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Integration bleibt Daueraufgabe
Mit dem „Monitoring zur Integration von Migranten“ begleitet das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik seit vielen Jahren den Integrationsprozess in Wiesbaden. Anhand eines Bündels von Kennzahlen wird der Stand der Integration gemessen. Das aktuelle Monitoring belegt so manche Fortschritte, zeigt aber auch noch bestehende Defizite – und damit Handlungsbedarf - auf. Der ausführliche „Bericht 2017“ kann auf der Internetseite der Stadt unter http://www.wiesbaden.de/statistik im Bereich „Monitoringsysteme“ heruntergeladen werden.
Weit fortgeschritten ist die rechtliche Integration der in Wiesbaden lebenden Ausländerinnen und Ausländer: 73 Prozent verfügen über einen abgesicherten Aufenthaltsstatus, und rund die Hälfte erfüllt die aufenthaltsrechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung.

Auch bei der Integration in Bildung kann Positives vermeldet werden, und das schon ab dem Vorschulalter. Der Anteil der Kinder, die einen Kindergarten ausreichend lange besucht haben, liegt derzeit bei 90 Prozent. Der höchste Wert der letzten Jahre wurde 2011 erreicht (94 Prozent), seitdem hat die verstärkte Zuwanderung von Arbeitsmigranten und Geflüchteten sowie deren Familien die Quote wieder absinken lassen. Von den Schulanfängern mit Migrationshintergrund sprechen knapp drei Viertel gut bzw. sehr gut Deutsch – auch dieser Befund hat sich aufgrund der Neuzuwanderung in den letzten Jahren leicht verschlechtert.

Bisher stieg der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund, die ein Gymnasium besuchen, stetig: Er lag im Schuljahr 2016/2017 in der achten Jahrgangsstufe bei 29 Prozent und damit acht Prozentpunkte über dem Stand von 2009/2010. Ebenfalls 29 Prozent machten 2016 ihr Abitur (2010: 17). Diese Zuwächse sind erfreulich – aber immer noch bestehen große Unterschiede zu Schülerinnen und Schülern ohne Migrationshintergrund, von denen 55 Prozent die allgemeine Hochschulreife erlangen. Ohne Abschluss verließen im Jahr 2016 9 Prozent der jugendlichen Migranten die Schule, dagegen nur drei Prozent der Jugendlichen ohne Migrationshintergrund.

Die Bilanz zur Integration in den Arbeitsmarkt fällt gemischt aus: Die Erwerbsbeteiligung hat sich erhöht, vor allem bei den – immer noch seltener erwerbstätigen – ausländischen Frauen. Auch das Qualifikationsniveau der ausländischen Beschäftigten hat sich weiter verbessert. Verfügten beispielsweise 2007 nur 11 Prozent der ausländischen Beschäftigten über eine akademische Berufsausbildung, so waren es 2016 bereits 18 Prozent. Gleichwohl unterscheidet sich die Qualifikation zwischen ausländischen und deutschen Arbeitnehmern nach wie vor. Das ist auch eine der Erklärungen dafür, dass Ausländerinnen und Ausländer zwei- bis dreimal so häufig arbeitslos sind wie Deutsche. Ausschließlich in Minijobs arbeiten 15 Prozent der ausländischen und 12 Prozent der deutschen Beschäftigten.

Ergänzt wird das Monitoring wieder mit ausgewählten Ergebnissen der Bürgerumfrage „Leben in Wiesbaden“ aus dem letzten Jahr. Demnach finden die meisten sozialen Kontakte zwischen Wiesbadenern mit und ohne Migrationshintergrund im Freundes- und Bekanntenkreis statt, auch in der Nachbarschaft und am Arbeitsplatz, seltener dagegen in der Familie oder Verwandtschaft. Immerhin ein Sechstel aller Befragten pflegt persönliche Kontakte zu Flüchtlingen und Asylsuchenden. Das nachbarschaftliche Zusammenleben zwischen Zugewanderten und Einheimischen bewerteten 73 Prozent der Migranten mit „gut“ oder „sehr gut“; unter den Befragten ohne Migrationshintergrund fiel das Urteil mit 66 Prozent etwas verhaltener aus. 84 Prozent der Migranten leben gern in Wiesbaden, 74 Prozent fühlen sich hier heimisch.

Hintergrund:
In Wiesbaden leben derzeit rund 108 000 Menschen mit Migrationshintergrund; Neben 58 000 Ausländerinnen und Ausländern gehören dazu auch 50 000 Deutsche, deren Wurzeln im Ausland liegen (Eingebürgerte, Spätaussiedler, Kinder von Zuwanderern). Insgesamt beträgt der Migrantenanteil 37 Prozent und liegt in einzelnen Altersgruppen sogar noch wesentlich höher: Im Grundschulalter beispielsweise stammt mit 60 Prozent mehr als die Hälfte der Kinder aus Zuwandererfamilien. Von den 65-jährigen und älteren Wiesbadenern haben dagegen nur 19 Prozent einen Migrationshintergrund.
Die in Wiesbaden lebenden Migrantinnen und Migranten kommen aus insgesamt 172 verschiedenen Ländern. Die größte Gruppe stammt aus der Türkei (16848), die zweitgrößte (7308) hat ihre Wurzeln in Polen. In den letzten Jahren war das Zuwanderungsgeschehen vor allem geprägt von Zuzügen aus Rumänien und Bulgarien, seit 2015 auch von Geflüchteten aus Syrien, Afghanistan und anderen Krisengebieten. Derzeit kümmert sich die Landeshauptstadt Wiesbaden um rund 3800 Geflüchtete.

Für Rückfragen steht das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik, Telefon (0611) 315691, FAX (0611) 313962,
E-Mail amt-fuer-strategische-steuerung-stadtforschung-und-statistik@wiesbaden.de, zur Verfügung.

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Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
Tel.:
Fax.:
0611 31-3903
Für Fragen der Bürgerinnen und Bürger
Telefonzentrale Rathaus:

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