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Wirtschaft

LOFTWERK

Anja Roethele hat einen Erlebnisraum geschaffen, der alle Sinne berührt – eine Symbiose von Goldschmiede, Genuss und Kunst. Alles ist möglich, und das mitten in Wiesbaden.

Oktober 2018

Unternehmen:
LOFTWERK

Gründer:
Anja Roethele

Gründungsdatum:
Februar 2017

Branche und Unternehmen:
Goldschmiede, Genuss & Kunst

Motto:
"Nur diejenigen, die es wagen, im Großen zu scheitern, können jemals etwas Großes erreichen." (Robert F. Kennedy)

Interview mit der Gründerin

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?
Das LOFTWERK ist ein Erlebnisraum, der alle Sinne berührt – eine Symbiose von Goldschmiede, Genuss und Kunst. Mit der Goldschmiede bin ich seit 17 Jahren im eigenen Haus in Eppstein selbständig. Mit dem LOFTWERK kam dann der Genuss hinzu: Wir machen diverse öffentliche Veranstaltungen – ob Gin-Lounge, Pâtisserie-Workshop oder exklusive Erlebnisabende für Feinschmecker. Die dritte Säule ist die Kunst. Im Moment zeigen wir die Ausstellung „Lost Places“ mit Fotografien von verlassenen Plätzen. Der eigentlich vierte Part hat sich durch die Lage und die außergewöhnliche Atmosphäre im LOFTWEK wahnsinnig entwickelt: Ich vermiete den Raum für Firmen- oder Privatveranstaltungen. Alles ist möglich – und das mitten in Wiesbaden.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?
Ein paar Monate nach der Eröffnung erhielt ich eine Mail, dass 50 Personen, die zur IAA anreisen, nach einer exklusiven Dinner-Location suchen. Als ich den Absender – ein großes Automobilunternehmen – gesehen habe, habe ich alles in Bewegung gesetzt! Ich habe den Zuschlag bekommen. Das war mein erster großer Firmenauftrag. Wir hatten Flying Buffet sowie Live-Musik einer bekannten Band aus Frankfurt. Später am Abend habe ich an meinem Werktisch live Gold eingeschmolzen – ein super Einstieg und eine tolle Bestätigung, dass mein Konzept aufgeht.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?
Ich habe in Berlin das Goldschmiedehandwerk gelernt, bei einem Uraltmeister. Als ich meine Lehre anfing, war er 76 Jahre alt. Ich habe das Ur-Handwerk gelernt, von der Pike auf. Dann habe ich als Geselle in verschiedenen Werkstätten in Berlin gearbeitet, bevor ich mit meiner Familie ins Rhein-Main-Gebiet gekommen bin. Im Jahr 2000 habe ich die Meisterprüfung in Hanau abgelegt. Da mir das handwerkliche Arbeiten am Werktisch immer wichtig war, habe ich nicht die zwei Jahre Gestalter-Schule mit Goldschmiedeanteil besucht, sondern ich bin als Externe nur zu den Prüfungen gegangen. 2002 habe ich mich dann selbständig gemacht.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?
Als Goldschmiedin hat man irgendwann seinen eigenen Stil entwickelt. Den zu verwirklichen, ist als Selbständige viel einfacher. Wenn dann auch die Kunden begeistert sind, ist das die beste Bestätigung, die man haben kann. Es war schon immer mein Ziel, selbständig zu sein und mein Können nicht nur in Unikatschmuckstücken auszudrücken, sondern auch an die Jugend weiterzugeben. Deshalb bilde ich seit vielen Jahren aus.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?
Familie, Freunde, ... Aber ich habe mich an keine öffentliche Stelle gewandt. Ich hatte ein bisschen Zeitdruck. Ich hatte mich für die Räume entschieden, die Planung gemacht, den Businessplan erstellt, ... Da blieb einfach keine Zeit.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründerin erlebt?
Überwältigend. Der Zuspruch war sehr groß. Ich fühlte mich hier, in diesen Räumen, sofort angekommen. Und ich wusste gar nicht, wohin mit meinen ganzen Ideen.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?
Alle Aufgaben unter einen Hut zu bekommen. Anfangs war ich gleichzeitig Eventmanagerin, Marketingexpertin, Grafikdesignerin, Goldschmiedin, Ausbilderin, Mutter, Buchhalterin, Kuratorin, Putzfrau, Fotografin, Netzwerkerin, ... Wenn ich jetzt zurückdenke, frage ich mich schon, wie ich das alles geschafft habe. Die Antwort lautet: oftmals nachts. Und mit einem mächtigen Adrenalinschub. Seit einigen Wochen habe ich jetzt eine Assistentin, die mich enorm entlastet.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?
Eines meiner Marketinginstrumente ist ein sehr hochwertiges Programmheft, das an rund 700 Kunden verschickt wird, an diversen Stellen ausliegt und auch in meinem Aufsteller in der Fußgängerzone zu finden ist. Ich habe eine Kooperation mit dem Magazin VivArt. Sensor und Wiesbadener Kurier haben ebenfalls über das LOFTWERK berichtet. Wichtig ist aber vor allem das Netzwerken: Ich bin zum Beispiel im Wirtschaftsforum Wiesbaden und bei den Business and Professional Women. So spricht sich das LOFTWERK rum.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?
Mit Eigenkapital und einem Bankkredit. Den Ausbau hat der Eigentümer nach meinen Wünschen übernommen. Da hatte ich wahnsinniges Glück.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?
Ich möchte noch einmal die Galapagos-Inseln und die Antarktis sehen – am liebsten auf einer Forschungsreise.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte, würde ich
... noch mehr kulinarische und kulturelle Reisen unternehmen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?
Mutig sein! Und sich unerreichbare Ziele stecken. Dann erreicht man viel mehr. Oder um es mit den Worten von Miguel de Unamuno zu sagen: "Nur indem man das Unerreichbare anstrebt, gelingt das Erreichbare. Nur mit dem Unmöglichen als Ziel, gelingt das Mögliche."

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