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Wirtschaft

Schuhmacher/-in: Benedikt Seibel

Benedikt Seibel, lernt im 1. Ausbildungsjahr das traditionelle Handwerk des (Maß-)
Schuhmachers bei Ibrahim Demir, Atelier für Maßschuhe, in Wiesbaden.

Ich wollte schon immer einen traditionellen, handwerklichen Ausbildungsberuf erlernen. Ursprünglich hatte ich den Beruf des Uhrmachers angestrebt. Nach einem Praktikum bei einem kleinen Uhrmacher in Landshut habe ich aber schnell gemerkt, dass mir diese Arbeit doch zu kleinteilig ist. Nach einem weiteren Praktikum als Zweiradmechaniker, bei dem ich jedoch schnell feststellte, dass mir die Arbeit zu anspruchslos war – ich konnte hier einfach nichts mehr dazulernen - habe ich mich neu orientiert und den vom Aussterben bedrohten Beruf des Schuhmachers gewählt. Den „Schuhtick" habe ich wohl von meinem Vater geerbt – er hatte früher Maßschuhe getragen und 90 Prozent seiner Schuhe waren auf Rahmen genäht.

Ich bin extra aus München wieder zurück nach Wiesbaden gezogen, wo ich früher schon einmal einige Jahre gelebt habe, da es in ganz Deutschland keinen vergleichbaren Maßschuhmacher gibt. Es war die beste Entscheidung, die ich je getroffen habe!

Ich lerne hier von der Beratung der Kunden, dem Abnehmen des Fußabdruckes über die Anpassung der Konfektionsware an den Fuß bis hin zur hohen Kunst der Anfertigung der Maßschuhe alles rund um dieses faszinierende Handwerk. Wir arbeiten hier mit den unterschiedlichsten Lederarten – von Kalbsleder über Cordovan bis hin zu Straußen-, Kroko- und Schlangenleder. Die Maßschuhe werden dabei in einem mehrstündigen Prozess von der Brandsohle aufgebaut, der Schaft über den Leisten gezwickt und schließlich mit dem Hanfdraht an den Rahmen genäht (gedoppelt).

Ein Maßschuh ist ein sehr edles Produkt – ein echter Klassiker eben, den man auch noch in 20 Jahren tragen kann. Das wissen viele Menschen in Zeiten der maschinellen Massenproduktion gar nicht mehr zu schätzen.

Bei seinem Berufswunsch sollte man sich danach orientieren, was einem am meisten Spaß macht und was man gut kann. Jeder muss da seinen eigenen Weg finden. Durch verschiedene Praktika kann man schnell feststellen, ob einem der ausgesuchte Ausbildungsberuf auch wirklich liegt und einem die Firmenkultur zusagt. Ich habe zuvor bei Demir ein dreiwöchiges Praktikum gemacht und wusste danach: Das will ich lernen!

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