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Wirtschaft

Casa Kettenbach

Jasmin und Volker Kettenbach haben ein denkmalgeschütztes Objekt so renoviert und saniert, dass sie es auf 5-Sterne-Niveau zum Wohnen auf Zeit vermieten können.

September 2018

Unternehmen:
Casa Kettenbach

Gründer:
Jasmin und Volker Kettenbach

Gründungsdatum:
September 2015

Branche und Unternehmen:
Wohnen auf Zeit

Motto:
"Es ist besser, unvollkommen anzupacken, als perfekt zu zögern." (Thomas Alva Edison)

Interview mit den Gründern

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Jasmin Kettenbach:
Wir haben ein denkmalgeschütztes Objekt so renoviert und saniert, dass es jetzt ein "smartes“, mit Sonnenenergie betriebenes Denkmal ist und wir es auf 5-Sterne-Niveau zum Wohnen auf Zeit mit zusätzlichen Serviceangeboten vermieten können. Unsere Gäste sollen sich in den Wohnungen wie zuhause fühlen. Alle drei Jahre überprüft der Deutsche Tourismusverband, ob wir die strengen Kriterien für die 5 Sterne erfüllen. So wird auch von externer Seite bestätigt, dass wir unserem eigenen hohen Qualitätsanspruch gerecht werden.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Volker Kettenbach:
Das Interesse der Öffentlichkeit war von Beginn an groß. Wir starteten offiziell am 13. September 2015, dem Tag des offenen Denkmals. Es waren über einhundert Leute da – auch Pressevertreter von Frankfurter Rundschau und RTL. In der Folge hatten wir schnell unsere ersten Kunden. Es kamen sehr bald zwei weitere Wohnungen hinzu, da die Nachfrage größer war als das Angebot. Das letzte Halbjahr war dann absolut top: Unsere Auslastung lag weit über dem Branchendurchschnitt.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Jasmin Kettenbach:
Ich habe in Geisenheim Getränketechnik studiert und die letzten zwanzig Jahre in der Weinbranche im Einkauf und Vertrieb gearbeitet.
Volker Kettenbach: Ich bin Diplom-Wirtschaftsinformatiker und eigentlich schon mein ganzes Leben selbständig – erst als Freiberufler, jetzt als Unternehmer.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Jasmin Kettenbach: Ich hatte schon lange diesen unbestimmten Wunsch in mir, selbständig zu sein. Eines Tages war klar, dass an dem Haus, dass ich geerbt hatte, größere Arbeiten notwendig sind. So kam es zu der Idee und Gelegenheit, meinen Traum von der Selbständigkeit in die Tat umzusetzen.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Volker Kettenbach:
Das Denkmalamt hat uns fachlich beraten. Ansonsten hatten wir eigentlich keine Helfer und Mentoren. Im Gegenteil: Ich werde jetzt selbst Mentor bei der IHK. Wir bieten jedem, der gründen möchte, unsere Hilfe an.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Jasmin Kettenbach:
Es war sehr schön, die täglichen Ergebnisse auf der Baustelle zu sehen. Es ging sehr schnell voran. Als wir dann fertig waren, war das ein echtes Erfolgserlebnis. Das Ergebnis ist noch viel besser geworden, als ich es mir anfangs vorgestellt hatte. Ich finde, es ist die perfekte Lösung. Auch unsere Besucher sagen, dass es schön und stimmig ist.
Volker Kettenbach: Es ist ein tolles Gefühl, wenn man merkt, dass sich Risiko und Arbeit auszahlen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Jasmin Kettenbach: Da ich in der Bauphase noch angestellt war, war meine größte Herausforderung die Zerrissenheit. Ich wollte ja gleichzeitig auch hier mitmachen und unterstützen. Da half nur: Augen zu und durch.
Volker Kettenbach: In der zweiten Bauphase, wo wir das Nachbarhaus renoviert und saniert haben, war die Einhaltung der Termine eine große Herausforderung. Die Wohnungen waren bereits zu einem bestimmten Termin vermietet. Das wurde extremst knapp. Aber es hat geklappt.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Volker Kettenbach:
SEO und SEA, also Suchmaschinenoptimierung und -werbung. Wir schalten gezielt Anzeigen mit Google AdWords. Das ist unser wichtigster Channel, definitv. Allerdings hat es zwei, drei Jahre gedauert, bis wir jetzt genau die Kunden treffen, die wir wollen. Inzwischen arbeiten wir auch mit Partnern zusammen, die uns in die Intranets der großen Unternehmen bringen. Das hat meines Erachtens großes Potenzial für weiteres Wachstum.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Volker Kettenbach: Mit ein bisschen Eigenkapital und ganz viel Bankkredit. Wir haben zudem Fördergelder aus dem Bereich Denkmal und energetische Sanierung erhalten. Die Casa Kettenbach ist ein KfW-gefördertes Effizienzhaus.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Jasmin Kettenbach:
Wir wollen auch unsere zweite Firma, Vicosmo, erfolgreich machen: ein Internetportal mit Marktforschungsdaten für Weinproduzenten und -händler. Das würde es uns beiden ermöglichen, langfristig voll selbständig zu sein. Unser gemeinsames Ziel ist es, ein nachhaltiges Familienunternehmen aufzubauen.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
Volker Kettenbach:
... das Gleiche machen wie jetzt.
Jasmin Kettenbach: Da kann ich mich nur anschließen!

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Jasmin Kettenbach:
Gerade, wenn man aus dem Angestelltendasein kommt, ist man anfangs mit vielen Themen konfrontiert, mit denen man noch nichts zu tun hatte – wie Finanzen und Buchhaltung. Da ist es wichtig, nach Hilfe zu fragen und diese auch anzunehmen. Die IHK bietet vieles an, und auch beim RKW gibt es die Möglichkeit, sich Unterstützung zu holen. Ich empfehle, alles auszuschöpfen, was es da so gibt.
Volker Kettenbach: Auch in finanzieller Hinsicht stelle ich fest: Es gibt unfassbar viel Unterstützung von allen Seiten. Es mangelt an Ideen, nicht an Geld. So viel Geld, wie es heute für Gründungsideen gibt, war noch nie da! Da sollte man versuchen, alle Möglichkeiten zu nutzen. Außerdem rate ich sehr dazu, Dinge zu tun, die man schützen kann – statt solchen, die einfach zu kopieren sind.

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