Sprungmarken
Dynamische Navigation einblenden
Dynamische Navigation ausblenden
Suche einblenden
Wirtschaft

Die kleinen Frösche

November 2017

Unternehmen
Die kleinen Frösche

Gründerin
Angelique Helmlinger

Gründungsdatum
Dezember 2015

Branche und Unternehmen
Kindertagespflege

Motto
"Folge deinem Herzen, entdecke dein Potential und sei bereit für das größte Abenteuer deines Lebens!" (Azmuto)

Interview mit der Gründerin Angelique Helmlinger

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Bei Tagesmüttern sind Kinder ähnlich gut betreut wie in einer Krippe, und die Eltern können sicher sein, dass ihre Kleinen in guten Händen sind. Bei uns geht es jedoch sehr viel familiärer zu – mit Hund und Kontakt zu meinen eigenen Kindern, die bereits groß sind. Mein Häuschen, in dem ich aktuell fünf Kinder betreue, liegt mitten im schönen Wiesbaden-Bierstadt, ganz in der Nähe von einer Pferdekoppel oder unserem Garten. Eine Besonderheit ist auch die musikalische Früherziehung, die es einmal in der Woche gibt. Gegenüber den Eltern bin ich sehr transparent und schicke ihnen viele Fotos. Nicht zuletzt kommt bei mir nur gutes Essen auf den Tisch. Die Zutaten stammen aus meinem Garten, vom Markt oder aus dem Bioladen.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Ich habe klein angefangen, in meiner damaligen Privatwohnung. Im nächsten Schritt habe ich eine eigene Kinderwohnung hinzugemietet. Das wurde so ein Erfolg, dass ich schließlich das Haus in Bierstadt mieten konnte. Damit ist für mich der große Traum vom Wohnen und Arbeiten unter einem Dach wahrgeworden.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Nach dem Realschulabschluss habe ich eine Erzieherausbildung absolviert. Dann kam schon bald mein Sohn, und ich bin in Elternzeit gegangen. Anschließend habe ich eine Heilpraktikerausbildung gemacht und viele Jahre in dieser Branche gearbeitet, bis meine Tochter kam. Danach war ich auf der Suche nach dem Richtigen, habe gejobbt, aber nicht das Wahre für mich gefunden. Nach einer krankheitsbedingten Auszeit habe ich schließlich bei einer Tagesmutter hospitiert und gemerkt: Wenn ich mit Kindern arbeite, geht mir das Herz auf! Denn ich liebe Kinder und kann mich sehr gut auf sie einlassen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Ich wollte nicht mehr so gerne in einer großen Institution arbeiten, sondern lieber in einem kleineren Rahmen. Das geht in diesem Beruf nur als Selbständige. Ich finde es schön, dass ich den Tagesablauf jetzt sehr frei gestalten kann – ganz situativ und flexibel. Ich bin mein eigener Herr. Und das tut mir sehr gut.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Über eine Broschüre bin ich auf "BerufsWege für Frauen" aufmerksam geworden und habe dort an dem mehrmonatigen Kurs "Arbeiten als Lebens(t)raum" teilgenommen – um mich zu prüfen, ob ich wirklich das Zeug habe, mich selbständig zu machen. Bei "BerufsWege für Frauen" habe ich auch gelernt, wie ich einen Businessplan schreibe und wie die Zahlen in den Griff zu bekommen sind.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Das war toll! Vorher war ich zufrieden, hinterher war ich stolz, alles hingekriegt zu haben – und das alles als Alleinerziehende: meine Wohnung so zu gestalten, dass sie den Anforderungen des Jugendamts entspricht, die erste Mutter von mir überzeugt zu haben, das erste Kind betreuen zu dürfen ...

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Meine größte Herausforderung ist, dass ich bislang von der Arbeitsagentur keinerlei Unterstützung für meine Gründung erhalten habe, obwohl mein Businessplan wirklich top ist und seine Tragfähigkeit von "BerufsWege für Frauen" geprüft und bestätigt wurde. Ich musste mir also Geld leihen – wovon ich inzwischen schon einiges zurückzahlen konnte.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Wir Tagesmütter machen die Erfahrung, dass die Vermittlung durch das Jugendamt nicht so gut funktioniert wie sie könnte. Deshalb habe ich selbst die Initiative ergriffen. Mich finden Eltern im Internet. Ich habe eine Webseite und gebe Inserate bei Quoka, eBay Kleinanzeigen oder Portalen wie Betreut.de auf.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Siehe "größte Herausforderung": Ich musste einen Kredit mit hohen Zinsen aufnehmen und mir zusätzlich in der Familie Geld leihen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich suche nach einer Möglichkeit, einen Praktikanten aufzunehmen. Außerdem habe ich die Vision, dass Kinder vielleicht auch hier übernachten können. Ansonsten bin ich erst einmal sehr zufrieden. Ich freue mich, wenn die Kinder und Eltern glücklich sind. Es ist sehr erfüllend zu sehen, dass ich den Kindern auf ihrem Weg etwas mitgeben kann.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... mich in der Politik für die Belange von uns Tagesmüttern engagieren. Und vielleicht auch etwas mehr Sport machen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Bevor sie sich selbständig machen: die Gründungsidee gut durchdenken, sich professionell beraten lassen, sich von Miesepetern nicht entmutigen lassen, dann Rücklagen bilden – und anfangen zu tun! Zu viel nachdenken ist nichts, zu wenig aber auch nicht.

Anzeigen