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Wirtschaft

Huhle Stahl- und Metallbau GmbH

In der Serie "Vorbild Inklusion – Arbeitgeber von Menschen mit Behinderung" stellt die Beschäftigungsförderung den Wiesbadener Betrieb Huhle Stahl- und Metallbau GmbH vor, der es beispielhaft schafft, einen Mitarbeiter mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Das Unternehmen Huhle Stahl- und Metallbau GmbH kann auf eine lange Firmentradition zurückblicken. Über 100 Jahre gibt es den Familienbetrieb nun schon. Ursprünglich wurde der Betrieb 1910 in Dresden gegründet. Nachdem 1961 die Flucht mit drei Kindern aus der DDR geglückt war, erfolgte 1962 die Neugründung in Wiesbaden. Bereits acht Jahre später wurde die jetzige Betriebsstätte in der Hagenauer Str. 25 errichtet und 2009 aufgestockt. Das Unternehmen wird von Günter, Oliver und Siegfried Huhle geführt. Zurzeit werden 105 Mitarbeiter beschäftigt, darunter 15 Auszubildende und fünf behinderte Menschen.

Benjamin kam über ein Schulpraktikum zur Firma Huhle. Es hat ihm so gut gefallen, "dass er immer wieder kam", wie Siegfried Huhle schmunzelnd erzählt. Als er mit Benjamins Eltern sprach, meinten diese, "es gäbe entweder nur die Möglichkeit, ihren Sohn in Watte zu packen und auf die Couch zu setzen oder zu riskieren, ihn ins Leben zu schicken." Schließlich absolvierte Benjamin im Betrieb eine Ausbildung als Metallbearbeiter ("Fachpraktiker für Metallbau"), die dort speziell für Menschen mit Handicap angeboten wird. Er schloss sie erfolgreich mit der Gesellenprüfung ab.

Siegfried Huhle berichtet ganz begeistert über die tolle Entwicklung, die Benjamin, der vorher als "nicht bildbar" galt und kaum gesprochen hat, genommen hat: "Nun kann man sich ganz normal mit ihm unterhalten und er hat sogar den Führerschein gemacht."

Benjamin ist nun bereits seit 14 Jahren im Betrieb und aktuell in der Fertigung beschäftigt, wo es auf absolute Genauigkeit und auf ein gutes Zahlenverständnis ankommt. Sein direkter Vorgesetzter Dawid Bialy ist voll des Lobes: "Benjamin macht nicht nur seine Arbeit ordentlich, sondern denkt auch mit. Durch seine Aufmerksamkeit wurden schon einige 'teure' Fehler vermieden."

Dem Unternehmen ist es wichtig, Menschen mit Behinderung nicht auszugrenzen, sondern zu integrieren. Sie werden nach ihren Möglichkeiten eingesetzt, wobei es die Geschäftsleitung als ihre persönliche Aufgabe ansieht, sich "zu kümmern". Nach ihrer Einschätzung wirkt sich die Beschäftigung eines behinderten Mitarbeiters eher positiv auf das Arbeitsklima aus und fördert zudem insgesamt ein besseres kollegiales Miteinander.

Rückblickend sieht Siegfried Huhle die Einstellung von Benjamin sehr positiv: "Er ist zu einem fröhlichen, zuverlässigen und fleißigen Mitarbeiter geworden. Er hat wenig Fehlzeiten und hat die Chance, die ihm von der Firma Huhle geboten wurde, dankbar ergriffen. Er ist dem Unternehmen sehr verbunden und wir sind stolz auf ihn."

Anderen Betrieben rät Siegfried Huhle, den Mut zu haben, Menschen mit Behinderung zu beschäftigen und die Erfahrung zu machen, "dass es sich gut anfühlt und einen dieses Engagement auch selbst glücklich macht. Mehr kann man nicht gewinnen!".

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