Ciné en vogue 2012

Die Filmreihe "Ciné en vogue" wird mit "Nur für Personal - Les femmes du 6ième étage" am 15. und 19. Februar um 20 Uhr, und am 18. Februar um 17.30 Uhr fortgesetzt.
Die Filmreihe "Ciné en vogue" wird mit dem Film "Nur für Personal - Les femmes du 6ième étage" fortgesetzt. | © wiesbaden.de / Foto: Filmverleih

Der französische Film hat im Caligari eine gewisse Tradition und so können sich die Gäste der FilmBühne auch 2012 auf schöne französische Filme freuen. Weiter geht es am 18. Januar mit "Faste auf Italienisch - L´Italien".

"Fasten auf Italienisch - L´Italien" am 18. Januar 2012 um 20 Uhr

Dinos Leben scheint perfekt: Traumfrau, Traumjob, alle lieben den lebenslustigen Italiener. Einziger Haken: er ist gar keiner. Dino Fabrizzi heißt in Wirklichkeit Mourad Ben Saoud. Weder sein Chef noch seine Freundin Hélène ahnen etwas von seinem Doppelleben. Seiner arabischen Familie in Marseille gaukelt Dino wiederum vor, in Italien Karriere zu machen. Als sein erkrankter Vater ihn bittet, den Ramadan an seiner Stelle zu begehen, beginnt die Fassade zu bröckeln. Denn für Mourad, den Araber, ist Fasten ja kein Problem. Für Dino, den Italiener, aber sehr wohl...

"Nur für Personal - Les femmes du 6ième étage" am 15. und 19. Februar um 20 Uhr, und am 18. Februar um 17.30 Uhr

Im Paris der 1960-er Jahre prallen zwei Welten aufeinander: die der feinen Leute und die der Dienstmädchen – ausschließlich Spanierinnen, denn französisches Personal ist schwer zu bekommen. Das stellen auch die Jouberts fest, als ihre langjährige Haushälterin kündigt. Sie stellen die junge, attraktive Maria ein, mit der sich Monsieur Joubert schnell anfreundet. Bald hängt der Haussegen deswegen schief, und so zieht Monsieur in die Dachkammern der 6. Etage. Hier wohnen die Dienstmädchen aus der ganzen Stadt und der feine Herr lernt ein ganz anderes Leben kennen. Eine wunderbare Komödie und Milieustudie und zugleich eine Liebeserklärung an Spanien und Frankreich. Grandiose Darsteller begeistern in diesem ebenso charmanten wie humorvollen und warmherzigen Film.

"I'm not a f***king Princess - My little Princess" am 14. März um 20 Uhr

Nach dem Paris der 1960-er Jahre führt der zweite Film der Ciné en vogue Staffel 2012 in das der 1970er: Hier versucht die Fotografin Hannah für sich und ihr Kind ein besseres Leben zu finden. Dazu beginnt sie, ihre Tochter als verführerisches Objekt vor der Kamera zu inszenieren und hofft so, zum Star der Pariser Kunstszene zu werden. Das gelingt – doch auf umstrittene Art und Weise mit immer freizügigeren Aufnahmen. Regisseurin Eva Ionesco wurde selbst in den 70ern durch die Fotografien ihrer Mutter als kindliches Aktmodell bekannt. Mit ihrem Regiedebüt erzählt sie von einer beschädigten Mutter-Tochter-Beziehung und wirft Fragen auf, die nicht zuletzt durch Kinder-Casting-Shows des Unterhaltungsfernsehens hochaktuell sind. In der Rolle der Mutter zeigt Superstar Isabelle Huppert einmal mehr eine grandiose Leistung.

"Kleine wahre Lügen - Les petits Mouchoirs" am 11. April um 20 Uhr

Raus aus Paris geht es im dritten Film der Staffel: Eine Gruppe von Freunden trifft sich jedes Jahr im Sommer an der südwestfranzösischen Atlantikküste. Noch in Paris landet einer von ihnen nach einem schweren Unfall auf der Intensivstation und kämpft um sein Leben. Doch trotz unterschiedlicher Meinung brechen die Freunde auch ohne den Verunglückten auf. Die außergewöhnliche Situation sorgt allerdings für einen außergewöhnlichen Urlaub. Die Fassade, hinter der sich jeder einzelne zu verstecken sucht, beginnt zu bröckeln. Mehr als fünf Millionen Zuschauer begeisterte diese mitreißende Komödie in Frankreich, die mit viel Witz, Ironie und Charme das sommerliche, konfliktreiche Wiedersehen der Freunde schildert.

"Poliezei - Polisse" am 16. Mai um 20 Uhr

Krimi oder Drama? Der in Cannes 2011 mit dem Großen Preis der Jury ausgezeichnete Film lässt sich schwer einordnen. Es ist ein beeindruckender Ensemblefilm, der den Alltag einer Einheit der Jugendschutzpolizei erzählt. Eine Geschichte von Opfern und Tätern, vor allem aber eine der Polizisten, die mit all dem zurecht kommen müssen. Nicht immer schaffen sie es, ihr Privatleben davon unbeeindruckt zu lassen. Begleitet werden sie von der Fotografin Melissa, gespielt von der Regisseurin selbst, die im Auftrag des Innenministeriums ein Buch über die Polizeiarbeit erstellen soll. Dies stößt bei den Polizisten zunächst auf Ablehnung, wird aber nach und nach akzeptiert. Atmosphärisch dicht, überaus spannend und rasant erzählt, entfaltet sich die Geschichte und zieht das Publikum geradezu in den Alltag der Polizisten hinein.

"Angèle und Tony - Angèle et Tony" am 13. Juni um 20 Uhr

Angèle und Tony lernen sich durch eine Kontaktanzeige kennen. Der Fischer Tony ist einerseits begeistert von der jungen, hübschen, lebenslustigen Großstädterin, andererseits ist ihm gleich klar, dass sie sich wohl kaum für ihn interessieren wird. Umso mehr überrascht ihn, dass Angèle trotz Abweisung hartnäckig bleibt und sich bei ihm einnistet. Tatsächlich kommen sich die beiden näher, auch wenn Tony spürt, dass sie ihm irgendwie nicht die ganze Wahrheit sagt. Und tatsächlich gibt es ein Geheimnis, das Angèle ihm zu verschweigen versucht... In der rauen Umgebung der Küste der Normandie wurde dieser Film inszeniert, der seinen Protagonisten ihre Kanten und Ecken lässt und er ist zugleich eine warmherzige und ergreifende Liebesgeschichte.

"Sarahs Schlüssel - Elle s'appelait Sarah" am 22. August um 20 Uhr

Paris im Jahr 1942: Sarah, ein zehnjähriges jüdisches Mädchen, wird mit ihren Eltern mitten in der Nacht von der französischen Polizei aus ihrer Wohnung geholt. Sie sollen deportiert werden. Verzweifelt schließt sie ihren kleinen Bruder in ihrem Geheimversteck hinter der Tapetentür im Schlafzimmer ein und verspricht, gleich wieder zurück zu sein. Den Schlüssel nimmt sie mit – ohne auch nur im geringsten zu ahnen, welche Katastrophe ihrer Familie und fast 20.000 weiteren verschleppten Pariser Juden bevorsteht. Ein sehr intensiver, bewegender Film, basierend auf den Nachforschungen einer amerikanischen Journalistin, die für einen Artikel die damalige Razzia recherchiert.

 


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