei einer Verkehrsdichte von 60 Autos pro Stunde werden 90 Prozent der wandernden Erdkröten überfahren.
  • Zuständige Naturschutzbehörde und die örtlichen Naturschutzgruppen über ungesicherte Straßen informieren, an denen viele Amphibien überfahren werden.
  • Amphibien aus Gruben und Schächten retten und derartige Zugänge verschließen.
  • Den eigenen Garten naturnah gestalten. Wildwuchs, ein Totholzhaufen aus Reisig und locker aufgeschichtete Ästen sowie Laubhaufen im schattigen Bereich dienen Amphibien als Versteck, Lebensraum und Winterquartier.
  • Heimische Stauden und Gehölze anpflanzen. Auch eine Wildblumenwiese bietet den Lurchen einen idealen Lebensraum.
  • Bei der Schädlingsbekämpfung im Garten zu natürlichen Methoden und biologischen Pflanzenschutzmitteln greifen.
  • Einen strukturreichen Gartenteich anlegen. Ab einer Fläche von 20 Quadratmetern kann er verschiedenen Amphibienarten als Laichgewässer dienen. Achtung! Keine Fische einsetzen, denn diese fressen den Laich der Amphibien.
  • Empfindliche Uferzonen vor Freizeitaktivitäten schützen. Gerade die Ufervegetation ist als Laichplatz für die Amphibien sehr wichtig.
  • Nahrungsmittel mit dem "Biosiegel" beziehungsweise dem Bio-Verbandszeichen kaufen. Die ökologische Landwirtschaft verzichtet auf chemische Spritzmittel, die für Amphibien eine der Hauptrückgangsursachen sind.
  • Gentechnikfrei genießen! Der Anbau gentechnisch veränderter Agrarpflanzen ist direkt verbunden mit dem massiven Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln.
  • Sich vor Ort stark machen für mehr naturnahe Lebensräume, den Erhalt natürlicher Kleingewässer und gegen die Landschaftszerschneidung durch Straßen sowie die Versiegelung von freier Landschaft. In einigen Regionen Deutschlands wurden bis zu 80 Prozent der Kleingewässer zugeschüttet beziehungsweise trockengelegt und so als Laichplatz und Lebensraum für Amphibien zerstört.

Broschüren rund um das Leben und den Schutz der Amphibien sind im Umweltladen erhältlich.


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