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Wirtschaft

EL Tucano GmbH & Co. KG

Das Wiesbadener Catering Unternehmen El Tucano, gegründet 2004, ist nicht nur beeindruckend gewachsen, sondern beschäftigt auch beispielhaft mehrere Menschen mit Behinderung.
Simon Rothschild, Geschäftsführer der El Tucano GmbH & Co. KG, hat sein Unternehmen stetig aufgebaut. Gemeinsam mit seiner Frau startete er mit Event-Catering mit südamerikanischen und internationalen Spezialitäten von zu Hause aus, bereits zwei Jahre später war die erste Betriebsstätte in der Oranienstraße gemietet. Mit der Ausweitung auf Verpflegung in Schulen und Kitas in 2008 wuchs der Betrieb, zog 2011 um in die Hagenauer Straße und befindet sich nun in Delkenheim am Max-Planck-Ring 25. Mittlerweile bedient die Firma Kunden in vier Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Rheinland Pfalz.

Knapp 22 Prozent des Personals haben eine Behinderung

Die Firma beschäftigt heute gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen Edina über 60 Mitarbeiter. Davon arbeiten alleine bei El Tucano 29 festangestellte Mitarbeiter, zwei davon mit Behinderung. Zusätzlich haben dort weitere sechs Personen in Zusammenarbeit mit der Werkstatt für behinderte Menschen in Wiesbaden (WfB) einen sogenannten Außenarbeitsplatz, also knapp 22 Prozent des Personals haben eine Behinderung. Das ist beachtlich - wie gelingt hier die Inklusion? "Es kommen zu uns Menschen mit Einschränkungen, die wir so einsetzen können, dass diese Einschränkungen nicht zum Tragen kommen", so Rothschild. In drei Arbeitsbereichen sind die Mitarbeiter eingesetzt: in der Ausgabeküche, der Spülküche oder als Beifahrer für die Essensauslieferung. Wichtig ist nicht die Behinderung, sondern die Passung.

Herr Rothschild hat die Zusammenarbeit mit der WfB 2012 begonnen – er hatte diesen Weg von einem anderen Unternehmen erfahren, - gesucht, - was in Wiesbaden möglich ist und ist auf die WfB zugegangen. Sein Ziel war es, mit Fantasie etwas zu konstruieren, was sowohl dem Unternehmen als auch den Mitarbeitern hilfreich ist. Besonders zu Beginn galt es, sich mit der Frage‚ `was bedeutet es, wenn jemand eine geistige Behinderung hat‘, auseinanderzusetzen. Herr Rothschild sagt dazu sehr deutlich: "Es sind keine Kinder, es sind erwachsene Menschen, mit denen man auf Augenhöhe arbeitet. Da braucht man nicht so viel Vorbehalte zu haben!"

Beginn mit einem Praktikum

Für ihn ist es wichtig, genau hinzuschauen, was für beide Seiten Sinn macht und wo eine Entwicklung möglich ist. Das ist auch in der langjährigen Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Integrationsfachdienste (GID) gewachsen. Herr Ulrich Wolf, dort Fachbereichsleiter für berufliche Integration und Beschäftigung, ist für den Unternehmer erfahrener Ansprechpartner, der die Anforderungen in den Aufgabenbereichen und das Leistungsvermögen möglicher Mitarbeiter einschätzen und abgleichen kann. Üblicherweise beginnt der Mitarbeiter zunächst ein Praktikum von vier Wochen. In den meisten Fällen klappt dies gut. Mitarbeiter auf Außenarbeitsplätzen werden weiterhin zusätzlich durch die GID betreut.

Win-Win-Situation

Der Unternehmer ist überzeugt: "Wenn man die Gelegenheit hat, Gutes zu tun, sollte man es tun. Es ist eine Win-Win-Situation – auch für die Mitarbeiter, die durch ihre Tätigkeit, zum Beispiel als Beifahrer in der Essensauslieferung, Kontakte zu Kunden, Kollegen, Kindern, Ausgabekräften und Lehrern gewinnen. Unsere Firma hat motivierte Arbeitskräfte und bei den Kollegen sind diese Beifahrer begehrte Helfer." Für das Arbeitsklima ist die gelebte Inklusion förderlich, denn, so Rothschild: "Man achtet mehr aufeinander und nimmt Rücksicht."

Berührungsängste überwinden

Anderen Firmen rät Simon Rothschild, Berührungsängste zu überwinden, den Kontakt zu den lokalen Einrichtungen zu suchen. Seine Erfahrung ist: "man muss nicht mit einem fertigen Plan kommen, Ideen ergeben sich im Gespräch."

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