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Wirtschaft

Eco-Dreamcrew

Manfred Bättger bietet eine ökologische Reinigung an – mit Mitteln, die das Grundwasser nicht belasten, nicht die Atemwege angreifen und auch nicht zu Hautproblemen führen. Das überzeugt nicht zuletzt Familien mit Kindern.

Juni 2018

Unternehmen
Eco-Dreamcrew

Gründer
Manfred Bättger

Gründungsdatum:
Oktober 2017

Branche und Unternehmen:
Haushaltsnahe Dienstleistungen

Motto:
"Zufriedene Kunden sind das Ziel! Und das will ich Tag für Tag erreichen."

Interview mit Gründer Manfred Bättger

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Reinigungsfirmen gibt es viele. Ich aber biete eine ökologische Reinigung an – mit umweltschonenden Mitteln, die das Grundwasser nicht belasten, nicht die Atemwege angreifen und auch nicht zu Hautproblemen führen. Besonders wenn Kinder im Haushalt leben, wird dieses Angebot gerne angenommen. Ich unterstütze auch mit anderen haushaltsnahen Dienstleistungen wie handwerklichen Tätigkeiten, Treppenhausreinigung oder Gartenarbeiten.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Jetzt seit sieben Monaten am Markt zu sein, ist schon ein Erfolg. Inzwischen bin ich zu einhundert Prozent ausgelastet. Ich habe zufriedene Kunden und das Gefühl, wertgeschätzt zu werden. Das freut mich sehr.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich bin gelernter Dachdecker und Gas-Wasser-Installateur. 2014 hatte ich einen Unfall vom Dach: 16 Meter im freien Fall. Ich war ein Jahr im Krankenhaus, und dann kam der soziale Abstieg. Da es ein privater Unfall war, kam keine Berufsgenossenschaft dafür auf. Ich bin froh, dass ich inzwischen wieder gehen kann – aber nicht mehr gebraucht zu werden, das war das Schlimmste. Schwere körperliche Arbeit kann ich nicht mehr machen. So hangelte ich mich von Bewerbungstraining zu Bewerbungstraining, von 1-Euro-Job zu 1-Euro-Job. Auch eine Umschulung zum Bürokaufmann, die ich 2013 abschloss, half mir nicht weiter. Ohne Berufserfahrung hatte ich keine Chance. Eines Tages sagte ich meiner Sachbearbeiterin im Jobcenter, dass ich zu den Alltagsengeln gehen möchte – ein Projekt der Beschäftigungsförderung der Stadt Wiesbaden mit Arbeiterwohlfahrt, in dem Arbeitssuchende für ein Jahr sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind, haushaltsnahe Dienstleistungen für Wiesbadener Bürger erbringen und in eine Folgestelle vermittelt werden sollen.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
In einer Schulung bei den Alltagsengeln zeigte sich, dass ich sehr teamfähig bin und Führungsqualitäten besitze. Da mir die Arbeit gefiel und die Kunden zufrieden waren, kam der Gedanke, mich selbständig zu machen. Schließlich kann man nur ein Jahr lang bei den Alltagsengeln arbeiten. Ich wollte aus dem Kreislauf von 1-Euro-Jobs und Bewerbungstrainings ausbrechen – und gebraucht werden.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Die Arbeiterwohlfahrt und ganz speziell die Alltagsengel, die mich auf meinem Weg in die Selbständigkeit sehr gefördert haben. Ich konnte am Existenzgründungsseminar bei Exina teilnehmen, wo ich meinen Businessplan geschrieben habe. Dieser half mir wiederum, den Existenzgründungszuschuss von der Agentur für Arbeit zu bekommen. Das gesamte Paket hat dazu geführt, dass ich heute da bin, wo ich bin.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Eigentlich war alles wie immer. Es hatte sich nicht viel geändert, außer dass ich nicht mehr unter dem Namen Alltagsengel, sondern unter meinem eigenen Namen gearbeitet habe. Aber dass ich Rechnungen schreiben konnte und durfte, war neu und ist auch heute noch etwas ganz Besonderes für mich. Ich werde jetzt für meine Arbeit belohnt. Das macht stolz.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Die habe ich gerade vor mir: Ich möchte Mitarbeiter einstellen, habe aber in meiner jetzigen Wohnung noch nicht einmal Platz für ein Büro. Ich muss also eine neue bezahlbare Wohnung finden, was bei der derzeitigen Immobilienentwicklung nicht gerade einfach ist. Wenn das erreicht ist, brauche ich gute Leute – eine Herausforderung, die ich gerne annehme.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
In erster Linie ist das Mund-zu-Mund-Propaganda. Ich werde sehr oft weiterempfohlen. Darüber hinaus habe ich eine Webseite, die ich komplett selbst erstellt habe, Visitenkarten und ein Auto, das sehr auffällig mit Werbung beklebt ist. Sollte das Unternehmen weiter wachsen, wird das Marketing natürlich noch intensiver werden.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Neben dem Gründungszuschuss hatte ich ein privates Darlehen, um den Wagen anzuschaffen und die Firmenwerbung machen zu können. Durch die gute Auftragslage kann ich dieses Darlehen zum Glück bereits wieder zurückzahlen.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Mein Traum ist es, die Firma großzukriegen: dass sie eine richtig bekannte Firma wird und viele zufriedene Kunden hat. Der nächstgrößte Traum wäre, irgendwann einmal in den Urlaub zu fliegen. Mein letzter Urlaub ist dreißig Jahre her.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich ... 
... noch intensiver an meiner Firma arbeiten und sie noch schneller vorantreiben.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Das Entscheidende ist, die Sache auch wirklich anzugehen. Es bringt nichts, die Gedanken im Kopf zu haben, man muss sie auch ausführen! Man sollte sich überlegen, welche Mittel man hat, wie man sie einsetzen kann und wo man Hilfe bekommt. Das Internet hält gerade für Gründerinnen und Gründer unendlich viele Tipps parat! Außerdem gibt es Institutionen wie Exina, an die man sich wenden kann. Sie können auch sagen, ob die Gründungsidee wirklich Sinn macht.

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