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Institut für Gedächtniskunst – Synapse

September 2017

Unternehmen
Institut für Gedächtniskunst – Synapse

Gründerin
Claudia Hentschel

Gründungsdatum
Mai 2016

Branche und Unternehmen:
Vorträge, Seminare und Coaching mit dem Schwerpunkt Gehirn

Motto:
"Willst du ein Feuer entfachen, muss du selber brennen."

Interview mit der Gründerin Claudia Hentschel

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Ich habe mich in meinem Institut "Synapse" auf das Training des Gehirns spezialisiert. Etwas Vergleichbares gibt es in ganz Deutschland nicht. Die Angebote wenden sich sowohl an Firmen als auch an Privatpersonen, speziell Studierende, Berufstätige und aktive Senioren. Bei der Verbesserung der Gehirnleistung ist die Kombination aus Denkaufgaben, Bewegung und Koordination besonders wirksam. Es geht darum, im Gehirn möglichst vielfältige Nervenverbindungen zu schaffen. Neueste Erkenntnisse aus der Neurobiologie werden hier im Institut vermittelt und direkt lebendig umgesetzt, zum Beispiel in Kursen wie "Memotechniken", "Speedreading" und neuerdings auch "Vokabeln lernen" – mit Spaß und nachhaltig.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Ich führe meine Seminare für Firmen schon seit über zehn Jahren durch – früher allerdings ausschließlich bei ihnen vor Ort, wo die Bedingungen nicht immer optimal sind. Dazu musste ich auch viel Material einpacken und transportieren. Immer mehr Firmen kommen jetzt in meine Räume, wo Licht, Luft und Platz reichlich vorhanden sind und es eine gute Arbeitsatmosphäre gibt. Hier kann ich sehr flexibel auf die Teilnehmer eingehen, da alle Materialien schnell zur Hand sind. Erfolg messe ich an den vielen positiven Rückmeldungen. Und ich freue mich, wenn die Menschen bei mir viel lernen und zufriedener nach Hause gehen, als sie gekommen sind.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ursprünglich habe ich Innenarchitektur studiert und bin Diplom-Designerin. Aber schon während des Studiums bin ich zum Jonglieren gekommen. Rund 15 Jahre lang habe ich hauptberuflich von Jonglieren, Akrobatik und Clownerie gelebt. Dann kam ich zum ZDF und war dort über 20 Jahre als Redakteurin unter anderem für das auf 3sat ausgestrahlte Wissenschaftsmagazin "scobel" tätig. Durch die enge Zusammenarbeit mit namhaften Forschungseinrichtungen und Neurobiologen konnte ich mich gehirnmäßig immer auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand halten. ZDF-Mitarbeiter trainiere ich bis heute in Speedreading, schneller Auffassungsgabe und Konzentration. Außerdem bin ich Systemischer Coach, Hypnotherapeutin und Heilpraktikerin. Im Institut "Synapse" habe ich das Gefühl, jede dieser Ausbildungen und Berufserfahrungen fließen in meine Arbeit ein. Alles fügt sich zusammen, wie bei einem Puzzle.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Mein Traum ist es seit langem, in eigenen Räumen zu arbeiten und eine Art Zentrum zu schaffen – einen Ort, an den man gerne kommt. Dass ich für diese Themen brenne, hat einen ganz persönlichen Grund. Ich war als Kind Legasthenikerin. Das hing offenbar damit zusammen, dass ich als Baby nicht gekrabbelt bin, also nicht diese Überkreuzbewegungen gemacht habe, die für die Koordination von linker und rechter Gehirnhälfte förderlich sind. Als ich dann das Eiskunstlaufen und das Jonglieren für mich entdeckte und intensiv betrieb, verschwand die Legasthenie. Ich kann also aus eigener Erfahrung sagen, wie sehr Bewegung das Gehirn fördert.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Alleine schafft man so etwas nicht! Mein wichtigster Helfer war und ist mein Mann. Sehr froh bin ich über meine Grafikerin, die mich sehr unterstützt. Im Netzwerk BPW, Business and Professional Women, kann ich mich austauschen und bekomme Anregungen. Berufswege für Frauen hat mir beim Businessplan geholfen. Auch Freunde und Familie helfen, wo sie können. Für die Büroarbeit und alles, was sonst noch so anfällt, wäre es nett, eine Praktikantin bzw. einen Praktikanten zu haben.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Ich bin durch die Räume gelaufen und habe mich gefreut, dass alles so schön geworden ist. Aber es warteten auch massenhaft Herausforderungen auf mich. Vieles muss man zum ersten Mal machen – sei es Organisatorisches, Technisches, die Steuer betreffend oder das Marketing. Der Tag ist immer zu kurz.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Die Fülle der neuen Aufgaben, die auf einen hereinprasseln. Oft weiß ich nicht, was ich zuerst machen soll. Eine Daueraufgabe ist, sich bei neuen Unternehmen bekannt zu machen und weitere Kunden zu gewinnen.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Auf die beste Vermarktungsidee warte ich noch. Ich liebe die Arbeit mit Menschen. Marketing ist dagegen neu für mich. Ich vertraue ein Stück weit darauf, dass es nach und nach wächst. Mund-zu-Mund-Propaganda ist das Allerwichtigste – schließlich geht es bei mir um den Menschen. Beim "Tag der geistigen Fitness" oder "Wiesbaden tanzt" kann man sich hier in den Räumen von meiner Arbeit einen ersten Eindruck machen. Außerdem verschicke ich einen Newsletter mit interessanten Infos über das Gehirn.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Ich hatte eigene Ersparnisse. Zudem habe ich regelmäßige Einkünfte durch meine Seminare, die ich schon seit über zehn Jahren gebe.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte hier in die "Synapse" noch mehr Leben reinbringen, vielleicht auch einmal ein Literatur- oder Kunstprojekt starten. Bei sechs Richtigen im Lotto baue ich ein Museum fürs Gehirn: ein bespielbares und erlebbares Gehirn auf drei Ebenen, vergleichbar mit dem Mathematikum in Gießen. So etwas gibt es in der ganzen Welt noch nicht.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
... längere Wanderungen im Wald machen, mehr lesen, häufiger Mußestunden einlegen, öfter Freunde treffen...

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Nicht alles auf eine Karte setzen! Es ist gut, verschiedene Standbeine zu haben. Die Variante, eine halbe Stelle zu haben und die Selbständigkeit langsam wachsen zu lassen, erscheint mir sehr vernünftig. Für mich war das ein gutes Konzept. Außerdem rate ich dazu, sich Unterstützung zu suchen. Man kann nicht alles alleine machen.

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