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ARTbar/kunst.wein.genuss

In der ARTbar serviert Polina Baymakova-Koch besondere Weine aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, die man sonst kaum findet. Es gibt viel zu entdecken – was auch auf die Kunstwerke zutrifft, die in der ARTbar zu finden sind.

November 2018

Unternehmen:
ARTbar/kunst.wein.genuss

Gründer:
Polina Baymakova-Koch

Gründungsdatum:
April 2016

Branche und Unternehmen:
Kunstatelier und Weinbar

Motto:
"Es ist besser, das zu bereuen, was man gemacht hat, als das, was man nicht gemacht hat."

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Der Name verrät es bereits: Die ARTbar vereint Kunst und Weinbar. Wir servieren Weine aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, die man sonst kaum findet. Dabei können zum Beispiel georgische Weine ein wahrer Genuss sein! Viele wissen gar nicht, dass in Georgien bereits vor etwa achttausend Jahren Wein angebaut wurde. Es gibt also viel zu entdecken. Das trifft auch auf meine Kunst zu, die in der ARTbar zu finden ist. Ich möchte, dass sich die Menschen hier wohlfühlen. Viele sind inzwischen zu Freunden geworden. Immer wieder beobachte ich, wie Leute, die alleine kamen, plötzlich mit anderen an einem Tisch sitzen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Wir sind immer noch da! (lacht) Als wir anfingen, dachten wir: Wir schauen einfach mal, wie es läuft. Aber dann haben wir ziemlich schnell Bestätigung gefunden, und bald schon wurden größere Feiern in der ARTbar ausgerichtet. ProSieben wurde auf uns aufmerksam und hat bei uns gedreht. Aber auch davor hat der Laden schon richtig gebrummt. Als wir unseren Geburtstag feierten, hat hier die halbe Straße getanzt.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin gebürtige Russin und habe in meiner Heimat Architektur studiert und als Innenarchitektin gearbeitet. In Deutschland habe ich ein Studium der Archäologie und Kunstgeschichte begonnen, da mein russisches Diplom hier nicht anerkannt wurde. Leider brachte mir das Studium kaum Neues, und die Berufsperspektiven gefielen mir auch nicht. Ich wollte etwas Eigenes machen und habe schließlich an der Wiesbadener Freien Kunstschule unter anderem Fotografie studiert. Dann habe ich mir ein Atelier gesucht und die Räumlichkeiten gefunden, in denen heute die ARTbar ist.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Die ARTbar entstand aus einer Schnapsidee heraus, als mein Mann und ich eines Abends in einer Weinbar saßen. Es war alles schon da: Ich war bereits mit meinem Atelier selbständig; die Räumlichkeiten waren vorhanden; Personal brauchten wir auch nicht. Wir sind dann einfach zum Ordnungsamt gegangen und haben gefragt, ob sich das, was wir vorhaben, umsetzen lässt.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Ohne meinen Mann würde es nicht gehen! Er hat einen "normalen" Job als Angestellter, und ich könnte auf ihn zählen, wenn es hier nicht läuft. Vor allem aber hilft er mir in der ARTbar. Wir haben im Vorfeld viel mit Gastronomen geredet, hier und da zugehört, was sie berichten. Aber wir haben nicht lange über den Schritt nachgedacht, weil wir kein Risiko hatten.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Das war wie in einem Film – einfach unglaublich! Vor der Eröffnung dachten wir: Im schlimmsten Fall machen wir uns einfach einen netten Abend mit ein paar Freunden. Umso mehr haben wir uns gefreut, als so viele Leute kamen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Ich wollte mich selbst verwirklichen und mir selbst etwas beweisen. Es ging mir auch darum, als Ausländerin hier in Deutschland meinen Platz zu finden. Das hat wunderbar geklappt. Ich liebe das, was ich tue. Im Moment ist alles toll!

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Die Einladung zu unserer Eröffnung hatten wir bei Facebook gepostet – Mensch! Westend und Sensor haben sie geteilt. Das hat uns sehr geholfen. Auch jetzt noch passiert das meiste über Facebook. Ansonsten mache ich wenig Werbung. Das wäre einfach nicht so meins. Man muss wissen, wo die eigenen Prioritäten liegen. Ich investiere das Geld zum Beispiel lieber in gute Bands, die dann bei uns auftreten. Mund-zu-Mund-Propaganda funktioniert ohnehin am allerbesten.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Wir haben kein Kapital benötigt und keine Kredite aufgenommen. Wir hatten beschlossen, anfangs nur das Nötigste zu beschaffen und dann nach und nach zu schauen, was wirklich gebraucht wird. Man muss sich ein bisschen Zeit lassen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte nach Georgien reisen, um all die Winzer kennenzulernen, deren Weine wir verkaufen. Ich weiß schon jetzt, dass ich dort eine tolle Zeit haben werde!

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
... mehr reisen und öfter zu meinen Eltern nach Russland fliegen. Und ich würde ein bisschen mehr lesen. Als sein eigener Chef kann man selbst entscheiden, wie viel Zeit man hat – aber meistens hat man keine.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Sich gut zu informieren, aber auch nicht so viel, dass man Angst bekommt. In jedem Fall sollte man fragen, ob man eine Chance hat, einen Platz auf dem Markt. Man muss selbst daran glauben, was man macht, und Spaß daran haben. Man sollte zuhören, offen für Feedback sein, zum Beispiel von Gästen, und nicht stehenbleiben, sondern immer wieder etwas Neues ausprobieren. Das Wichtigste ist aber vielleicht, niemals die Leichtigkeit zu verlieren.

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