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ALLEHERZEN GmbH & Co. KG

Januar 2018

Unternehmen
ALLEHERZEN GmbH & Co. KG

Gründer
Mathias Herrmann

Gründungsdatum
November 2015

Branche und Unternehmen
Technologie und Design

Motto
"Bei aller Technologie: Es geht immer um Menschen und ihre Kommunikation."

Interview mit dem Gründer Mathias Herrmann

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Wir sind unglaublich netzwerkstark. Es ist immer wichtig, die richtig guten Leute für die verschiedenen Spezialaufgaben zu kennen. Das ist die Maxime, mit der wir auch größere Firmen von uns überzeugen. Wir haben ein kleines Kernteam, aber über 90 Entwickler und Technologieexperten an verschiedenen Standorten in Osteuropa. So können wir den Nearshoring-Preis bieten – und gleichzeitig das Wohlfühlaroma einer Agentur vor Ort. Konzept, Planung und Strategie machen wir hier. Man kann uns besuchen, wir sind greifbar. Unser Fokus liegt deshalb jetzt auch auf einer regionalen Ausrichtung.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Als Startmotor haben wir oft mit größeren Agenturen gepartnert. Das hat uns die Chance gegeben, für Unternehmen zu arbeiten, die noch außerhalb unserer Kragenweite waren. Wir konnten uns in ganz interdisziplinären Aufgaben beweisen. Unser Leistungsportfolio geht weit über "Machen Sie mal eine Webseite!" hinaus. Zum Beispiel haben wir einen Stand auf dem Hessentag mit Facebook vernetzt, also die echte Welt mit der digitalen verbunden. Wenn die Facebook-Seite des Kunden ein Like erhielt, hat der gesamte Messetand mit Eventtechnik darauf reagiert. Die Zahl der Social-Media-Follower stieg innerhalb von einer Woche von etwa 2.000 auf 4.500. Ein sehr schönes Projekt, das viel Spaß gemacht hat!

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich komme aus dem Corporate-IT-Bereich. Schon während meines Studiums – Wirtschaftsinformatik – habe ich als Freelance-Entwickler gearbeitet. Mein erster Job war bei der Linotype Library, wo ich die ersten Prototypen der Onlineversion des FontExplorer entwickelt habe. Nach einem halben Jahr wurde ich von der DEPFA Group abgeworben. Mit 24 war ich technischer Berater für den Vorstand der DePfa IT Services AG. Das war ein super Job! Dann aber hat sich die Bank geteilt. Ich hatte gerade meinen alten Vertrag gekündigt, um eine neue Stelle bei einem anderen Konzernunternehmen anzutreten – unterschrieben hatte ich allerdings noch nicht. Da erfuhr ich, dass aufgrund der Bankenteilung niemand mehr eingestellt werden darf. Aber das war ok. Ich habe mich dann, 2001, zum ersten Mal selbständig gemacht und bin über Freelance-Tätigkeiten zu Frankfurter Agenturen gekommen. Dort habe ich in der Funktion als Head of IT oder Head of Development gearbeitet.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Die Entscheidung, ein Unternehmen zu gründen, war: etwas zu schaffen, das größer ist als ich selbst – in mehrerer Hinsicht. Ich bin Netzwerker, kein Einzelkämpfer. Deswegen kommt eine Freelance-Tätigkeit für mich nicht infrage. Außerdem habe ich mich gefragt: Will meine Leistung auch dann noch jemand kaufen, wenn ich einmal 60 bin? Wenn mehrere Generationen junger Wilder nachgezogen sind? Ist nicht eigentlich meine Aufgabe, etwas zu schaffen, das einen Rahmen bietet, in dem sich diese jungen Wilden ihre eigenen Sporen verdienen können, um dann ihren eigenen Weg zu gehen?

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Sehr viel Wert lege ich auf die Worte meines Vaters. Er ist ein klassischer Banker – und meine Stimme der Vernunft. Meine sonstigen Mentoren habe ich inzwischen hinter mir gelassen. Dazu bin ich inzwischen selbst zu sehr alter Hase. Aber es gibt viele Partner auf Augenhöhe, mit denen ich mich gerne austausche, unter anderem die Gründer von slaeter. Wir denken gerade darüber nach, wie wir enger kooperieren können, um gemeinschaftlich stärker und breiter aufzutreten.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Sie waren besonders von Formalien getrieben. Unsere Gesellschaftsform ist GmbH & Co. KG. Wir haben also eigentlich zwei Unternehmen, die eins sind: einmal die Kommanditgesellschaft und einmal die GmbH als Hafterin. Ursprünglich hatten wir als UG (haftungsbeschränkt) & Co. KG gegründet. Das Konstrukt kennt kaum einer, was es schwierig macht. Wir haben dann den Ertrag aus einem großen Projekt genommen, um die UG in eine GmbH zu wandeln.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Inzwischen sind wir selbstbewusst genug, aus dem Schatten der großen Agenturen zu treten, mit denen wir anfangs gepartnert hatten. Das bedeutet allerdings, dass wir uns einen neuen Vertrieb organisieren mussten. Wir sind gut in unseren Themen, aber wir sind nicht gut in Kaltakquise. Ich habe eine Firma gefunden, die nichts anderes macht als für uns zu telefonieren und Erstkontakte zu knüpfen. Mit denen organisieren wir jetzt unseren Vertrieb. Sobald sie Termine vereinbart haben, übernehmen wir natürlich selbst. Ab dann ist es People Business – und das können wir richtig gut.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Mundpropaganda! Empfehlungsmarketing ist beste Form des Marketings, weil die Vertrauenskomponente mitgeliefert wird. Wir versuchen jetzt, Referenzen zu bilden, was nicht möglich war, als wir noch in der zweiten Reihe hinter Agenturen gearbeitet haben. Wir fragen unsere Kunden auch nach den Projekten sehr genau, wie unsere Leistungen empfunden worden sind. Wir haben inzwischen einen sehr granulierten Fragenkatalog. Die wichtigste Frage darin: Gibt es andere Unternehmen, die Sie kennen, an die Sie uns empfehlen würden?

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Größtenteils aus Eigenmitteln. Mein Vater ist als stiller Teilhaber in die Firma eingestiegen. Sonstige Fremdfinanzierung hatten wir nicht. Es gibt relativ wenige Möglichkeiten der Wachstumsfinanzierung für Gründer. Und wenn, dann sind sie gut versteckt.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Es gibt zwei Träume. Der eine ist, unsere Wachstumsstrategie umgesetzt zu sehen. Die Zielgröße sind 15 bis 20 Leute. Wir mögen es gerne kollegial und per du. Bei dieser Größe geht das noch gut. Der zweite Traum: Ich würde mir gerne noch einmal ein Technologie-Startup leisten.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... mehr lesen. Oder besser gesagt: mehr lesen, was keine technischen Dokumentationen sind.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Gleichermaßen positiv wie verbissen zu bleiben und sich auf Rückschläge einzustellen. Sie gehören zum Gründen dazu und sollten realistisch eingeschätzt werden: als einen momentanen Setback, den man zu überwinden lernt, ohne sich darin aufzuhalten. Wer immer damit hadert, was gerade schiefgelaufen ist, verpasst die Chance, nach vorne zu schauen.

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ALLEHERZEN GmbH & Co. KG - Mathias Herrmann wiesbaden.de / Foto: ALLEHERZEN GmbH & Co. KG
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