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Wirtschaft

Kanzlei Chada Law – Steuern & Recht

April 2017

Unternehmen
Kanzlei Chada Law – Steuern & Recht

Gründer
Wikey Chada

Gründungsdatum
Dezember 2016

Branche und Unternehmen:
Anwaltskanzlei

Motto:
"Wir können den Wind nicht ändern, aber die Segel anders setzen." (Aristoteles)

Interview mit dem Gründer Wikey Chada

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Neben Deutsch spreche ich fließend Englisch und Hindi und habe im Studium meinen Schwerpunkt auf Wirtschaftsrecht gelegt. Deshalb denke ich, dass ich die zunehmende Anzahl an internationalen Unternehmen beraten kann – auch wenn sie in der Gründung sind und sich nicht die teuren Großkanzleien leisten können. Ich hatte das Glück, einen Aufenthalt in Los Angeles in einer Wirtschaftskanzlei zu haben, sodass ich auch mit "Legal English" gut vertraut bin.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Ganz stolz bin ich darauf, ein großes Softwareunternehmen zu betreuen, das in Deutschland und international tätig ist. Ich berate dort rund um IT-, Wirtschafts- und Gesellschaftsrecht. Da tauchen sehr unterschiedliche Fragen auf, die ein Unternehmen täglich berühren können. Darüber hinaus habe ich Kooperationen mit anderen Unternehmern, über die ich schon einige Fälle generieren konnte.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Nach dem Abitur habe ich in Mainz das Studium der Rechtswissenschaften aufgenommen und schnell gemerkt, dass mein Interesse im Bereich des Zivil- und insbesondere des Wirtschaftsrechts liegt. Das Studium habe ich mir selbst finanziert – als Mitarbeiter an einem Lehrstuhl für Zivilrecht und Arbeitsrecht sowie als studentische Hilfskraft bei Wirtschaftskanzleien. Nach dem Abschluss habe ich mein Referendariat in Wiesbaden am Landgericht, bei der Staatsanwaltschaft und am Verwaltungsgericht sowie beim Hessischen Städte- und Gemeindebund gemacht. Nach meinem Aufenthalt in Los Angeles und meinem zweiten Staatsexamen war ich zunächst in einer Großkanzlei angestellt, in dem Bereich Prozess- und Handelsrecht.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Das steckt so ein bisschen in unserer Familienhistorie. Mein Vater und meine Onkels waren bzw. sind alle Unternehmer. Ich habe das Studium der Rechtswissenschaften vor dem Hintergrund betrieben, selbständig zu sein. Das war schon von vorneherein immer meine Zielsetzung: unabhängig von Arbeitgebern zu werden.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Weil ich schon mit dem Ziel gestartet bin, selbständig zu sein, habe ich natürlich viel eigene Lektüre dazu betrieben. Dann hatte ich einen sehr guten Freund, der schon seit Jahren im Bereich von IT-Hardwarelösungen und Netzwerklösungen selbständig ist und mir viel Unternehmerwissen weitergegeben hat. Natürlich hatte ich auch einige Rücksprachen mit anderen Freiberuflern. Die Summe all dieser Menschen hat mir den Rahmen gegeben, sodass ich wusste, wie ich mich zu bewegen habe und was während der Gründung zu beachten ist.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?
Es war ein großartiges Gefühl, meinem Traum nahegekommen zu sein, die Dinge selbst zu lenken und nicht weisungsabhängig zu sein.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Das war die Vorbereitung meines Berufsweges. Geboren wurde ich in Kabul, Afghanistan, wo wir einer hinduistischen Minderheit angehörten. Als ich acht Jahre war, flohen wir aufgrund religiöser und politischer Verfolgung nach Deutschland. Hier galt es zunächst, sich mit der Kultur und der Sprache zurechtzufinden. Das Unrecht, das ich in Afghanistan gesehen habe, war für mich immer Anlass zu sagen: Ich möchte eines Tages Menschen helfen, zu ihrem Recht zu kommen. Das war für mich die Motivation, Abitur zu machen. Es war mir ein ganz großes Anliegen, die deutsche Staatsbürgerschaft zu erlangen. Voraussetzung dafür war aber, dass man seinen Lebensunterhalt selbst sichern kann. Das heißt: Ich habe neben dem Abitur 1400 DM verdienen müssen. Das habe ich samstags und sonntags gemacht, wenn meine Freunde relaxt und gefeiert haben. Auch mein Studium musste ich mit Nebentätigkeiten finanzieren, was natürlich viel Zeit und Kraft gekostet hat.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Aufgrund unseres Standesrechtes sind wir Anwälte relativ eingeschränkt, was Marketing angeht. Am besten sind die persönlichen Kontakte und Mund-zu-Mund-Empfehlung. Ich versuche, über Netzwerke Menschen kennenzulernen, mich vorzustellen und daraus Aufträge zu generieren. Außerdem wird demnächst meine Homepage online sein – meine Online-Visitenkarte.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Das ist der Vorteil von Rechtsanwälten: Die brauchen im Prinzip Tisch, Schrank, PC, Drucker, Internetzugang, Telefon und Fax. Ich habe das Glück gehabt, eine möblierte Bürogemeinschaft im Startblock zu finden, wo ich nur meinen Laptop und meine Literatur mitbringen musste. Deshalb waren am Anfang keine übermäßig großen Kosten da, die zu stemmen gewesen wären.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Mein Ziel ist, vier bis fünf Mitarbeiter zu haben, damit ich Menschen in Lohn bringen und so der Gesellschaft das zurückgeben kann, was ich hier in Deutschland empfangen habe. Schön wäre es auch, wenn ich eine Zweigstelle in einer anderen Stadt hätte.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
.. mehr Zeit mit meiner Frau, Familie und Freunden verbringen, mehr reisen und auch mehr wohltätige Dinge tun.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Den Markt genau zu sichten, um zu schauen, ob ihre Idee auch Bestand haben kann. Sich gründlich informieren über all die gesetzlichen Anforderungen, die einzuhalten sind – insbesondere, was das Finanzamt und auch, was das Gewerbeamt von einem möchte. Und natürlich, sofern sie das finanzieren können, auch professionelle Berater aufzusuchen – wie Steuerberater, Unternehmensberater und Rechtsanwälte. Und persönliche Kontakte zu Selbständigen zu pflegen, um Praxiswissen mitzunehmen.

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