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Kolumne September 2016

Kolumne September 2016: "Sicher zur Schule"

Liebe Wiesbadenerinnen und Wiesbadener,

liebe Freunde unserer schönen Stadt,

der Sommer neigt sich dem Ende zu, die Ferien sind vorbei und die Schule geht los. Wie sagte schon Wilhelm Busch: "Also lautet ein Beschluss, dass der Mensch was lernen muss". Die vielen Mädchen und Jungen müssen in den kommenden Tagen und Wochen wieder viel lernen. Manchmal frage ich mich, wer eigentlich am Beginn eines neuen Schuljahres gestresster ist: Kinder oder Eltern? Das ist sicher schwer zu sagen.

29.600 Mädchen und Jungen haben im vergangenen Schuljahr 2015/2016 die Schulbank in einer der 76 Wiesbadener allgemeinbildenden Schulen gedrückt – davon waren mehr als 10.500 Grundschülerinnen und Grundschüler. Rund 2500 Erstklässler starten in diesem Sommer ins Schulleben.

Ich kann mich noch gut an meinen ersten Schultag erinnern. Ich war so stolz - nicht nur wegen der Schultüte, sondern auch, weil ich ein "Großer" und kein Kindergartenkind mehr war. Nach einiger Zeit durfte ich in der Gruppe mit anderen "allein" zur Freiherr-vom Stein-Schule gehen. Klar, am Anfang gab es eine Begleitung durch Erwachsene. Sie sagten uns, dass wir immer auf dem Gehweg bleiben sollten und zeigten uns, wo und wie man eine Kreuzung überquert.

Die kommenden Wochen halten für Erstklässler jede Menge neue Eindrücke bereit und der Schulweg ist dabei oft eine ganz besondere Herausforderung. Für Erstklässler ist der Weg zur Schule neu und ungewohnt. Sie können weder Entfernung und Geschwindigkeit eines herannahenden Autos oder Motorrades richtig einschätzen, noch können sie über parkende Fahrzeuge hinwegschauen. Außerdem lassen sich Kinder leicht ablenken, etwa durch Freunde auf der anderen Straßenseite. Sie benötigen besondere Aufmerksamkeit im Straßenverkehr. Deshalb habe ich die Bitte an alle Autofahrerinnen und Autofahrer, gerade in den nächsten Wochen ganz besonders auf unsere jüngsten Verkehrsteilnehmer zu achten. Speziell in Wohngebieten und Straßen rund um Schulen gilt: bitte langsam fahren und jederzeit bremsbereit sein.

Gerade Eltern können ihre Kinder aber auch unterstützen, indem sie den Schulweg gemeinsam im Voraus einüben. Für die kleinen ABC-Schützen beginnt eben das Lernen nicht erst im Klassenzimmer. Für sie ist der Schulweg die erste und wichtige Lektion, denn gerade hier lauern jede Menge Gefahren, die es zu vermeiden gilt. Gut ist, wenn die Eltern die Tage vor Schulbeginn und die der Einschulung folgende Zeit nutzen, um mit ihren Kindern den Schulweg zu gehen. Der sicherste Weg muss nicht immer der kürzeste sein. Die Wiesbadener Grundschulen haben spezielle Schulwegpläne ausgearbeitet, die ich allen Eltern ans Herz lege - denn sie helfen, Gefahrensituationen zu erkennen und zu vermeiden.

Empfehlen möchte ich auch einen Blick ins Internet. Es gibt ein Schleichwege-Projekt des Wiesbadener Schulsportvereins, das Schülerinnen und Schülern der Wiesbadener Schulen zeigen soll, wie sie sicher von zu Hause mit dem Fahrrad zur Schule gelangen. Da nicht jedem einzelnem Schüler ein persönlicher Weg aufgezeigt werden kann, wurden viele Straßen der Stadt Wiesbaden auf ihre Fahrradtauglichkeit untersucht und werden vorgestellt. Diese Untersuchungen der Straßen werden als PDF-Dokument auf der Internetseite des Schulsportvereins angeboten.

Und allen Erstklässlern darf ich mit den Worten des Dichters Friedrich Morgenroth einen guten Start ins Schulleben wünschen:

"Welch ein Jubel, welche Freude,
denn dein großer Tag ist heute,
weil die Schule, liebes Kind,
endlich auch für dich beginnt.

Mit dem Rechnen, Lesen, Schreiben,
wirst du nun die Zeit vertreiben,
das sind jene Dinge eben,
die du brauchst fürs ganze Leben.

Nur wer lernt, der wird gescheiter,
wer gescheit ist, der kommt weiter.
Lernen soll dir Freude bereiten
und mein Glückwunsch dich begleiten."

Herzlichst Ihr

Sven Gerich
Oberbürgermeister

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