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Wirtschaft

Schreinerei Gerd Michel e.K.

In der Serie "Vorbild Inklusion – Arbeitgeber von Menschen mit Behinderung" stellt die Beschäftigungsförderung den Wiesbadener Betrieb Schreinerei Gerd Michel e.K. vor, der es beispielhaft schafft, einen Mitarbeiter mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Bernd Michel, Inhaber der Schreinerei Michel, kann auf eine lange Firmentradition zurückblicken. Über 50 Jahre gibt es den Familienbetrieb schon. 2005 übernahm er die Schreinerei schließlich, nachdem er im väterlichen Betrieb ausgebildet wurde und den Meistertitel erhielt.

Über Lehraufträge an der Handwerkskammer Wiesbaden bildete er zukünftige Schreinermeister in der Fachtheorie aus. Dieses Geschick brachte er auch bei der Einarbeitung und Integration seines Schreinerhelfers Ralf Brandt ein.

Dabei war es eher ein Zufall, der die beiden zusammenführte. Bernd Michel suchte über Facebook einen Gesellen. Daraufhin meldete sich die Handwerkskammer Wetzlar bei ihm und berichtete von einem jungen Mann, der Interesse an einem Praktikum bei ihm habe. Die Inklusionsberatung der Geschäftsstelle Mittelhessen in Wetzlar stand ihm bei der Einstellung von Ralf Brandt mit Rat und Tat zur Seite – dieser Service steht Handwerksbetrieben aus dem gesamten Kammerbezirk zur Verfügung. Dabei arbeitet die Inklusionsberatung eng mit Trägern der Arbeitsvermittlung, Integrationsämtern, Integrationsfachdiensten, aber auch mit Förderschulen, der Lebenshilfe und weiteren Stellen zusammen, die Arbeitgebern Unterstützungsleistungen anbieten.

Seit November 2015 ist Ralf Brandt nun Mitarbeiter in der Schreinerei. Die Einarbeitung im Betrieb war für ihn zunächst eine große Umstellung, an die er sich jedoch schnell gewöhnte. Er durchlief alle Bereiche und erhielt dadurch viele Einblicke. Wichtig war es, so Inhaber Michel, die Inhalte herunter zu brechen und nicht zu viele Aufgaben auf einmal zu geben. Ansonsten wird Ralf behandelt wie jeder andere Mitarbeiter auch. Vom Schleifen von Leisten über das Verlegen von Parkett bis hin zu Vorarbeiten in diversen Bereichen übernimmt Ralf Brandt viele Tätigkeiten. Dabei möchte er seiner Arbeit bestmöglich und sehr gewissenhaft erledigen. Dies bewiese er jeden Tag, so Inhaber Bernd Michel. Wenn Ralf mal nicht da sei, würde das direkt auffallen – er kümmere sich hervorragend um die Ordnung und Sauberkeit im Betrieb. Den Unterschied bemerke man sofort.

Anderen Betrieben möchte Bernd Michel Mut machen, Mitarbeiter mit Behinderung einzustellen und offen zu sein – und sei es erst einmal für ein Praktikum. Eine gute Betreuung durch den Integrationsfachdienst ist dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor. Denn Michel ist der Meinung, ein Urteil solle man sich erst erlauben, wenn man es ausprobiert habe! Man hätte ja nichts zu verlieren.

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