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Rathaus

Kolumne Mai 2016

Kolumne Mai 2016: "Älter werden – aktiv bleiben"

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,

liebe Freunde unserer schönen Stadt,

"Mit dem Altwerden ist es wie mit auf einen Berg steigen. Je höher man steigt, desto mehr schwinden die Kräfte - aber umso weiter sieht man." Das hat einmal der schwedische Regisseur Ingmar Bergman gesagt. Da hat er sicher Recht. Älter werden will jeder, aber alt sein kaum jemand.

Die Stadt Wiesbaden bietet in den Bereichen Freizeit, Sport und Kultur für ältere Menschen eine Vielzahl an Angeboten und unterstützt so die Möglichkeiten, sowohl den Alltag als auch die Freizeit aktiver zu gestalten. Mit höherem Lebensalter verändern sich oft auch die Ansprüche an die Wohnung und die Vorstellungen darüber, wie das Leben in den "eigenen vier Wänden" in Zukunft aussehen soll.

Die neuesten Statistiken und Umfrage-Ergebnisse in Wiesbaden zeigen, dass die meisten unserer Bürgerinnen und Bürger selbstständig in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben möchten. Nahezu 70 Prozent der Wiesbadener Generation "70 plus" bewerten ihre Lebenssituation als sehr gut und gut. Bei Beurteilung einzelner Lebensbereiche besteht die größte Zufriedenheit mit der Wohnsituation: 86 Prozent der 70- bis 84-Jährigen sind mit ihr sehr zufrieden oder zufrieden. Die Generation "70 plus" wohnt mehrheitlich schon sehr lange in Wiesbaden: 70 Prozent wohnen den überwiegenden Teil ihres Lebens hier, ein Viertel von ihnen ist in Wiesbaden geboren oder als Kind zugezogen. Das sind einige Ergebnisse der im vergangenen Sommer vom Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik durchgeführten repräsentativen Befragung 70- bis 84-jähriger Wiesbadenerinnen und Wiesbadener.

Selbstbestimmt leben in zunehmendem Alter – auch bei Behinderung und Pflegebedürftigkeit - ist der Wunsch fast aller Menschen. Hinzu kommt das Bedürfnis nach Sicherheit und Komfort in den eigenen vier Wänden. In den letzten Jahren wurden daher immer mehr technische Produkte entwickelt, die den Alltag und die Pflege erleichtern können. Zu diesen "kleinen Helfern" im Alltag gehören zum Beispiel elektronische Schlüsselfinder oder automatische Tablettenspender, aber auch selbstständig abschaltbare Bügeleisen und Herdsicherungen, die zu mehr Sicherheit im Haushalt beitragen. Telefone mit Großtastatur und visuellen Signalen sowie Notruf-Handys vereinfachen die Kommunikation. Im Haus leisten Hausnotrufsysteme mit Sensoren und Funkklingeln gute Dienste – während außer Haus bei Bedarf Personen-Ortungssysteme zum Einsatz kommen können. In Wiesbaden bietet das Amt für Soziale Arbeit im Rahmen der Beratung zum barrierefreien Wohnen die Möglichkeit, Informationen über technische Unterstützungssysteme zu erhalten.

Die Beratung zum barrierefreien Wohnen hat in Wiesbaden eine lange Tradition: Schon in den 1980er Jahren wurde eine Stelle hierfür eingerichtet. Die Beratungsstelle für barrierefreies Wohnen im Amt für Soziale Arbeit ist in den letzten Jahren durch das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt "Belle Wi – Besser leben im Alter durch Technik" um einen wichtigen Baustein ergänzt worden. Schwerpunkte der Beratungsstelle "Belle Wi – Besser leben im Alter durch Technik" sind, die Zugänge zu den Multiplikatoren und Nutzern zu ebnen und die Akzeptanz für das Thema "hilfreiche Technik" zu erhöhen sowie die bestehenden Aktivitäten zu koordinieren und zu vernetzen. Unterstützt wurde dieses Projekt durch verschiedene Kooperationspartner aus der Strategiegruppe Lebensqualität und Technik, die von Bürgermeister Arno Goßmann im März 2015 einberufen wurde.

Das Projekt "Belle Wi – Besser leben im Alter durch Technik" endet zwar schon am 31. Mai, aber das Amt für Soziale Arbeit plant aus diesem Anlass in Kooperation mit Teilnehmenden der Strategiegruppe eine Fachveranstaltung und einen Aktionstag zum Thema "Hilfreiche Technik". Vorgesehener Termin dafür ist Samstag, 14. Mai, ab 9.30 Uhr in verschiedenen Räumen des Rathauses. Es präsentieren sich die kommunalen Anbieter von Beratungsangeboten sowie regionale Akteure - unter anderem teilnehmende Institutionen und Organisationen der Strategiegruppe - mit Informationsständen. Des Weiteren sollen Kurzvorträge und eventuell Workshops im Rathaus für Bürgerinnen und Bürger angeboten werden. Die Vorträge können einzeln, ohne Anmeldung und kostenfrei, besucht werden.

Nach den Sommerferien können sich Wiesbadenerinnen und Wiesbadener zudem in der Föhrer Straße 74 über barrierefreies Wohnen und hilfreiche Technik informieren. Auf rund 200 Quadratmeter werden in einer Musterwohnung Lösungen für Eingangsbereiche, Wohn- und Schlafzimmer, Küche und Bad präsentiert, die das Leben komfortabler und sicherer machen.

Sie sehen, wir tun jede Menge in unserer schönen Stadt, damit unsere Bürgerinnen und Bürger selbstständig und eigenbestimmt in ihren eigenen vier Wänden wohnen bleiben können. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie möglichst lange gesund und fit bleiben.

Herzlichst Ihr

Sven Gerich
Oberbürgermeister

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