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Veranstaltungen, Kultur
Vortrag im Stadtmuseum am Markt
Die Vortragsreihe im „sam - Stadtmuseum am Markt“ im Rahmen des Begleitprogramms zur aktuellen Sonderausstellung „Industrie und Holocaust: Topf & Söhne – Die Ofenbauer von Auschwitz“ findet ihre Fortsetzung am Dienstag, 20. November, um 19 Uhr. Dann spricht Dr. Johann Zilien über das Thema „Memory of the World: Die Akten und Tonbänder des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses auf dem Weg zum UNESCO-Weltdokumentenerbe“.
Die internationale Wanderausstellung aus Erfurt arbeitet die Firmengeschichte des Unternehmens Topf & Söhne auf. Hierbei liegt der Fokus vor allem auf der Zusammenarbeit mit der SS in den Jahren 1939 bis 1945. Diese wird anhand von firmeneigenen Schlüsseldokumenten, Akten der SS-Bauleitung und Verhörprotokollen aus Moskau bezeugt. Dank dieser Unterlagen lassen sich Entscheidungen der Geschäftsführung sowie beteiligter Ingenieure und Monteure nachverfolgen. Einzelne Arbeitsschritte werden sichtbar, aber nicht zwangsläufig verständlich. Denn Topf & Söhne leisteten mit ihrer Arbeit einen nicht unwesentlichen Beitrag zum Holocaust und die Leitung sowie einzelne MitarbeiterInnen machten sich zu Mitwissern und Mittätern. Auch wie es nach dem Krieg mit dem Unternehmen und den Hauptakteuren weiterging, können die BesucherInnen in der Ausstellung erfahren.

Mit seinen Programmpunkten im Begleitprogramm zur Sonderausstellung möchte das Stadtmuseum einen möglichst vielfältigen Blick auf Geschichte und Gegenwart richten. Der Vortragsabend am 20. November vereint beides: einerseits geht es um die juristische Aufarbeitung der NS-Vergangenheit und andererseits um die aktuelle Erkenntnis der gesellschaftlichen Relevanz dieser Aufarbeitung. Von 1963-65 fand in Frankfurt am Main der erste Auschwitz-Prozess statt. Die insgesamt 456 Aktenbände und 103 Tonbänder dieses legendären Strafprozesses werden seit den 1970er Jahren in Wiesbaden im Hauptstaatsarchiv aufbewahrt. Im letzten Jahr, am 30. Oktober 2017, hat die UNESCO entschieden, die Unterlagen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses mit in das Weltdokumentenerbe aufzunehmen. Damit sind sie Bestandteil des globalen Gedächtnisses; sie zählen zu jenen insgesamt 427 Dokumenten, die die UNESCO mit ihrem Memory of the World-Register (MoW) zu einem weltweiten Netz von herausragendem Kulturgut verknüpft hat. Dr. Johann Zilien ist am Hessischen Hauptstaatsarchiv in Wiesbaden als Historiker und Archivar tätig. Er war an dieser wichtigen Entwicklung beteiligt und beschreibt in seinem Vortrag den Weg, den das Hessische Landesarchiv bis zur Aufnahme der Unterlagen des ersten Frankfurter Auschwitz-Prozesses in das MoW-Register beschritten hat. Er arbeitet die Besonderheit dieses umfangreichen Dokuments heraus und schildert, wie den Anforderungen der UNESCO hinsichtlich des materiellen Erhalts und der weltweiten Verfügbarkeit Genüge getan wurde.

Dr. Zilien arbeitet seit 2002 als Archivar am Hessischen Hauptstaatsarchiv. Er studierte Geschichte, Politik und Kunstgeschichte in Gießen und Marburg. In seiner Wahlheimatstadt Wiesbaden engagiert er sich außerdem als Vorsitzender im Partnerschaftsverein für die Städtepartnerschaft zwischen Wiesbaden und der israelischen Stadt Kfar Saba.

Der Eintritt zum Vortrag beträgt fünf Euro, ermäßigt drei Euro.

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Herausgeber:
Pressereferat
der Landeshauptstadt Wiesbaden
Schlossplatz 6
65183 Wiesbaden
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