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Film, Veranstaltungen, Kultur
„sam - Stadtmuseum am Markt“ präsentiert „Menschliches Versagen“
Die Dokumentation „Menschliches Versagen“ des bekannten Regisseurs Michael Verhoeven, die das Stadtmuseum im Rahmen des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ zeigt, war ursprünglich für das Caligari geplant. Nun präsentiert das „sam –Stadtmuseum am Markt“ „Menschliches Versagen“ am Dienstagabend, 23. Oktober, um 19 Uhr im Marktkeller.
Die Sonderausstellung arbeitet die Firmengeschichte von Topf & Söhne aus Erfurt auf und legt einen Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit des Unternehmens mit der SS. Ein ziviler Betrieb belieferte Vernichtungs- und Konzentrationslager mit Verbrennungsöfen und bestückte Auschwitz mit Be- und Entlüftungsanlagen für die Gaskammern. Das Erschütternde dabei: Die Kooperation erfolgte ohne Zwang und allzu großen Profit. Die Ausstellung fragt nach Motiven und Handlungsspielräumen der Verantwortlichen und Beteiligten.

Ein ähnlich unverständliches Phänomen zeigt die Dokumentation „Menschliches Versagen“ auf. Michael Verhoeven dokumentierte hier 2008 das Vorgehen des SS-Staates im Umgang mit der jüdischen Bevölkerung. Die sogenannte Arisierung hatte zur Folge, dass Jüdinnen und Juden aus dem Berufs- und Alltagsleben gedrängt wurden. Mit dem Beginn der Deportationen der jüdischen Mitbürger begann dann der Ausverkauf ihres Hab und Guts sowie das Freiwerden von begehrten Wohnungen. Ihres finanziellen Vermögens letztlich enteignet, blieb für die Mehrheit von ihnen nur noch der Tod. Die deutsche Bevölkerung jedoch hatte nun Zugang zu günstigen Haushaltswaren, zu größeren Wohnungen und zu besseren beruflichen Positionen. Kaum einen Aufschrei gab es, die wenigsten beschwerten sich über die eigenen Vorteile, die sich aus der Judenverfolgung ergaben. Aktenberge unter anderem der Finanzämter belegen schwarz auf weiß das grausame Vorgehen und die Gier der Menschen. Namhafte Wissenschaftler wie die Politikwissenschaftler Dr. Götz Aly oder Prof. Dr. Wolfgang Dreßen stützen die Dokumentation mit ihren Forschungsergebnissen. Auch werden Stimmen von betroffenen Nachfahren gehört, sowohl von Seiten der Beraubten als auch der Profiteure der „Arisierung“. Ein sehr eindrückliches und sachliches Werk, das bei der Thematik ganz ohne dramatische Effekte auskommt und im Gedächtnis bleibt.

Michael Verhoeven ist Jahrgang 1938 und einer der wichtigsten politischen Regisseure in Deutschland. Viele seiner Filme behandelten Aspekte der NS-Zeit in Deutschland beispielsweise die Geschichte der Geschwister Scholl oder auch die Rolle der Soldaten in der Wehrmacht. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und lebt in München.

Der Eintritt für die Veranstaltung beträgt 5 Euro, ermäßigt 3 Euro.

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Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
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