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Stadtlexikon Wiesbaden

Joseph-Baum-Haus

Das 1913 eröffnete Erholungsheim für Angestellte aus Handel und Industrie dient heute als Fortbildungsstätte.

Details

Als drittes neu errichtetes Erholungsheim für Mitarbeiter aus Industrie und Handel weihte die Deutsche Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime im Mai 1913 das „Kaiser-Wilhelm-Heim“ in Wiesbaden ein. Die Gesellschaft hatte das Grundstück, das sich rund 1,5 km vom Bahnhof Chausseehaus entfernt befand, vom Biebricher Magistrat erworben.

Der Neubau, den der Wiesbadener Architekt Paul A. Jacobi entworfen hatte, machte 1913 auf die Eröffnungsgäste äußerlich einen imposanten Eindruck; die Innenausstattung war jedoch eher bescheiden gehalten und sollte dem Geschmack und den Gewohnheiten der Angestellten und kleinen Kaufleute entsprechen. Im Erdgeschoss befanden sich neben einem Speisesaal für 200 Personen Gemeinschaftsräume wie ein Rauchsalon für Herren, ein Damenzimmer sowie eine Schreib- und Lesehalle, während in der oberen Etage die Wohnzimmer lagen.

Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges stellte die Gesellschaft das Heim für verwundete Soldaten aus Handel und Industrie zur Verfügung, so dass der Ferienbetrieb zum Erliegen kam. Erst in den 1920er-Jahren stiegen die Gästezahlen wieder stetig an, denn der Urlaub in den Erholungsheimen der Gesellschaft erfreute sich bei den Angestellten aus Handel und Gewerbe großer Beliebtheit.

Im Nationalsozialismus wurde die Gesellschaft für Kaufmannserholungsheime der NS-Organisation „Kraft durch Freude (KdF)“ zugeordnet und der „Deutschen Arbeitsfront“ unterstellt. Im Verlauf des Zweiten Weltkrieges wurde das Heim abermals als Lazarett genutzt und auch zwischen 1945 und 1949 diente es zunächst als Krankenhaus.

Erst 1949 konnte das damalige „Taunusheim“ seinen Betrieb als Erholungsstätte wieder voll aufnehmen. 1965 erhielt das Haus nach dem Kaufmann und Gründer der Kaufmannserholungsheime, Joseph Baum, seinen jetzigen Namen. Seit 1984 wird es als Fortbildungsstätte des hessischen Justizministeriums genutzt und ist Sitz des H.B. Wagnitz-Seminars.

Literatur