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Caligari FilmBühne

Tausendschönchen - kein Märchen

Am Montag, 18. März, steht um 20 Uhr im Caligari der Film "Tausendschönchen - Kein Märchen" im Original mit Untertiteln auf dem Programm. Vorab gibt es eine Einführung mit Filmwissenschaftler Andreas Rauscher.

In den 1960ern veränderten die neuen Wellen grundlegend das internationale Kino. Sie modernisierten die Sprache des Films, erkundeten dessen ästhetisches Potential und riskierten einen unverstellten Blick auf die Welt.

Am unmittelbarsten mit gesellschaftlichen Umbrüchen verbunden war die tschechische und slowakische Nová Vlna. In ihrer Absage an die Stereotypen des sozialistischen Realismus spiegelt sich die Aufbruchsstimmung des Prager Frühlings wider und erwies sich als vielseitigste und nachhaltigste aller Wellen. Mit "Tausendschönchen" schuf Věra Chytilová, die neben Miloš Forman, Jan Němec und Jiří Menzel zu den prägendsten Vertretern der Nová Vlna zählt, ein ebenso aufregendes wie anarchisches Spiel des Verderbens.

Ihre Protagonistinnen Marie I und II realisieren eine performativ-provokante Farce, die bis an die Grenzen des Mediums Film geht.
Der von Jonas Engelmann, Andreas und Josef Rauscher im Mainzer Ventil Verlag herausgegebene Band "Die Tschechische und Slowakische Neue Welle" dokumentiert in ausführlichen Porträts und thematischen Beiträgen das Filmwunder der 1960er, das mit dem Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts im August 1968 ein vorzeitiges Ende fand, dessen nachhaltige Wirkung und Faszination aber bis heute anhält.

CSSR 1966, 123 Minuten, FSK ab sechs