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Wirtschaft

SORGLOS GbR

Juni 2017

Unternehmen
SORGLOS GbR

Gründer
Marcel Eckerle, Angelika Vogel

Gründungsdatum
Mai 2014

Branche und Unternehmen:
Hotelvermittlung

Motto:
"Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum." (Tommaso Campanella)

Interview mit den Gründern Angelika Vogel und Marcel Eckerle

Was ist die Besonderheit Ihrer Firma?

M. E.: Wir vermitteln Unternehmen die besten Hotels für ihre Gruppenreisen. Dieser Service ist für die Kunden kostenfrei. Das Besondere: Zwanzig Prozent der Provision, die wir von den Hotels erhalten, geben wir an die Kinderhilfestiftung e.V. weiter, einen Verein zur Unterstützung kranker und behinderter Kinder im Rhein-Main-Gebiet.

A. V.: Was uns darüber hinaus auszeichnet: Zusammen verfügen wir über 40 Jahre Hotellerieerfahrung und ein weltweites Netzwerk in der Branche. Auf die Wünsche unserer Kunden gehen wir ganz individuell ein. Was ihnen wichtig ist, finden wir in persönlichen Gesprächen heraus.

Was sind Ihre ersten beruflichen Erfolge?

M. E.: Obwohl es viele andere Hotelvermittlungen gibt, haben wir uns sehr gut etabliert. Unsere Ziele aus dem Businessplan haben wir sogar schon übertroffen. Zu unseren Kunden zählen die namhaftesten Banken, Wirtschaftsprüfer und Anwaltskanzleien aus dem Rhein-Main-Gebiet. So konnten wir die Kinderhilfestiftung bereits mit einem erheblichen Betrag unterstützen.

Wie ist Ihr beruflicher Werdegang?

A. V.: Nach meiner Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin – ich spreche Englisch, Französisch, Spanisch und Arabisch – habe ich in einem großen Fünfsterne-Strandhotel in Dubai gearbeitet, danach, ebenfalls in den Arabischen Emiraten, für die Hilton-Gruppe. Zurück in Deutschland, war ich bei Hilton unter anderem als Leiterin des "Meeting Desk" für Deutschland, Österreich und die Schweiz zuständig. Nach der Geburt meines ersten Kindes bin ich schließlich ins 4 Sterne Superior Hotel "Eden Parc" in Bad Schwalbach gewechselt und war dort als Verkaufs- und Marketingdirektorin tätig – 14 Jahre insgesamt.

M. E.: In diesem Hotel habe ich meine Ausbildung zum Hotelkaufmann absolviert und war dort anschließend als Veranstaltungsleiter tätig, mit Angelika als meiner Chefin. 2008 bin ich zur Villa Kennedy in Frankfurt gewechselt und wurde 2011 zum Senior Sales Manager befördert. Doch dann erhielt ich die erschütternde Diagnose „Gehirntumor“. Das veränderte mein ganzes Leben.

Was war für Sie der Auslöser, ein eigenes Unternehmen zu gründen?

M. E.: Im Krankenhaus habe ich viele kranke und behinderte Kinder getroffen und mir geschworen, dass ich ihnen helfen will, sollte ich das überstehen. Ganz besonders ist mir ein dreijähriges krebskrankes Kind in Erinnerung geblieben, das austherapiert war und zu seiner Mutter sagte: „Ich will nicht, dass du weinst!“ Zurück im Job, habe ich festgestellt, dass mich diese Arbeit nicht mehr erfüllt. Angelika und ich hatten vor vielen Jahren schon einmal gescherzt, dass wir eine eigene Agentur gründen wollen. Jetzt war der Zeitpunkt gekommen.

A. V.: Das Hotel "Eden Parc" wurde verkauft und einfach geschlossen, sodass ich mit knapp 50 Jahren arbeitslos war. Ich habe über ein Jahr lang versucht, eine neue interessante Stellung zu finden, was aber trotz meines guten Werdegangs sehr, sehr schwierig war – nur aufgrund meines Alters. Dann kam Marcel mit seiner Idee auf mich zu. Ich war sofort begeistert, denn ich wollte schon immer eine Agentur gründen! Aber als Einzelner kann man sich nur schwer in diesem Geschäft behaupten.

Wer hat Sie beraten, wer sind Ihre Helfer und Mentoren?

M. E.: Vor allem Exina und die IHK in Wiesbaden. Das ist der Businessteil, aber ohne Familie und Freunde im Hintergrund, die einem gut zureden und einem auch helfen, geht es nicht. Ein toller Grafikdesigner, der ein Freund von mir ist, hat sich das ganze Design- und Farbkonzept überlegt, und auch den Namen.

Wie haben Sie die ersten Tage als Gründer erlebt?

A. V.: Aufregend! Und auch toll, weil man alles selbst so gestalten kann, wie man es sich vorgestellt hat. Man ist natürlich ängstlich, ob das wirklich der richtige Schritt ist. Gleichzeitig ist man wahnsinnig stolz. Es sind ganz viele verschiedene Gefühle.

Was war Ihre größte Herausforderung und wie haben Sie diese gemeistert?

M. E.: Einen Kredit zu bekommen. Meine persönliche Herausforderung ist, dass ich weiß, dass es jeden Tag vorbei sein kann. Ich denke aber, dass ich das sehr gut meistere. Das, was ich jetzt tue, macht mich glücklich.

Wie machen Sie auf Ihr Unternehmen aufmerksam? Was ist Ihre beste Vermarktungsidee?

A. V.: Im Gegensatz zu vielen anderen Agenturen haben wir mit Marcel eine Person, die aktiv Vertrieb macht. Inzwischen haben wir zudem sehr, sehr viele Empfehlungen.

M. E.: Wir laufen immer mit offenen Augen und Ohren durch die Welt und überlegen uns neue Aktionen, um auf SORGLOS aufmerksam zu machen. Zum Beispiel habe ich in der Adventszeit in allen großen Büros Weihnachtsgeschenke verteilt. Oder Angelika hat schon einmal für hundert Kunden Marillenmarmelade eingekocht. Oft werden wir auch auf unsere Smartphonehüllen mit unserem Logo angesprochen, das übrigens auch auf meinem Auto zu sehen ist. Das sind zwar nur Kleinigkeiten, aber sie wirken.

Wie haben Sie die Finanzierung Ihrer Gründung umgesetzt?

M. E.: Dank der IHK in Wiesbaden haben wir ein Mikrodarlehen von der WIBank Hessen erhalten. Das war sehr wichtig, denn wir werden immer erst mit großer zeitlicher Verzögerung bezahlt.

Welchen Traum möchten Sie noch verwirklichen?

M. E.: Maximal vielleicht vier Personen zu werden – nicht mehr, denn wir wollen eine kleine Manufaktur bleiben – und das Konzept weiter international bekannt zu machen. Der größte Traum steht auch in meinem Businessplan: Zehn Jahre nach Gründung, also 2024, möchte ich eine Gala im Wiesbadener Kurhaus geben, bei der alle Kunden, Kinder und Hotels zusammenkommen – also alle, die SORGLOS zu dem machen, was es ist.

A. V.: Mein Traum ist bereits Wirklichkeit geworden: in den letzten Jahren meiner Karriere wieder auf internationalem Parkett zu agieren und im Beruf das Leben zu führen, das ich geführt habe, bevor ich Mutter wurde.

Bitte ergänzen Sie folgenden Satz: Wenn ich mehr Zeit hätte würde ich ...
A. V.: ... mehr faulenzen und mehr Ordnung halten.
M. E.: ... mehr lesen.

Was ist Ihr besonderer Tipp: Was würden Sie Gründerinnen und Gründern empfehlen?

M. E.: Nur das zu machen, wovon man Ahnung hat! Wichtig ist auch, dass man sich nicht finanziell übernimmt. Mein persönlicher Tipp ist, es nicht alleine zu machen!

A. V.: Wenn man alleine gründet, kann man eigentlich keinen Urlaub machen und sich nie auch einmal rausnehmen. Eine Selbständigkeit hört nicht um 17 Uhr auf. Der Druck ist immer da. Man kann ihm nur entweichen, wenn man jemanden hat, auf den man sich verlassen kann.

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