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Kolumne September 2018

"Besuch aus Kfar Saba"

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,

liebe Freundinnen und Freunde unserer schönen Stadt,

ich freue mich sehr darüber, dass uns im September wieder eine Reisegruppe aus unserer israelischen Partnerstadt Kfar Saba besucht. Die Beziehungen unserer beiden Städte gehen auf die frühen 1970-er Jahre zurück, als das Wiesbadener Jugendamt und das Beit Berl College erste Kontakte aufnahmen. Verschiedene Kontakte beider Städte gipfelten 1980 in einem Besuch einer Wiesbadener Delegation. Dabei signalisierte der damalige Bürgermeister von Kfar Saba, Zeev Geller, seine Bereitschaft zu einer offiziellen Verbindung beider Städte. Nach der Verabschiedung der entsprechenden Beschlüsse trat der Partnerschaftsvertrag 1981 nach der ersten gemeinsamen Unterzeichnung in Kfar Saba in Kraft. Die Gegenproklamation fand am 25. Mai 1983 in Wiesbaden statt. Es war der frühere Oberbürgermeister, Minister und Bundesverfassungsrichter a.D., Professor Hans-Joachim Jentsch, der die Städtepartnerschaft zwischen Wiesbaden und Kfar Saba ganz entscheidend vorangetrieben hat.

Kfar Saba, aus einer kleinen landwirtschaftlichen Siedlung entstanden, wurde im Jahr 1903 gegründet. Heute zählt Kfar Saba mehr als 100.000 Einwohner. Viele der jungen Familien tragen als Gastfamilien mit dazu bei, dass der Ursprungsgedanke dieser speziellen Form der Bürgerbegegnungen aufrechterhalten und so der kulturelle Austausch fortgesetzt wird. Neben der unverzichtbaren Erinnerungskultur ist das vorrangige Ziel unserer Verbindung, dass Freundschaften in der Gegenwart entstehen und dadurch gegenseitiges Verständnis schaffen für künftige Generationen.

Im vergangenen Jahr war eine Wiesbadener Delegation mit mir in Kfar Saba. An der Gedenkstätte Yad Vashem legten wir einen Kranz im Gedenken an die Schoah-Opfer nieder. Die junge Generation hat die Verantwortung, Verfolgung und menschenverachtendes Gedankengut nie wieder zuzulassen. Und deshalb ist diese Städtepartnerschaft einfach etwas Besonderes. Es geht darum, die beiden Völker einander näherzubringen, auch noch mehr als 70 Jahre nach dem Holocaust. Immer wieder wollen wir durch unsere Begegnungen auch ein sichtbares und hörbares Zeichen gegen den zunehmenden Antisemitismus setzen. Wir können nicht mehr ungeschehen machen, was vor der Gründung Israels am 14. Mai 1948 an unfassbarem Unrecht passiert ist, aber wir wollen auch nach 70 Jahren nicht in unserem Bemühen um gegenseitiges, besseres Verständnis unserer beiden Länder, Religionen und Kulturen nachlassen. Denn Verstehen und Kennen des Anderen ist eine unverzichtbare Voraussetzung für ein friedliches Miteinander aller Völker, das wir uns alle so sehr wünschen.

Gemeinsam mit dem Wiesbadener Freundeskreis Kfar Saba e.V., der Deutsch-Israelischen Gesellschaft Wiesbaden und unserer Partnerstadt Kfar Saba haben wir bereits im Mai die Staatsgründung Israels vor 70 Jahren gefeiert. Der Freundeskreis präsentierte im Stadtarchiv eine Fotoausstellung mit dem Titel "70 Jahre Israel – 115 Jahre Kfar Saba".

Bereits zum elften Mal findet in diesem Jahr auch schon die Veranstaltungsreihe "Tarbut – Zeit für jüdische Kultur" statt. In diesem Jahr liegt der Fokus der Programmpunkte bis zum 2. Dezember auf der Gründung des Staates Israel. Nach der Eröffnung am 23. August auf dem Schlossplatz vor dem Rathaus, erwartet die Besucherinnen und Besucher bis Anfang Dezember ein hochwertiges und umfangreiches Programm, das von der Jüdischen Gemeinde in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt zusammengestellt wurde. Ich würde mich freuen, wenn wir uns bei einer der Veranstaltungen sehen.

Herzlichst

Signatur Sven Gerich

Sven Gerich
Oberbürgermeister


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Oberbürgermeister Sven Gerich. wiesbaden.de
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